BÜRON: Ein Lager für 3,1 Millionen Bücher in Büron

Öffentliche Bibliotheken aus den Kantonen Aargau, Basel-Stadt, Luzern, Solothurn und Zürich wollen Teile ihrer Bestände ab Frühling 2016 in einem gemeinsamen Aussenlager aufbewahren. Das Hochregallager soll in Büron realisiert werden.

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Blick in das temporäre Aussenlager der ZHB im ehemaligen Ackermann-Gebäude in Entlebuch. (Bild: Archiv Maria Schmid / Neue LZ)

Blick in das temporäre Aussenlager der ZHB im ehemaligen Ackermann-Gebäude in Entlebuch. (Bild: Archiv Maria Schmid / Neue LZ)

Wie der Kanton Luzern am Montag mitteilte, wird das Lager anfänglich für 3,1 Millionen Bücher konzipiert, mit einer Option auf eine Erweiterung auf bis zu 14 Millionen Bücher. Um das Gebäude zu realisieren, sollen die beteiligten Kantone eine AG gründen.

Das Grundstück in Büron ist über 18'000 Quadratmeter gross und gehört dem Kanton. Der Bau des Aussenlagers soll rund 29 Millionen Franken kosten.

Betrieben werden soll das Lager von einem Verein, der von den angeschlossenen Institutionen getragen wird. Es handelt sich neben der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern (ZHB) um die Aargauer Kantonsbibliothek (AKB), die Öffentliche Bibliothek der Universität Basel (UB BS), die Zentralbibliothek Solothurn (ZB SO), die Bibliotheken der Universität Zürich (UZH) sowie die Zentralbibliothek Zürich (ZB).

Akuter Platzmangel

Das Konzept haben die beteiligten Bibliotheken seit 2009 ausgearbeitet. Hintergrund ist, dass in den Bibliotheken akuter Platzmangel herrscht. Die ZHB Luzern betreibt schon heute diverse Aussenlager.

Der Regierungsrat geht davon aus, dass rund drei Viertel des heute eine Million Bände umfassenden ZHB-Bestandes in Büron gelagert werden. Obwohl immer mehr digital publiziert wird, dürfte die ZHB 2020 gegen 1,5 Millionen Bände besitzen. Das Aussenlager dürfte die ZHB jährlich 2,48 Millionen Franken kosten.

Mit einem gemeinsamen Aussenlager könnten beim Betrieb Synergien genutzt werden, teilte der Luzerner Regierungsrat mit. Zudem könnten Bestände zusammengelegt und doppelte Exemplare abgebaut werden. Es sei davon auszugehen, dass rund 30 Prozent des älteren Zeitschriftenbestandes mehrfach vorhanden sei.

Der Luzerner Regierungsrat geht davon aus, dass die bestellten Bände innerhalb von 24 Stunden geliefert werden können. Versandt werden sollen die Bücher per Post oder durch den interbibliothekarischen Kurier. Die ZHB will einen eigenen Kurierdienst einrichten, der zwei Mal täglich unterwegs ist.

Der Luzerner Regierungsrat betont, dass das Aussenlager für die ZHB unabhängig von den aktuellen Diskussionen über das ZHB-Gebäude beim Vögeligärtli in Luzern nötig ist. Das grosse Aussenlager in Entlebuch könne nur als kurzfristiges Provisorium genutzt werden.

Volksabstimmung im November

Die jährlichen Kosten des Aussenlagers wird sich für Luzern in den nächsten zehn Jahren auf 24,8 Millionen Franken belaufen. Dazu wird sich der Kanton mit 4 Millionen Franken am Aktienkapital der Firma beteiligen, die das Lager baut. Das Vorhaben muss deshalb zwingend den Stimmberechtigten zur Genehmigung vorgelegt werden.

Der Regierungsrat geht davon aus, dass der Kantonsrat das Geschäft im Juni und September behandeln wird. Die Volksabstimmung soll im November 2013 stattfinden. Gleichzeitig würden auch die Partner über ihre Beteiligung entscheiden, schreibt die Luzerner Exekutive.

Die Aktiengesellschaft für das Gebäude und der Verein für den Betrieb sollen diesen Sommer gegründet werden. Die Bauarbeiten sollen Anfang 2014 beginnen, der Normalbetrieb des Aussenlagers soll im Frühling 2016 aufgenommen werden. (sda)