Die neue Linie 30 in der Stadt Luzern ist eine Entdeckung

Es braucht noch Zeit, bis die Neuerungen den Fahrgästen präsent sind. Der erste Eindruck ist dennoch positiv.

Sandra Monika Ziegler
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An der Haltestelle Kreuzstutz in Luzern hält jetzt neu der Bus der Linie 30.

An der Haltestelle Kreuzstutz in Luzern hält jetzt neu der Bus der Linie 30.

Bild: Pius Amrein

Jetzt gibt es einen 30er Bus auf dem Netz der Luzerner Verkehrsbetriebe. Doch noch wissen nicht alle davon. Das ist das Fazit einer Rundreise mit der neuen Linie. Sie führt direkt vom Bahnhof Ebikon zum Bahnhof Littau und umgekehrt – ohne beim Bahnhof Luzern zu halten, dafür am Kantonsspital vorbei.

Für die Frau aus Ebikon ist das eine «echte Bereicherung», wie sie mir erzählt: «Ich bin auf dem Weg zum Kantonsspital und besuche dort meine Schwester. Jetzt kann ich das direkt und muss nicht umsteigen, das ist super. Und frühmorgens zur Arbeit ist es jetzt auch noch einfacher.»

Kurz das Flair einer Postautofahrt

Ein Fahrgast zwei Reihen weiter hinten ist ebenfalls voll lobender Worte: «Für mich ist das sehr gut. Ich wohne in der Bernstrasse und arbeite an der Maihofstrasse. Jetzt habe ich einen direkten Bus und muss nicht mehr über den Bahnhof. Das ist ein Riesenvorteil und ich kann sitzen bleiben.»

Die Befragten Fahrgäste auf der Strecke von Ebikon nach Littau sind sich einig, für Ebikon ist das ein Vorteil. Im letzten Abschnitt zum Bahnhof Littau wähnt man sich gar auf einer Postautofahrt und es kommt Ausflugsstimmung auf. Nicht so euphorisch ist es bei der Rückfahrt, namentlich am Kreuzstutz.

Von Ebikon oder Littau gibt es jetzt mit dem 30er, eine direkte Verbindung zum Kantonsspital.

Von Ebikon oder Littau gibt es jetzt mit dem 30er, eine direkte Verbindung zum Kantonsspital.

Pius Amrein

Dort hält der Bus zwar unter der Eisenbahnbrücke, aber die Haltestelle an der Bernstrasse wird lediglich vom 12er angefahren. Das sorgt für Unverständnis und böse Blicke bei der Durchfahrt. «Wie soll man da am Kreuzstutz überhaupt noch den Überblick behalten, es hat total 6 Kanten zum Ein- und Aussteigen», erklärt mir einer an der Kante F. Die Kanten sind die Haltestellen. Der Mann wollte den 30er ausprobieren und stand zuerst an der falschen Kante.

Nach der Skepsis kommt die Gewohnheit

Eine Frau, die sonst mit dem 18er fuhr, findet es schade, dass der nicht mehr fährt: «Der 30er fährt nicht so oft. Und wenn ich vom Bahnhof komme und zum Rosenberg muss, dann bleibt mir nur der jetzt schon überfüllte 19er oder ich fahre hier über den Kreuzstutz und muss dann umsteigen. Bei trockenem Wetter kein Problem, aber...» Es allen recht machen, ist eh ein Ding der Unmöglichkeit.

Der Buschauffeur, der gestern das erste Mal die Linie 30 fuhr, nimmt es gelassen: «Die Leute müssen sich erst noch daran gewöhnen. Das war mit dem Fünfer auch so.» Ihm sei aufgefallen, dass die Passagiere skeptisch sind: «Sie steigen einfach ein und kommen dann zu mir und sagen ich fahre falsch.» Dann erklärt er ihnen die neue Linie und gut ist. Er selber ist zufrieden mit der Linie und geniesst die Fahrt.

Mehr Busse für Stadtteil Luzern–Nord

Verlängert wurden auch die Linien 42 und 43 ab dem Emmen-Center. Diese werden von der Auto AG Rothenburg betrieben. Sie erschliessen jetzt das Quartier Waldstrasse in Ruopigen. Der eine fährt über den Sonnenplatz und das Erlenquartier, der andere über Benziwil. Bei der Endstation Waldstrasse treffe ich ein Paar an.

Sie studieren den Fahrplan und sind zufrieden: «Jetzt haben wir von morgens vor sechs Uhr bis abends um acht Uhr zwei Linien und so alle 15 Minuten einen Bus, das ist gut so, hoffentlich bleibt das.» Denn, so das Paar: «Bereits vor Jahren hatten wir einen kleinen Bus, doch der wurde wegen zu wenig Passagieren eingestellt. Mal schauen, wie lange der fährt.»

38 Haltestellen in vier Minuten: die VBL-Linie 1 im Zeitraffer: