BUNDESGERICHT: Raser muss das Land verlassen

Ein Kosovare wird wegen massiver Verkehrsdelikte ausgewiesen, obschon er als Kleinkind einwanderte.

Urs-Peter Inderbitzin
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Der Kosovare fuhr unter anderem mit dem Auto ausserorts 47 Kilometer pro Stunde zu schnell. (Bild: Philipp Schmidli)

Der Kosovare fuhr unter anderem mit dem Auto ausserorts 47 Kilometer pro Stunde zu schnell. (Bild: Philipp Schmidli)

Der im Jahre 1987 geborene Mann aus dem Kosovo war im Alter von 10 Monaten im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz gekommen. Er besuchte hier die Schulen und war nur gelegentlich in den Ferien in seinem Heimatland. Im Oktober 2007 wurde der Mann vom Amtstatthalteramt Hochdorf wegen eines Tempoexzesses – der Kosovare fuhr mit dem Auto ausserorts 47 Kilometer pro Stunde zu schnell – zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 80 Franken sowie zu einer Busse von 800 Franken bestraft. Bereits zwei Jahre später stand der Kosovare wieder vor dem Richter. Er hatte sich massive Tempoüberschreitungen und andere Delikte zu Schulden kommen lassen. Unter anderem war er mit Tempo 200 innerorts erwischt worden.

Öffentliches Interesse überwiegt

Das Bundesgericht räumt in seinem Urteil ein, dass die Wegweisung den Kosovaren schwer trifft, da er im Alter von 10 Monaten in die Schweiz gekommen und hier aufgewachsen ist. Dennoch überwiegt laut Bundesgericht das öffentliche Interesse an der Fernhaltung die privaten Interessen des Kosovaren, im Land zu bleiben. Angesichts der ungewöhnlichen Rücksichtslosigkeit spiele die Tatsache, dass sich der Kosovare inzwischen offenbar einwandfrei verhält, nur eine untergeordnete Rolle.

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