BUSLINIE 1: Center-Planer wollen schnellen Ausbau

Die Verlängerung der VBL-Linie 1 wurde aus Spargründen hinausgeschoben. Den Planern der Mall of Switzerland passt das nicht. Sie sind sogar bereit, sich am Projekt zu beteiligen.

Simon Bordier
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Die Linie 1 der VBL soll bis nach Ebikon zur Mall of Switzerland fahren. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Die Linie 1 der VBL soll bis nach Ebikon zur Mall of Switzerland fahren. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Simon Bordier

Die VBL-Linie 1 soll bis nach Ebikon verlängert werden. Ursprünglich war geplant, die meistbefahrene Buslinie der Agglomeration Luzern ab 2018 von der Endstation Maihof bis zum Bahnhof Ebikon zu verlängern und dort einen Bushub einzurichten. Kostenpunkt: 9 Millionen Franken. Das Projekt wurde jedoch im Zuge des Sparpakets des Kantons Luzern im vergangenen Jahr zurückgestellt.

Tausende zusätzliche Besucher

Das ist allerdings gar nicht im Sinne der Planer der Mall of Switzerland. 2017 wird das neue Einkaufszentrum in Ebikon eröffnet. Mit rund 140 Geschäften, eigenen Kinos und einem Fitnesszentrum wird es täglich Tausende Besucher anziehen. Die Planer der Mall of Switzerland pochen deshalb auf eine rasche Realisierung der Buslinie 1 bis Ebikon. Bernd Hofer, Geschäftsführer der Projektentwicklungsgesellschaft Freo AG, will die «Notwendigkeit einer raschen Umsetzung» aufzeigen. Unter der Leitung des Gemeindeverbands Luzern Plus führe man mit dem Kanton und den betroffenen Gemeinden Gespräche. Offenbar mit Erfolg: Der Kanton nennt nun ein konkretes Datum für die Eröffnung der verlängerten Buslinie: Ende 2019 soll sie in Betrieb gehen, bestätigt der zuständige Regierungsrat Robert Küng (FDP). Also ein Jahr später als ursprünglich geplant und zwei Jahre nach der Mall-Eröffnung.

Doch die Verlängerung bis zum Bahnhof Ebikon ist den Mall-Planern nicht genug. Sie möchten, dass ihr Shopping-Center auch vom 1er-Bus bedient wird. Dies würde eine Verlängerung der Busstrecke um rund einen Kilometer notwendig machen. Das Anliegen stösst bei der Kantonsregierung auf offene Ohren. Robert Küng meint, die Verlängerung der Linie 1 bis zur Mall of Switzerland sei «auch aus Sicht des Regierungsrates wünschenswert». Das würde jedoch zusätzliche Kosten von 4 Millionen Franken mit sich bringen.

Verhandlungen mit Kanton

Wann die Verlängerung bis zur Mall kommt, ist unklar. Der Termin Ende 2019 gilt vorerst nur für die Strecke bis zum Bahnhof Ebikon. Schneller könnte es möglicherweise gehen, wenn sich die Mall an den Kosten für die Verlängerung beteiligt. Darüber wird tatsächlich diskutiert, wie Geschäftsführer Hofer bestätigt. Genaue Beträge wollen weder er noch Robert Küng nennen.

Gemäss dem aktuellen Verkehrskonzept der Mall ist mit täglich 8150 Zu- und Wegfahrten zu rechnen, an Spitzentagen mit 11 500 Fahrten. Zusätzliche Staus, etwa auf dem schon heute notorisch überlasteten Autobahnzubringer Rontal, sollen dadurch aber keine entstehen: «Auf dem Areal haben wir eine 200 Meter lange Verkehrsschlaufe geplant, die allfällige Rückstaus bei den Zufahrten aufnehmen kann», erklärt Bernd Hofer.

Linie 22/23 soll häufiger fahren

Trotzdem habe die Mall ein grosses Interesse an einem guten ÖV-Angebot. «Wir haben bemerkt, dass die Bevölkerung der Eröffnung der Mall wegen des Mehrverkehrs nicht nur mit Begeisterung entgegenschaut.» Dem wolle man mit konkreten Massnahmen entgegenwirken. «Gemäss unseren Berechnungen liesse sich so der Anteil der Autofahrten auf rund die Hälfte reduzieren», erklärt Hofer. Statt 60 Prozent würden nur noch 30 Prozent der Mall-Besucher mit dem eigenen Auto anreisen. Als Sofortmassnahme wäre eine Erhöhung der Taktfrequenzen der Linien 22 und 23 geeignet, findet Hofer.

S-Bahn ist an der Kapazitätsgrenze

Zur Diskussion steht zudem die ­S-Bahnlinie 1, die heute halbstündlich am Bahnhof Buchrain neben der künftigen Mall hält. Würde sie häufiger fahren, könnte sie sich ähnlich positiv auswirken wie die verlängerte Buslinie, hofft Hofer: «Wir gehen davon aus, dass die Autofahrer hälftig auf die Bahn und auf die Buslinie umsteigen würden.» Doch Regierungsrat Küng sieht momentan keine Möglichkeit zur Einführung eines Viertelstundentakts bei der S-Bahn: «Erst mit dem Durchgangsbahnhof Luzern wird diese Massnahme umsetzbar.» Mit der Realisierung des Tiefbahnhofs wird allerdings nicht vor 2030 gerechnet.