Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BÜRGENSTOCK: Leiterin der medizinischen Abteilung im Waldhotel Bürgenstock: «Zuerst habe ich abgelehnt»

Verena Briner (67) leitet ab 15. März die medizinischen Abteilungen im Waldhotel. Für die ehemalige Chefärztin am Luzerner Kantonsspital ist das ein grosser Schritt in eine kleine Klinik.
Alexander von Däniken
Verena Briner in der Bibliothek des Waldhotels Bürgenstock. (Bild: Pius Amrein (2. März 2018))

Verena Briner in der Bibliothek des Waldhotels Bürgenstock. (Bild: Pius Amrein (2. März 2018))

Interview: Alexander von Däniken

alexander.vondaeniken@luzernerzeitung.ch

«Health & Medical Excellence»: So unbescheiden sich das Waldhotel auf dem Bürgenstock nennt, so anziehend wirkt es für Rehabilitationspatienten. Das Fünfsternehotel steht mit zwölf Betten auf der Nidwaldner Spitalliste. Für die medizinischen Abteilungen ist ab 15. März Verena Briner (67) verantwortlich. Sie folgt auf Michael Brabetz, der sich wieder der Akutmedizin widmen will (Ausgabe vom 27. Januar).

Verena Briner, was hat Sie bewogen, diese Stelle anzutreten?

Als ich angefragt wurde, habe ich zuerst abgelehnt. Ich hatte mich schon auf meine Pensionierung eingestellt. Dann wurde ich nochmals kontaktiert und habe mir das Angebot gut überlegt. Die Reha-Klinik orientiert sich sehr stark an der klassischen Medizin. Nicht umsonst steht die Klinik auf der Nidwaldner Spitalliste. Das war für mich ausschlaggebend.

Trotzdem: Sie sind 67, für den Luzerner Joint-Master des Medizinstudiums verantwortlich und bei der Ärztevereinigung FMH engagiert.

Gerade hier sehe ich Vorteile. In der Reha-Klinik bilden wir Leute aus. Beim Joint-Master geht es um angehende Hausärzte – und das Institut für Weiter- und Fortbildung der FMH wie auch das Nidwaldner und Luzerner Kantonsspital bieten ein hervorragendes Netzwerk.

Also könnten Sie einen Maturanden überzeugen, den Medizin-Master in Luzern zu machen?

Ja! Ich stelle das Programm jeweils auch am Maturandeninformationstag vor.

Was ist denn konkret Ihre neue Aufgabe?

Durch die Spitalliste kommen viele Nidwaldner Patienten aus dem Spital Stans zu uns. Entsprechend wichtig ist es, Standards zu harmonisieren und Abläufe zu koordinieren. Der Patient soll nur merken, dass er in einem anderen Zimmer ist.

Was für Leiden haben die Patienten?

Zum Beispiel sind es Patienten nach einer Hüftgelenkoperation oder Onkologiepatienten, aber auch Menschen mit komplexen Krankheiten (Bauchoperation) und Blutzucker- oder Blutdruckproblemen. Im Angebot stehen auch weitere Behandlungen, die dann aber nicht über die Krankenkasse gedeckt sind. Wenn zum Beispiel eine Knochendichtemessung ohne Indikation von jungen Männer gewünscht wird, dann kann man diese auf eigene Kosten durchführen.

Die grössten Unterschiede zwischen dem Luzerner Kantonsspital (Luks) und dem Waldhotel?

Zuerst die Grösse: Im Luks habe ich mit dem Departement Innere Medizin etwa 500 Mitarbeiter geleitet; hier ist es ein kleines Team von etwa sechs Ärzten und Assistenzärzten. Dazu kommen Therapeuten und Pflegefachleute. Hier bleiben die Patienten länger, im Schnitt zwei Wochen gegenüber wenigen Tagen im Luks. Das ist für unsere Ausbildung wertvoll, weil man sich länger mit den Patienten befassen kann. Trotzdem ist die Reha-Klinik kein Kurhotel, sondern ein Spital mit dem entsprechenden Anspruch. Im Waldhotel gibt es aber auch eine Abteilung mit Kurhausbetten, wo sich Patienten erholen können.

Wie gross ist Ihr Pensum?

Ich bin zu 60 Prozent angestellt, wobei ich mir die Zeit relativ frei einteilen kann. Wichtig war und ist mir die Visite am Sonntag.

Und die Pensionierung muss warten?

Ich fühle mich topfit und bin gesund. Kommt hinzu, dass ich mein Pensum beim Joint-Master reduzieren und dem neuen Studienleiter nach und nach mehr übergeben werde. Ich habe nur noch ein Verwaltungsratsmandat; beim Elisabethenheim Luzern. Klar, ich will nicht bis 75 arbeiten. Wichtig ist mir, die Reha-Klinik weiterzubringen und anderen Spitälern Inputs zu geben.

Inwiefern?

Hier sind wir eine Klinik im Hotel; Buchungen übers Internet sind Standard. In Privatabteilungen von grossen Spitälern, wie ich sie im Luks geleitet habe, ist es umgekehrt: Hotellerie im Spital. Vielleicht gibt es hier Möglichkeiten, voneinander zu profitieren, das Buchungssystem beispielsweise auszubauen oder zu verbessern.

Hinweis

Die Luzernerin Verena Briner war von 1995 bis 2016 Chefärztin am Luzerner Kantonsspital und leitete dort das Departement Medizin. Zudem war sie Mitglied der Spitalleitung. Weitere Infos zum Waldhotel: buergenstock-waldhotel.ch.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.