BUS: Ein Quartier sucht Anschluss

Weder die Waldstrasse, die Eichenstrasse noch die Heiterweid in Reussbühl sind mit dem ÖV erschlossen. Die SVP will dies ändern. Sie rennt beim Verkehrsverbund offene Türen ein.

Sandra Monika Ziegler
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SVP-Grossstadtrat Joseph Schärli in einem steilen Stück der Heiterweid, wo er sich eine Buslinie wünscht. (Bild Roger Grütter)

SVP-Grossstadtrat Joseph Schärli in einem steilen Stück der Heiterweid, wo er sich eine Buslinie wünscht. (Bild Roger Grütter)

Die Busverbindung in den Luzerner Stadtteil Reussbühl ist verglichen mit anderen Quartieren eher dürftig. Bereits im Juni 2015 machten der Quartierverein und die Abendgesellschaft Reussbühl in einem offenen Brief auf diesen Missstand aufmerksam.

Braucht es neue Linien?

Mit der Bauerei am Seetalplatz hat sich die Situation noch zusätzlich verschärft. Denn während der Bauzeit sind die Bushaltestellen Schiff und Zollhaus der Linie 2 (Emmenbrücke Sprengi–Luzern Bahnhof) aufgehoben. Sie werden erst wieder im kommenden Dezember in Betrieb genommen. Das ist auch der Grund, warum die Linie 2 während dieser Zeit entlang der Bahnlinie geführt wird und somit den Stadtteil Reussbühl umfährt. Das bringt die SVP auf den Plan. Die Fraktion hat im Stadtparlament ein Postulat eingereicht und will damit eine Verbesserung der ÖV-Anbindung erreichen. Die Stadt soll sich für bessere Busverbindungen in Reussbühl einsetzen. Ob dies mit neuen Linien oder der Verlängerung von bestehenden Linien erreicht werden soll, lässt die SVP offen.

Für neue Linienführungen oder auch Verlängerungen bestehender Routen ist der Verkehrsverbund Luzern (VVL) zuständig. Er bestellt das Angebot des öffentlichen Verkehrs bei den Transportunternehmen.

Erste Testfahrten bereits gemacht

Auf Anfrage sagt VVL-Sprecher Christoph Zurflüh: «Wir sind am Prüfen, ob mit dem kommenden Fahrplanwechsel eine Anpassung vorgenommen werden kann.» Konkret gehe es darum, dass eine Linie der Auto AG Rothenburg, die am Seetalplatz ende, weitergeführt werde, so Zurflüh. Das könnte die Linie Ikea–Seetalplatz sein. Diese könnte dann vom Seetalplatz her weiter ins Gebiet Wald- und Eichenstrasse geführt werden. «Erste Testfahrten haben wir bereits gemacht. Dabei stellte sich heraus, dass es vom technischen Standpunkt her machbar wäre.» Doch Zurflüh betont: «Die grösste Herausforderung wird die Finanzierbarkeit sein.»

Eine alte Geschichte

SVP-Grossstadtrat Joseph Schärli, der zusammen mit Peter With den Vorstoss lanciert hat, ist ein Direktbetroffener. Er setzt sich immer wieder für den Stadtteil Littau ein, der seiner Meinung nach politisch wie ein Aussenquartier behandelt wird. Er hat sich bereits in früheren Jahren mit der Anbindung an den öffentlichen Verkehr befasst. «Schon als ich Gemeindeammann in Littau war, habe ich mich dafür eingesetzt. Doch wir stiessen auf taube Ohren», sagt Schärli. Damals habe er einen Kleinbus versuchsweise lanciert, doch dieser wurde nicht rege benutzt. Heute nun sei alles anders. Das Quartier habe sich in den letzten Jahren stark entwickelt. «Hier wohnen immer mehr Menschen», so Schärli. Nebst Neubauten gebe es auch noch kleinere, günstigere Wohnungen, die meist von älteren Menschen bewohnt seien.

Und für diese Menschen sei das Nach-Hause-Schleppen der Einkäufe geradezu ein Kraftakt, zumal die Strasse eine gewisse Steigung aufweise. «Hat es im Winter Schnee, bleiben die Älteren gleich ganz zu Hause, weil es für sie einfach zu gefährlich ist.»