Nachspiel nach Spielabbruch
Drei GC-Hooligans kassieren Bussen nach Skandalspiel in Luzern

Nach dem erzwungenen Spielabbruch im Mai 2019 sind drei Rädelsführer verurteilt worden. Einer akzeptiert das Urteil nicht.

René Meier
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Rund 30 GC-Supporter drangen über den Zaun.

Rund 30 GC-Supporter drangen über den Zaun.

Bild: Keystone

4:0 führt der FC Luzern gegen den Grasshopper Club an jenem 12. Mai vor beinahe zwei Jahren, als klar wurde, dass die Gäste aus Zürich nach diesem Spiel in die Challenge League absteigen. Daran zweifelt nach dem vierten Tor für die Luzerner in der 66. Minute wohl niemand mehr unter den 10'469 Zuschauerinnen und Zuschauern in der Swisspor-Arena. Nicht einmal die mitgereisten GC-Fans glauben da noch an ihre Mannschaft. Kurz darauf klettern rund 30 GC-Supporter aus dem harten Kern über die Abschrankungen und erzwingen einen Unterbruch der Partie. Die Polizei muss aufmarschieren und die aufgebrachten Supporter im Zaum halten. Diese fordern von den Zürcher Spielern die Herausgabe ihrer Trikots. Um eine Eskalation zu verhindern, kommt die Mannschaft der Aufforderung nach. Das Spiel wird schliesslich abgebrochen.

Nun hat die Staatsanwaltschaft Emmen die Untersuchungen gegen die Rädelsführer abgeschlossen. Gegen die drei Männer wurden laut Mitteilung der Luzerner Staatsanwaltschaft Strafbefehle wegen mehrfacher Nötigung erlassen. Zwei Beschuldigte haben die Strafbefehle akzeptiert. Sie müssen Bussen zwischen 2200 bis 2500 Franken bezahlen. Zudem wurden sie mit einer bedingten Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu 90 bzw. 100 Franken bestraft. Sie müssen auch die Untersuchungskosten von rund 1000 Franken bezahlen.

Einer der Beschuldigten hat Einsprache gegen den Strafbefehl erhoben. Sein Fall hat die Staatsanwaltschaft zur Beurteilung an das zuständige Bezirksgericht weitergeleitet. Bis zu einem Urteil gilt für ihn die Unschuldsvermutung.

12. Mai 2019 – ein denkwürdiger Tag in der Geschichte der Swisspor-Arena:

Szenen, die nicht zum Fussball gehören sollten: GC-Fans stürmen von den Rängen. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey, Luzern, 12. Mai 2019)
13 Bilder
Doch es wurde auch Fussball gespielt – und da war der FC Luzern heute für GC zu stark. Hier bejubeln Idriz Voca, Blessing Eleke und Ruben Vargas das Tor zum 1:0. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 12. Mai 2019)
Luzerns Ruben Vargas (links) im Laufduell mit Cedric Zesiger. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza, Luzern, 12. Mai 2019)
Später freute sich Vargas über seinen Treffer zum 2:0. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza, Luzern, 12. Mai 2019)
Euclides Cabral schirmt den Ball gegen Luzerns Otar Kakabadze ab. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 12. Mai 2019)
Yoric Ravet zeigt sich konsterniert. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza, Luzern, 12. Mai 2019)
In der 68. Minute begann dann das unrühmliche Ende des Rekordmeisters, als ein Teil ihrer Anhänger von den Rängen stürmten. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey, Luzern, 12. Mai 2019)
Polizisten reagierten und sicherten das Spielfeld. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza, Luzern, 12. Mai 2019)
Der GC-Torhüter Heinz Lindner versuchte, die Fans zu beruhigen – jedoch ohne Erfolg. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey, Luzern, 12. Mai 2019)
Gepanzerte Polizisten auf dem Grün der Swissporarena. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza, Luzern, 12. Mai 2019)
GC-Trainer Uli Forte muss zusehen, wie GC-Anhänger den Abstiegs seiner Equipe besiegelten. (Bild: KEYSTONE/Ennio Leanza, Luzern, 12. Mai 2019)
Schiedsrichter Alessandro Dudic entschied sich schliesslich, das Spiel abzubrechen. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 12. Mai 2019)
Die Sicherheitskräfte stellten sich vor dem Gästesektor auf. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey, Luzern, 12. Mai 2019)

Szenen, die nicht zum Fussball gehören sollten: GC-Fans stürmen von den Rängen. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey, Luzern, 12. Mai 2019)

Video: Leserreporter