BUNDESPLATZ: Neuer Anlauf für Überbauung

Das Hochhaus-Projekt kommt endlich voran: Ein Architekturwett- bewerb läuft. Doch es gibt noch viele Stolpersteine.

Sandra Monika Ziegler
Drucken
Teilen
Der Kiesplatz neben der Langensandbrücke dient seit Jahren als Parkplatz. (Archivbild Manuela Koch-Jans)

Der Kiesplatz neben der Langensandbrücke dient seit Jahren als Parkplatz. (Archivbild Manuela Koch-Jans)

Sandra Monika Ziegler

Seit vielen Jahrzehnten liegt ein Areal zwischen Bundesplatz und Langensandbrücke brach. Anfang Juni 2014 hat der Regierungsrat des Kantons Luzern die Bau- und Zonenordnung (BZO) genehmigt. Damit gilt das Areal offiziell als einer der Hochhausstandorte in der Stadt Luzern. Die maximale Bauhöhe beträgt dort 35 Meter.

Doch bisher scheiterten sämtliche Versuche, das Areal zu überbauen – der Kiesplatz wird bis heute als Autoparkplatz benutzt. Seit 2014 gehört das Grundstück der Immobilienfirma HRS Investment AG und der Schweizerischen Mobiliar Asset Management AG.

Erneut Architekturwettbewerb

Wie Recherchen unserer Zeitung ergaben, wollen die Eigentümer jetzt offenbar vorwärtsmachen mit der Überbauung. Wie die Pläne aussehen, wird aber nicht näher kommuniziert. Die HRS-Medienstelle bestätigt allerdings auf Anfrage: «Der Architekturwettbewerb Bundesplatz Luzern ist noch im Gange. Somit steht noch kein Siegerprojekt fest. Da es sich um ein laufendes Wettbewerbsverfahren handelt, erteilen wir keine weiteren Auskünfte.»

Aussergerichtliche Einigung

Es bleibt also weiterhin unklar, was am Bundesplatz genau gebaut wird. Weil noch kein Sieger feststeht, gibt es keine konkreten Pläne und damit kein Baugesuch. Klar ist in der Causa Bundesplatz einzig, dass die vorherigen Grundstückbesitzer und ein Architektenbüro letzte Woche einen Gerichtstermin hatten. Doch zur Gerichtsverhandlung kam es nicht. Denn die beiden Parteien konnten sich aussergerichtlich einigen.

Dabei ging es um das Vorgängerprojekt auf der brachliegenden Parzelle. Das Architektenbüro hatte dazu ein Projekt ausgearbeitet. Geplant war ein Immobilienkompetenzzentrum mit Büros, hochwertigen Miet- und Eigentumswohnungen und einer grossen Anzahl öffentlicher Parkplätze. Das Projekt sah einen dreieckigen Gebäudekomplex mit sechs Stockwerken vor. Doch das Vorhaben wurde nie realisiert.

Nun richtete das Architekturbüro Forderungen in der Höhe von 89 000 Franken plus Zinsen an die ehemalige Grundstückbesitzerin, eine Luzerner Immobilienfirma. Diese hat die Fortsetzung der Betreibung mit der Aberkennungsklage abgewendet.

Stadtbild-Initiative ist noch hängig

Unsicher ist auch, ob auf dem Areal überhaupt ein Hochhaus gebaut werden darf. Denn noch immer ist die Stadtbild-Initiative hängig, welche Hochhäuser am Bundesplatz, Steghof und Pilatusplatz verhindern will. Der Stadtrat wollte die Initiative für ungültig erklären, doch der Entscheid wurde am Kantonsgericht angefochten. Das Luzerner Kantonsgericht hat die Beschwerde gegen die Hochhauszone am Bundesplatz in zweiter Instanz abgewiesen. Der Verein wollte das Urteil ans Bundesgericht weiterziehen.

Vom Verein Stadtbild Luzern war in den letzten Tagen niemand weder schriftlich noch mündlich für eine Stellungnahme erreichbar.