BUCHVERNISSAGE: Lenin fuhr im Entlebuch Velo

Otto Wickis neues Buch ist eine Hommage an die Entlebucher Soldaten des Ersten Weltkrieges. Auch Lenin spielt eine Schlüsselrolle.

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Zum ersten Mal veröffentlicht: Lenin (Mitte), Josef Blättler, der letzte Postillion, und die Saaltochter Aloisia Schnider-Bucher vor dem Kurhaus Flühli 1915. (Bild pd)

Zum ersten Mal veröffentlicht: Lenin (Mitte), Josef Blättler, der letzte Postillion, und die Saaltochter Aloisia Schnider-Bucher vor dem Kurhaus Flühli 1915. (Bild pd)

«Mein Vater, Adolf, hat Lenin noch gekannt», sagt Otto Wicki (Bild), 76-jähriger Schriftsteller und waschechter Entlebucher. «Er hat öfters das Fahrrad meines Vaters ausgeliehen, um nach Schüpfheim zu fahren.» Lenin, der Begründer der einstigen Sowjetunion, hat 1915 mit seiner kranken Frau in Sörenberg geweilt. Dort habe sein Vater Lenin getroffen. «Lenin hat dort oft hinter dem Haus gesessen und stundenlang in die Sterne geschaut.»

Geschichten aus dieser Zeit haben Otto Wicki und sein Mitautor Anton Kaufmann im Buch «Der Erste Weltkrieg – Die Entlebucher an der Landesgrenze» festgehalten. Es ist eine Hommage an die Grossväter und Urgrossväter, die im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 ihren Aktivdienst an den Schweizer Grenzen leisteten. Morgen findet nun die Vernissage anlässlich des Bauernkriegs-Gedenkschiessens in Heiligkreuz statt.

Frau hat zentrale Rolle
«Es gibt kaum eine Familie im Entlebuch, die vom Krieg nicht betroffen gewesen war», sagt Wicki. «Mein Vater war im Dienst.» Später habe er oft vom Ersten Weltkrieg erzählt. «Anfänglich hat mich das noch nicht interessiert.» Das kam erst später, «als ich nicht mehr fragen konnte», bedauert er heute. Dennoch: Die Erinnerungen sind ihm und seinen Geschwistern geblieben.

Auch die Rolle der Frau, im Ersten wie im Zweiten Weltkrieg. «Die Mutter blieb mit den Kindern zu Hause und schaute zum Rechten.» Die Frauen zu Hause wuschen die zugesandte Wäsche der Männer, die an der Front waren, und versuchten, die Mäuler der Kinder zu stopfen. «Ohne die Frauen hätten wir die Kriege nicht überstanden.»

Harry Tresch

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Luzerner Zeitung.