BUNDESPLATZ: Velofahrer sorgen sich um Sicherheit

Die Stadt will den Bundesplatz umbauen, damit der Verkehr flüssiger wird. Doch eine Einsprache verzögert das Projekt.

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Die Situation rund um den Bundesplatz in der Stadt Luzern. (Bild: Grafik: mop/jn)

Die Situation rund um den Bundesplatz in der Stadt Luzern. (Bild: Grafik: mop/jn)

Christian Glaus

Die Pläne liegen eigentlich schon lange bereit. Im Februar dieses Jahres berichtete unsere Zeitung, die Stadt Luzern wolle den Bundesplatz im Mai umgestalten (Ausgabe vom 3. Februar). Doch die Ausarbeitung des Projekts dauerte länger als von der Stadt angekündigt. Am 11. Juni teilte sie mit, der Bundesplatz solle im Herbst umgestaltet werden. Nun ist klar: Auch daraus wird nichts. Die Organisation Pro Velo Luzern hat eine Einsprache gegen das Vorhaben eingereicht.

Baustart wohl 2016

Im September findet die erste Einspracheverhandlung statt, wie Pro Velo und die Stadt Luzern gegenüber unserer Zeitung bestätigen. «Kommt es zu einer gütlichen Einigung, werden die Bauarbeiten vermutlich zu Beginn des nächsten Jahres starten», sagt Roland Koch, Verkehrsexperte der Stadt Luzern. Falls Pro Velo die Einsprache bis vor Gericht weiterzieht, könnte sich der Baustart laut Koch bis im Sommer 2016 verzögern.

Die Stadt Luzern hat den Bundesplatz vor ziemlich genau einem Jahr umgestaltet. Ziel war es, die Sicherheit für Fussgänger zu verbessern. Doch seither ärgern sich Autofahrer grün und blau. Dies vor allem, weil die Ausfahrt in die Bundesstrasse nur noch einspurig ist und der Verkehr dadurch weniger gut fliesst. Mit der erneuten Umgestaltung soll unter anderem dies wieder rückgängig gemacht werden (siehe Grafik).

Dass nun ausgerechnet Pro Velo Einsprache macht, überrascht, schrieb doch die Stadt in der erwähnten Medienmitteilung vom 11. Juni: «Zudem soll die Verkehrssicherheit für Velofahrende erhöht werden.» Doch bei Pro Velo ist man anderer Meinung. Die Situation werde verschlechtert, sagt Nico van der Heiden, Co-Präsident von Pro Velo Luzern und SP-Fraktionschef im Stadtparlament: «Unsere Einsprache richtet sich gegen die doppelspurige Ausfahrt vom Bundesplatz in die Bundesstrasse. Diese stellt eine massive Verschlechterung der Verkehrssicherheit für Velofahrer dar.» Mit der heutigen einspurigen Ausfahrt inklusive Velostreifens sei klar, wer auf welcher Spur fährt, und gefährliche Spurwechsel von Autos gebe es nicht mehr.

«Braucht keine Doppelspur»

«Wir sehen nicht ein, weshalb es in diesem Bereich eine Doppelspur braucht», sagt van der Heiden. «Die einspurige Ausfahrt in die Bundesstrasse funktioniert problemlos.» Unterstützung erhält Pro Velo vom Verkehrs-Club (VCS) Sektion Luzern. Das Anliegen sei gerechtfertigt, sagt VCS-Geschäftsleiterin Mo­nique Frey auf Anfrage. Sie befürchtet zudem, dass die Autos bei der Ausfahrt in die Bundesstrasse wieder schneller fahren, wenn diese zweispurig ist. Trotzdem hat der VCS auf eine Einsprache verzichtet.

TCS ärgert sich

Bei der Stadt Luzern und beim Touring Club (TCS) Sektion Waldstätte betont man die Wichtigkeit der geplanten Umgestaltung. Die einspurige Ausfahrt sei der Flaschenhals des zweispurigen Kreisels. Zudem haben laut TCS-Geschäftsführer Alex Mathis viele Autofahrer Mühe, richtig einzuspuren, was oft zu gefährlichen Situationen führe. «Dieser Verkehrsfluss muss verbessert werden», so Mathis. Für die Einsprache der Velofahrer hat er «kein Verständnis. Die Bedürfnisse der Velofahrer wurden schon stark berücksichtigt». So gebe es neue Velospuren und einen Velokorridor zwischen Winkelried- und Neustadtstrasse.

Wann die erneute Umgestaltung des Bundesplatzes in Angriff genommen werden kann, hängt nun von den Einspracheverhandlungen zwischen der Stadt Luzern und Pro Velo ab. «Wenn die Stadt plausibel darlegt, dass die Sicherheit für Velofahrer tatsächlich erhöht wird, wird Pro Velo die Einsprache zurückziehen», sagt Nico van der Heiden.

Bei der Stadt Luzern bedauert man, dass es beim Verkehrsprojekt zu weiteren Verzögerungen kommt, wie Verkehrsexperte Roland Koch sagt. «Aus Sicht der Stadt und des Kantons ist klar, dass der Verkehrsfluss verbessert werden muss, sonst hätten wir das Projekt nicht ausgearbeitet.»