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BUDGETS: Trendwende bei den Gemeindesteuern?

Seit 2010 ging der Trend bei den Gemeindesteuern nur nach oben. Nun senken gleich zehn Gemeinden ihren Steuerfuss. Der Verband der Luzerner Gemeinden freut sich – und mahnt.
Cyril Aregger
Trendwende bei den Gemeindesteuern? (Bild Getty)

Trendwende bei den Gemeindesteuern? (Bild Getty)

Cyril Aregger

Jahrelang haben mehr Gemeinden ihre Steuern erhöht als gesenkt. Besonders auffällig war dies 2012, dem Jahr, in welchem die neue kantonale Steuerstrategie in Kraft trat: 21 Gemeinden mussten den Steuerfuss für 2013 erhöhen, keine Gemeinde konnte ihre Steuern senken. Letztes Jahr erhöhten zehn Gemeinden ihren Steuerfuss, vier haben ihn gesenkt. Dieses Jahr ist Honau die einzige der Luzerner Gemeinden, die beschlossen hat, den Steuerfuss minimal von 1,7 auf 1,75 Einheiten zu erhöhen.

Mehr Steuern müssen auch in Ebersecken bezahlt werden. Dort bleibt der Steuerfuss zwar unverändert bei 2,3 Einheiten, aber an der Gemeindeversammlung wurde entschieden, den in den letzten Jahren gewährten Steuerrabatt von 0,15 Einheiten zu streichen. Keinen nachträglichen Rabatt dürfte es angesichts der budgetierten Defizite für 2015 und 2016 auch in Flühli geben.

In Entlebuch, wo letztes Jahr ebenfalls ein Steuerrabatt gewährt wurde, sind die Chancen auf einen erneuten Rabatt intakt. Noch offen ist die Frage nach dem Steuerrabatt in den beiden steuergünstigsten Gemeinden Schenkon und Meggen.

Tiefere Steuern in sieben Gemeinden

Gleich zehn Gemeinden haben hingegen ihre Steuern gesenkt. Während sich für die Bewohner von Grosswangen, Triengen und Schüpfheim von der Steuerbelastung her nichts ändert – beide Gemeinden haben ihre letztjährigen Steuerrabatte nun festgeschrieben – sinken in den übrigen sieben Gemeinden die Steuern. Armin Hartmann, beim Verband der Luzerner Gemeinden (VLG) für die Finanzen zuständig, ist über diese Entwicklung erleichtert. «Das sind Zeichen der Entspannung. Man darf sagen, die Talsohle ist durchschritten.» Mit den Mehrbelastungen der letzten Jahre – der Schlierbacher Gemeindeammann und SVP-Kantonsrat denkt beispielsweise an die Pflegekosten – hätten sich die meisten Gemeinden mittlerweile offensichtlich arrangiert. Grosser Jubel sei aber noch nicht angebracht: «Wolhusen und Hasle konnten den Steuerfuss nach einem Jahr wieder von 2,6 auf 2,4 Einheiten reduzieren. Das ist sehr erfreulich. Aber auch in vielen anderen Gemeinden, wie zum Beispiel in Triengen, nimmt man mit den Senkungen nur Steuererhöhungen der letzten Jahre zurück.» Bis man wieder auf dem Stand von 2010 sei – dem Jahr mit der geringsten Steuerbelastung auf Gemeindeebene –, brauche es noch mehr Anstrengungen.

Bemerkenswert ist dabei auch, dass die Gemeinden den Steuerfuss senken und nicht etwa auf Steuerrabatte setzen. Dies praktizierten letztes Jahr noch alle vier Gemeinden, welche die Steuern reduzierten. «In der Gesamtheit ist dies ganz sicher ein Indiz, dass die Gemeinden an eine nachhaltige positive Entwicklung glauben», meint Hansjörg Kaufmann, Leiter der kantonalen Dienststelle Finanzen. «Bei ungewissen Aussichten setzt man eher auf Rabatte.»

Geringes Minus budgetiert

Die Steuersenkungen sind ein Indiz, dass es den Gemeinden finanziell wieder besser geht. Das zweite sind die Budgets und die Rechnungsabschlüsse. Für 2014 budgetierten die 83 Luzerner Gemeinden zusammengerechnet ein Defizit von fast 31 Millionen Franken. Am Ende resultierte ein Gewinn von über 52 Millionen Franken – die Abschlüsse waren rund 83 Millionen Franken besser als budgetiert. Für 2015 wurden bloss noch rund 16,4 Millionen Franken Verlust budgetiert (siehe Grafik). Und das Rechnungsjahr 2016 sehen die Gemeinden gar noch optimistischer: Eine knappe Million Franken Defizit weisen die Budgets der 83 Gemeinden insgesamt noch auf.

Längst nicht allen geht es gut

Auch diese Entwicklung erfreut Armin Hartmann. «Da ich grundsätzlich überzeugt bin, dass die Gemeinden realistisch budgetieren, zeigt dies klar, dass es den Gemeinden wieder besser geht.» Man dürfe dabei aber nicht ausser Acht lassen, dass es Gemeinden gebe, an denen der Aufschwung vorbeigehe und die seit Jahren Defizite schreiben. Zum Beispiel Ebersecken, Ballwil oder Gettnau. «Die Gründe dafür sind so vielfältig wie die Gemeinden selbst.» Es sei wichtig, dass man keine Gemeinde durch das System fallen lasse, so Hartmann. Hier müsse man im Rahmen des Wirkungsberichts zum kantonalen Finanzausgleich schauen, ob es Fehlentwicklungen gibt. «Als Notinstrument zur Sanierung sind auch Sonderbeiträge des Kantons möglich.» Dafür müsste die betroffene Gemeinde jedoch zunächst den Steuerfuss auf 2,6 Einheiten erhöhen.

Steuerfüsse Luzerner Gemeinden

2012 2013 2014 2015 2016
Luzern-Stadt
Luzern 1,75 1,85 1,85 1,85 1,85*
Luzern-Land
Adligenswil 1,9 1,9 2,0 2,1 2,1
Buchrain 1,9 1,9 1,9 2,0 2,0
Dierikon 1,65 1,65 1,95 1,95 1,95
Ebikon 1,9 1,9 1,9 1,9 1,9
Gisikon 1,7 1,7 1,7 1,7 1,7
Greppen 1,85 1,95 1,95 1,95 1,95
Honau 1,7 1,7 1,7 1,7 1,75
Horw 1,6 1,6 1,55** 1,55 1,55
Kriens 1,9 2,0 2,0 2,0 2,0*
Malters 2,0** 2,05 2,05 2,05 2,05
Meggen 1,035** 1,035** 0,978** 0,978** 1,15
Meierskappel 2,25 2,25 2,25 2,25 2,25
Root 1,85** 1,95 1,95 1,95 1,95
Schwarzenberg 2,3 2,3 2,2 2,2 2,2
Udligenswil 1,85 1,85 1,85 1,95 1,95
Vitznau 1,5 1,5 1,5 1,5 1,5
Weggis 1,55 1,55 1,55 1,55 1,55
Hochdorf
Aesch 2,2 2,2 2,2 2,2 2,1
Altwis 1,95 2,4 2,4 2,6 2,6
Ballwil 1,5** 1,6 1,6 1,6 1,6
Emmen 2,05 2,05 2,05 2,05 2,05
Ermensee 2,0 2,0 2,2 2,2 2,2
Eschenbach 1,5 1,5 1,5 1,5 1,5
Hitzkirch 2,0 2,15 2,25 2,35 2,2
Hochdorf 1,9 1,9 2,1 2,1 2,1
Hohenrain 2,05 2,25 2,25 2,25 2,25
Inwil 1,9 1,9 1,9 1,9 1,9
Rain 1,9 1,9 1,9 1,9 1,9
Römerswil 2,0 2,0 2,0 2,15 2,15
Rothenburg 1,75 1,75 1,9 1,9 1,9
Schongau 2,0 2,0 2,0 2,0 2,0
Sursee
Beromünster 1,95*** 1,95 1,95 1,95 1,95
Büron 2,3 2,4 2,4 2,4 2,4
Buttisholz 2,2 2,2 2,2 2,2 2,2
Eich 1,4 1,5 1,5 1,5 1,5
Geuensee 1,95 2,05 2,3 2,3 2,3
Grosswangen 2,25 2,25 2,25 2,15** 2,15
Hildisrieden 1,75 1,85 1,85 1,85 1,85
Knutwil 1,95 1,95 2,15 2,15 2,15
Mauensee 2,1 2,1 2,1 2,1 2,1
Neuenkirch 2,1 2,1 2,1 2,1 2,05
Nottwil 2,05 2,05 2,05 2,05 2,05
Oberkirch 1,65 1,65 1,65 1,65 1,65
Rickenbach 2,25*** 2,25 2,25 2,25 2,25
Ruswil 2,2 2,2 2,2 2,2 2,2
Schenkon 1,3 1,3 1,3 1,25** 1,3
Schlierbach 1,75 1,75 1,75 1,75 1,75
Sempach 1,8 1,95 2,1 2,1 2,1
Sursee 1,85 1,85 1,85 1,85 1,85
Triengen 2,1 2,4 2,3 2,0** 2,0
Willisau
Alberswil 2,15 2,15 2,15 2,15 2,15
Altbüron 2,4 2,4 2,4 2,4 2,4
Altishofen 1,7** 1,8 1,8 1,8 1,8
Dagmersellen 1,7 1,7 1,8 1,95 1,95
Ebersecken 2,15** 2,15** 2,15** 2,15** 2,3
Egolzwil 2,0 2,0 2,1 2,1 2,1
Ettiswil 2,15 2,15 2,15 2,15 2,15
Fischbach 2,3 2,4 2,4 2,4 2,4
Gettnau 2,3 2,4 2,4 2,4 2,4
Grossdietwil 2,4 2,4 2,4 2,4 2,4
Hergiswil 2,2 2,2 2,2 2,2 2,2
Luthern 2,4 2,4 2,4 2,4 2,4
Menznau 2,4 2,4 2,4 2,6 2,6
Nebikon 1,8 1,8 1,9 1,9 1,9
Pfaffnau 2,15** 2,15** 2,05** 2,05** 2,0
Reiden 2,1 2,3 2,3 2,3 2,3
Roggliswil 2,3** 2,3** 2,3** 2,3** 2,3**
Schötz 2,25*** 2,25 2,35 2,35 2,3
Ufhusen 2,4 2,4 2,4 2,4 2,4
Wauwil 2,15 2,15 2,15 2,15 2,15
Wikon 2,1 2,1 2,1 2,1 2,1
Willisau 2,1 2,1 2,2 2,2 2,2
Zell 2,1 2,1 2,1 2,1 2,1
Entlebuch
Doppleschwand 2,35 2,35 2,35 2,4 2,4
Entlebuch 2,2** 2,25** 2,25** 2,25** 2,3
Escholzmatt-Marbach 2,2*** 2,2 2,2 2,2 2,2
Flühli 2,2** 2,2** 2,4 2,3** 2,4
Hasle 2,4 2,4 2,4 2,6 2,4
Romoos 2,0** 2,2 2,2 2,2 2,2
Schüpfheim 2,4 2,4 2,4 2,3** 2,3
Werthenstein 2,4 2,4 2,4 2,4 2,4
Wolhusen 2,4 2,4 2,4 2,6 2,4

* Referendum ergriffen. Abstimmungen über die Budgets am 28. 2.

** inkl. Steuerrabatt

*** Fusionierte Gemeinden per 2013: Beromünster 1,95, Neudorf 2,1; Rickenbach 2,25, Pfeffikon 2,4; Schötz 2,25, Ohmstal 2,4; Escholzmatt 2,2, Marbach 2,2

Quellen: Gemeinden/Lustat Statistik Luzern

Quelle: Amt für Gemeinden (Bild: Grafik: mop)

Quelle: Amt für Gemeinden (Bild: Grafik: mop)

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