Bus-Chauffeure schlagen Alarm

Der tägliche Stau auf den Luzerner Strassen führt bei Chauffeuren der VBL zu Burnouts. Jetzt reagiert der Personalverband.

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Ein Chauffeur der VBL unterwegs zwischen Maihof und dem Schlossberg. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Ein Chauffeur der VBL unterwegs zwischen Maihof und dem Schlossberg. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Die öffentlichen Linienbusse der Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) stecken in der Stadt Luzern oftmals im Stau. Das Phänomen ist bekannt. Doch jetzt schlagen die Chauffeure der VBL Alarm. Der Personalverband der städtischen Verkehrsbetriebe spricht in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung davon, dass sich die Burnouts von Chauffeuren, aber auch die Unfallzahlen häufen würden. Grund dafür seien die schlechten Arbeitsbedingungen, denen die Chauffeure bei der VBL ausgesetzt seien. «Der Druck auf die Chauffeure nimmt ständig zu», sagt Hanns Ruchti, der Präsident des Personalverbandes, dem rund 120 der 430 Angestellten der VBL angeschlossen sind.

Stürze wegen aggressiven Fahrten

Wenn es um die Unfälle geht, denkt Ruchti nicht in erster Linie an Kollisionen von Bussen mit anderen Fahrzeugen. Sondern vor allem auch an Unfälle, die sich im Innern des Busses abspielen. Er nennt ein Beispiel aus dem Würzenbach-Quartier. Dort ist im Bus eine Frau gestürzt, weil der Chauffeur aggressiv und entsprechend abrupt gefahren sei. «Die Frau musste sogar ins Spital eingewiesen werden», sagt Ruchti. Der Hintergrund für die rüde Fahrweise des Chauffeurs sei für ihn klar: Von der VBL werde mit allen Mitteln verlangt, dass die Busfahrer den Fahrplan einhalten würden. Das gehe so weit, dass für Verfehlungen sogar Einträge in der Personalakte vorgenommen würden, was Bonuszahlungen und Aufstiegschancen im Unternehmen untergraben würden.

Das stimme so nicht, sagt Beat Nater, der Betriebsleiter der VBL, auf Anfrage unserer Zeitung. «Es ist für jeden augenfällig: Wenn die Busse im Stau stecken, hat der Chauffeur keine Ausweichmöglichkeiten. Also kann er dafür auch nicht haftbar gemacht werden», sagt Nater. Im Gegenteil: Die VBL versuche alles, um den Chauffeuren bestmögliche Arbeitsbedingungen anzubieten. Das gehe sogar so weit, dass die Chauffeure ihre Dienstschichten grösstenteils selbst auswählen könnten.

Christian Bertschi

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