Bus-Chaos im Rontal: Luzerner Kantonsrat nimmt Verkehrsverbund in die Pflicht

Trotz Sofortmassnahmen im Rontal gerät der Verkehrsverbund Luzern unter Beschuss. Der Regierungsrat soll sich beim Verbund für eine dauerhafte Lösung einsetzen.

Alexander von Däniken
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Die Verlängerung der Buslinie 1 bis zur Mall of Switzerland und das gleichzeitige Umleiten der Linien 22 und 23 stiess bei vielen Buchrainer auf Unverständnis.

Die Verlängerung der Buslinie 1 bis zur Mall of Switzerland und das gleichzeitige Umleiten der Linien 22 und 23 stiess bei vielen Buchrainer auf Unverständnis. 

Jakob Ineichen (22. Januar 2020)

Die Beschwerden aus Buchrain waren heftig und stetig: Seit dem letzten Fahrplanwechsel fahren die Busse der Linie 1 von der «Mall of Switzerland» in Ebikon an den Bahnhof Luzern. Direktverbindungen von Buchrain aus gibt es keine mehr. Das bedeutet für die Passagiere umständliches Umsteigen. Der Verkehrsverbund Luzern (VVL) hat nun reagiert: Ab dem 2. März soll es mit der Linie 22 wieder Direktverbindungen von Buchrain zum Bahnhof Luzern geben. Aber nur zu den Hauptverkehrszeiten; nämlich von Montag bis Freitag zwischen 6.30 und 8 Uhr und zwischen 16 und 19 Uhr (wir berichteten).

Unabhängig davon war das Bus-Chaos am Dienstagvormittag auch im Luzerner Kantonsrat ein Thema: Marianne Wimmer-Lötscher (SP, Ebikon) forderte – notabene noch vor der Ankündigung des VVL – mit einem Postulat den Regierungsrat auf, dafür zu sorgen, dass die Buslinien 22 und 23 wieder an den Bahnhof Luzern fahren. Die Stellungnahme der Regierung entsprach inhaltlich der Ankündigung des VVL. Entsprechend wurde die teilweise Erheblicherklärung empfohlen: Nur die Buslinie 22 soll nach Luzern fahren. Eine weitere Linie würde die verlängerte Linie 1 zu stark konkurrenzieren.

Postulat teilweise erheblich erklärt

Formal war die Debatte unspektakulär: Das Postulat wurde teilweise erheblich erklärt. Diskutiert wurde zudem eine Anfrage von FDP-Kantonsrat Stephan Betschen, der auch Gemeinderat von Buchrain ist.

Inhaltlich gingen die Wogen aber hoch. «Es gab von Anfang an Probleme», sagte Daniel Gasser, CVP-Kantonsrat und Gemeindepräsident von Ebikon: «Das Umsteigen vom 1er-Bus auf den 22er ist mühsam, die Busse sind überfüllt und die Bahnverbindung Richtung Zug ist mangelhaft.» Dennoch sei der Hub in Ebikon langfristig richtig.

Monique Frey, Emmer Fraktionschefin der Grünen, war anderer Meinung: «Wir haben immer gewarnt, dass es nicht funktionieren wird.» Es brauche bei der Bahn einen 15-Minuten-Takt und auf der Strasse genügend Kapazitäten für Busse. Marlis Krummenacher (CVP, Root), fügte an: «Das ist ein unhaltbarer Zustand.» Laut Stephan Betschen wurden die «Erwartungen nicht erfüllt».

Baudirektor Fabian Peter (FDP) konnte den Unmut verstehen – und verhehlte auch seinen eigenen nicht: «Besonders die Kommunikation war nicht immer gut, es gab Pannen zwischen mehreren involvierten Partnern. Ich hoffe, dass auf den kommenden Fahrplanwechsel weitere Verbesserungen kommen werden.» Der Regierungsrat gab aber auch zu Bedenken, dass wegen Einsprachen nicht nur der Bushub Ebikon verzögert wird, sondern auch das Provisorium: «Nun haben wir ein Superprovisorium, das logischerweise nicht allen Ansprüchen genügen kann.»

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