Bus fährt weiter ins Sidhalde-Quartier in Kriens – aber nicht mehr in die Kuonimatt

Nach Widerstand aus der Bevölkerung und des Krienser Stadtrats verzichtet der Verkehrsverbund Luzern auf die Streichung der Busverbindung in die Sidhalde. Bei der Kuonimatt hält er jedoch an seinen Plänen fest.

Stefan Dähler
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Gibt es nur noch bis Dezember 2021 zu sehen: ein 16er-Bus im Kuonimatt-Quartier.

Gibt es nur noch bis Dezember 2021 zu sehen: ein 16er-Bus im Kuonimatt-Quartier.

Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 17. Januar 2020)

Der Krienser Schattenberg bleibt mit dem Bus erreichbar. Das teilen der Verkehrsverbund Luzern (VVL) und die Stadt Kriens mit. Ursprünglich hatte der VVL im Rahmen des Konzepts «Agglo Mobil 4» beabsichtigt, die Busverbindung zur Sidhalde wegen der geringen Nachfrage ab Dezember 2021 zu streichen (wir berichteten).

Nachdem sich im Rahmen der Mitwirkung zu «Agglo Mobil 4» Anwohner mit einer von über 1000 Personen unterschriebenen Petition und auch der Krienser Stadtrat gegen diese Absicht gewehrt haben, ändert der VVL seine Pläne. Das Quartier soll künftig mit der Linie 16 statt 15 erschlossen werden. Diese fährt dann ab Kriens abwechselnd via Pilatusbahnen und Sidhalde in Richtung Horw (siehe Grafik unten). Der VVL begründet seinen Entscheid mit der Hanglage des Quartiers und damit, dass die nächsten ÖV-Anschlüsse zu weit entfernt sind.

Ebendiese Buslinie 16 fährt ab Dezember 2021 aber nicht mehr durch das Kuonimatt-Quartier, sondern über die Ringstrasse. An dieser Änderung hält der VVL fest, obwohl es auch hier Widerstand in Form einer Petition mit über 800 Unterschriften gab. Die Aufhebung der Haltestellen Rosenstrasse, Kuonimatt und Dattenmatt habe der Verbundrat intensiv diskutiert, sagt VVL-Sprecher Romeo Degiacomi. Er führt aus:

«Ausschlaggebend war letztendlich die tiefe Nachfrage, die flache Topografie des Quartiers und dass weitere ÖV-Haltestellen sich innerhalb der Gehdistanz von 300 Metern befinden.»

Gemeint ist der Knoten Mattenhof, zudem ist beim Brändi an der Horwerstrasse eine neue Bushaltestelle als Kompensation geplant. Bei den drei von der Aufhebung betroffenen Bushaltestellen seien durchschnittlich 50 Personen pro Tag eingestiegen.

Ralph Ummel, Präsident des Quartiervereins Kuonimatt, bedauert den Entscheid des VVL. «Vor allem für ältere Personen und Schulkinder ist das keine gute Nachricht.» Die geplante Linienführung des 16ers über die Ringstrasse ergibt aus seiner Sicht wenig Sinn. «Dort ist die Staugefahr grösser, ausserdem verkehren darauf bereits Busse, obwohl dort niemand wohnt.»

Stadtrat bedauert Entscheid, akzeptiert ihn jedoch

Der Krienser Stadtrat hat sich für die Beibehaltung der bisherigen Linienführung durch die Kuonimatt eingesetzt, wie er schreibt. Er bedauert den Entscheid, akzeptiert ihn jedoch. Man werde nun die «bestmögliche Lösung für die neue Haltestelle Kuonimatt beim Brändi suchen, damit die Fusswege aus dem Quartier zur nächsten Haltestelle akzeptabel bleiben», so Bauvorsteher Matthias Senn (FDP). So soll es dort Veloabstellplätze geben. Der Stadtrat fordert zudem, dass der VVL ein Rufbus-Angebot prüft; der Telebus sei nicht in der Lage, das Gebiet tagsüber auch abzudecken. «Ein Rufbus war bisher kein Thema», sagt Degiacomi dazu. «Aber wir werden das Anliegen zusammen mit der Stadt Kriens nun prüfen.»

Auf rechtlichem Weg ist der Entscheid des VVL-Verbundrats nicht anfechtbar. Es bleibt die Möglichkeit, mit politischen Vorstössen via Wohngemeinde Einfluss zu nehmen. Der Krienser SP-Einwohnerrat und Kuonimatt-Bewohner Cla Büchi hat bereits eine Interpellation zum Thema eingereicht. Ein weiterer Vorstoss sei möglich, sagt er auf Anfrage. «Wünschenswert wäre nun, das Wegnetz zur Ringstrasse attraktiver und sicherer zu gestalten.»

Weitere Änderungen kommen gut an

Die sonstigen Änderungen in «Agglo Mobil 4» würden dagegen grossmehrheitlich begrüsst, schreibt der VVL. So soll die Linie 16 tagsüber statt im 30- im 15-Minutentakt verkehren. Weiter ist vorgesehen, den 11er und 15er zusammenzulegen. Neu würde diese Linie vom Bahnhof Luzern via Eichhof-Dattenberg-Gabeldingen-Feldmühle ins Krienser Zentrum führen. Noch nicht fest steht, ob mit den umgestalteten Linien 16 und 15 die Krienser Aussenquartiere abends wieder erschlossen werden sollen. «In ‹Agglo Mobil 4› wird die Einführung eines Abendangebots auf den Krienser Quartierbuslinien empfohlen. Wie das Angebot konkret aussehen wird und auf wann es eingeführt wird, ist noch offen», sagt VVL-Sprecher Degiacomi. Konkrete Aussagen seien erst bei der Fahrplanvernehmlassung in rund einem Jahr möglich.

Noch unklar ist auch die genaue Linienführung des 16ers und des 15ers im Krienser Zentrum. «Zum Umsteigen wäre ideal, dass beide an die Busschleife fahren», sagt Degiacomi. Allenfalls gebe es auch eine Verknüpfung beim Zentrum Pilatus. Weiter geklärt werden müsse die Frage, wo der Bus künftig zwischen Datten- und Sonnenberg durchfahren soll, sagt Bauvorsteher Senn.

Frühestens ab Ende 2021 soll zudem die Linie 4 von der Hubelmatt via Zihlmattweg zur Allmend verlängert werden. Ab 2024 ist eine weitere Verlängerung des 4ers an den Mattenhof geplant. Dann ist weiter die Einführung der Linie 3 Littau-Würzenbach und die Zusammenlegung der Linien 8 und 19 zwischen Hirtenhof und Friedental/Emmenbrücke vorgesehen.

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