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BUNDESPLATZ: Hier wird aus einem WC-Häuschen eine Kaffeebar

Lange lag das Projekt in der Schublade. Nun wird es konkret: Aus dem ehemaligen WC-Häuschen wird nun eine Beiz – weil die EWL den Weg frei macht.
Guy Studer
In diesem WC-Häuschen mitten auf dem Bundesplatz plant der Luzerner Architekt Iwan Bühler eine kleine Bar. (Bild Philipp Schmidli)

In diesem WC-Häuschen mitten auf dem Bundesplatz plant der Luzerner Architekt Iwan Bühler eine kleine Bar. (Bild Philipp Schmidli)

Guy Studer

Schnell auf dem Heimweg von der Arbeit auf einen Espresso oder ein Feierabendbier vorbeischauen. Dies in einer Kaffeebar an zentraler Lage mitten auf einer grossen Kreuzung. Ein Gedanke, der an Grossstadtleben erinnert, dürfte auch in Luzern Realität werden. Das Häuschen auf dem Bundesplatz, in dem bis heute eine WC-Anlage untergebracht ist und der Stadt gehört, soll entsprechend umfunktioniert werden. Eine Gruppe um den Luzerner Architekten Iwan Bühler verfolgt diese Pläne, wie er auf Anfrage bestätigt. «In rund zwei Jahren dürfte es so weit sein, dass wir die Bar eröffnen können.»

Trafostation wird verlegt

Bereits 2012 war die Idee ein erstes Mal bekannt geworden. Dies, als der Stadtrat ankündigte, die Toilettenanlage auf dem Bundesplatz im Rahmen des WC-Masterplans schliessen zu wollen. Damals hatte der Stadtrat bereits die Absichten unterstützt und verlauten lassen, eine Kaffeebar sei «bewilligungsfähig» und «aus städtebaulicher Sicht sinnvoll» (unsere Zeitung berichtete). Piece de resistance war bisher aber eine Trafostation von Energie Wasser Luzern (EWL), welche im Häuschen untergebracht ist und zuerst verlegt werden müsste. Nun aber zeichnet sich eine Lösung ab, wie Iwan Bühler sagt: «Die Trafostation soll unter die Erde verlegt werden, und zwar so nah wie möglich beim Häuschen. So müssen nicht allzu viele Leitungen umgelegt oder verlängert werden.» EWL-Sprecherin Nicole Reisinger bestätigt auf Anfrage: «Wir stehen dem Projekt nicht im Weg und erarbeiten nun eine Aussenlösung für die Trafostation.»

Auch der Luzerner Stadtarchitekt Jürg Rehsteiner bestätigt das Wohlwollen der Stadt: «Eine Aufwertung des heutigen Servicegebäudes auf dem Bundesplatz wäre nach wie vor wünschenswert. Letzte Woche hat uns Iwan Bühler informiert, dass nach Angaben von EWL offenbar die wichtigste Voraussetzung für die weitere Planung erfüllt werden kann.» Ein Materialdepot des städtischen Strasseninspektorats wird gemäss Bühler ebenfalls umplatziert und stellt somit keine weitere Hürde mehr dar.

Sitzplätze unter den Linden

Damit kann es jetzt an die konkrete Planung der Kaffeebar gehen. «Ich habe das soeben mit einem Mitarbeiter besprochen, und wir haben beschlossen, dass wir das Projekt nun definitiv ausarbeiten», sagt Bühler. «In diesem Jahr möchten wir noch die Baueingabe machen.» Das Häuschen bietet gemäss dem Architekten rund 70 Quadratmeter Bruttofläche. Ein WC wird die Bar natürlich ebenfalls haben, «das wird dann aber zum Café gehören». Zwar sei es nicht so, dass sonst niemand das WC benützen dürfe, «aber es soll ein Café mit WC sein und nicht umgekehrt».

Auf jeden Fall will Bühler auch Tische im Freien aufstellen können. «Es ist ein schöner Platz unter den Linden, den möchten wir nutzen.» Ob das möglich sei, müsse aber noch abgeklärt werden. Bühler hat sogar bereits einen Namen für seine Bar: «Höchstwahrscheinlich wird sie Café Fédéral heissen.» Schliesslich gehöre ein Lokal mit diesem Namen in jede Schweizer Stadt, «und am Bundesplatz liegt dieser Name auf der Hand».

Für Iwan Bühler ist das Kaffeehaus eine Herzensangelegenheit: «Es ist vor allem ein Projekt, das mir Freude macht, und es soll einen Beitrag leisten an das kulturelle Leben in der Stadt.»

Denkmalpflege redet mit

Rehsteiner skizziert das weitere Vorgehen: «Wenn eine konkrete Lösung für die Trafostation gefunden werden kann, muss zwischen der Stadt und den Initianten ein Baurechtsvertrag ausgearbeitet und eine Baubewilligung und ein Konzessionsgesuch für die Benutzung von öffentlichem Grund eingereicht werden.» Ein Wort mitreden wird auch die kantonale Denkmalpflege. «Das Gebäude ist im Bauinventar als schützenswert eingestuft, weshalb die Denkmalpflege das Projekt begleiten wird», sagt Rehsteiner.

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