BUSSE: VBL wollen neue Busse kaufen

Die Verkehrsbetriebe Luzern haben die Aufträge für 24 neue Busse ausgeschrieben. Auch für eine Linie, die es noch gar nicht gibt.

Drucken
Teilen
Die VBL wollen nächstes Jahr unter anderem Busse dieses Typs (Mercedes Citaro, Baujahr 2002/03) ersetzen. Das Bild entstand an der Haltestelle Weggismatt in Luzern. (Bild Dominik Weingartner)

Die VBL wollen nächstes Jahr unter anderem Busse dieses Typs (Mercedes Citaro, Baujahr 2002/03) ersetzen. Das Bild entstand an der Haltestelle Weggismatt in Luzern. (Bild Dominik Weingartner)

Christian Glaus

Die Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) planen grosse Investitionen in ihre Fahrzeugflotte. Sie haben gleich zwei Aufträge für die Lieferung neuer Busse ausgeschrieben, wie dem Kantonsblatt zu entnehmen ist. Insgesamt wollen die VBL 24 Busse bestellen:

 

  • 4 Normalautobusse mit Dieselantrieb (Option auf 25 weitere Fahrzeuge)
  • 16 Gelenkautobusse mit Dieselantrieb (Option auf 23 weitere Busse)
  • 4 Gelenktrolleybusse (Option auf 2 zusätzliche Trolleybusse)

 

Die VBL möchten sogenannte Niederflurbusse beschaffen, welche ein Einsteigen ohne Stufen ermöglichen. Sie sollen zwischen Oktober und Anfang Dezember 2016 geliefert werden. Die Dieselbusse ersetzen die bisherigen Fahrzeuge vom gleichen Typ, wie VBL-Mediensprecher Christian Bertschi auf Anfrage sagt: «Die zu ersetzenden Fahrzeuge sind 12 bis 13 Jahre alt. Sie haben teilweise über 750 000 Kilometer zurückgelegt.» Die neuen Busse werden laut Bert­schi auf allen Dieselbuslinien der VBL eingesetzt.

Trolleybusse für neue Linie 3

Bei den Gelenktrolleybussen handelt es sich um Neuanschaffungen. Sie sind vorgesehen für die neue Linie 3 (siehe Grafik), welche bisher erst auf dem Papier existiert. Die sogenannte Tangentiallinie soll Kriens via Pilatusplatz mit Emmen verbinden. Der überlastete Bahnhof Luzern wird dabei bewusst ausgelassen. Für die neue Linie sind am Pilatusplatz Anpassungen an der Oberleitung nötig (Ausgabe vom 7. Februar). Diese Arbeiten sollen im Sommer 2016 erfolgen.

Die VBL haben im Januar das Plangenehmigungsverfahren für die Linie 3, welche Ende 2016 in Betrieb gehen soll, gestartet. Genehmigt sind die Pläne aber noch nicht. Dennoch mache es Sinn, den Auftrag jetzt auszuschreiben, sagt Bertschi: «Mit der Ausschreibung ist noch kein Entscheid darüber gefällt, ob wir die Busse anschaffen oder nicht. Würden wir die Ausschreibung erst nach dem definitiven Betriebsentscheid für eine Linie 3 machen, wären wir nicht in der Lage, Ende 2016 die Busse auf dem Liniennetz einzusetzen.»

Den Entscheid über die Genehmigung der Bauarbeiten an den Fahrleitungen durch das Bundesamt für Verkehr erwarten die VBL gegen Ende dieses Jahres. Man sei zuversichtlich, dass der Bund und anschliessend auch der Verkehrsverbund Luzern (VVL) das Projekt genehmige. «In den Plänen existiert die Linie 3 schon länger, der Kantonsrat hat die Strategie mit dem ÖV-Bericht gestützt. Die Genehmigung dürfte daher wohl eine Formsache sein», sagt Christian Bertschi.

Zur Diskussion steht noch, ob auf der Linie 2 (Bahnhof Luzern bis Seetalplatz in Emmenbrücke) nach Abschluss der Bauarbeiten am Seetalplatz Doppelgelenkbusse fahren sollen. Solche Busse verkehren bisher erst auf der Linie 1. Die Doppelgelenkbusse sind nicht Teil der aktuellen Ausschreibungen. Bertschi: «Der Entscheid, ob auf der Linie 2 Doppelgelenktrolleybusse eingesetzt werden, ist noch nicht gefallen. Es besteht aber noch eine Option, die wir auf zusätzliche Fahrzeuge ziehen könnten vom Lieferanten der Doppelgelenktrolleybusse auf der Linie 1.» Dabei handelt es sich um die neuesten Modelle in der VBL-Flotte: die rot-weissen Busse, welche als 1er zwischen Kriens und Maihof verkehren.

Weitere Beschaffungen nötig

Klar ist schon heute, dass die nun ausgeschriebenen Busse nicht reichen werden, um die künftigen Bedürfnisse der VBL zu decken. Da nach Abschluss der Bauarbeiten am Seetalplatz auch auf der Linie 2 wieder Trolleybusse fahren werden, werden weitere dieser Fahrzeuge benötigt. Und auch für die Linie 8 und bei einer Verlängerung der Linie 1 nach Ebikon denken die VBL über den Kauf zusätzlicher Fahrzeuge nach.