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BUSSPUR: Immer noch grosse Probleme am Bahnhofplatz

Auf der Pilatusstrasse biegen regelmässig Autos falsch zum Bahnhof ab. Es gab bereits einen Unfall mit einem Linienbus.
Guy Studer
Immer wieder biegen Autos verbotenerweise von der Pilatusstrasse herkommend nach rechts zum Bahnhof ab. (Bild Philipp Schmidli)

Immer wieder biegen Autos verbotenerweise von der Pilatusstrasse herkommend nach rechts zum Bahnhof ab. (Bild Philipp Schmidli)

Eine inzwischen alltägliche Szene beim Bahnhof Luzern: Ein Bus nähert sich von der Pilatusstrasse her dem Bahnhof und will das Hauptperron anfahren. Plötzlich tritt der Busfahrer auf die Bremse und drückt energisch auf die Hupe. Das lange Hupen gilt einem Auto, das dem Bus fast den Weg abgeschnitten hätte. Der Bus fährt haarscharf daran vorbei zum Perron. Buspassagieren in der Stadt Luzern ist diese Situation seit letztem Oktober, als die Busspur in der Pilatusstrasse verlängert wurde, gut vertraut. Sie spielt sich immer wieder ab, wenn ein Auto, von der Pilatusstrasse auf der linken Spur herkommend, zum Bahnhof abbiegen will, was seither verboten ist.

Ende November hats gekracht

Nicht immer geht die Situation so glimpflich aus. Einmal ist es bereits auf diese Weise zu einem Unfall zwischen einem Bus und einem Auto gekommen, wie Heinz Steiner, stellvertretender Chef der Sicherheitspolizei Stadt Luzern, sagt. Dieser ereignete sich am 30. November in der Stosszeit. Gemäss Steiner handelt es sich nicht um einen leichten Fall: «Für den Autofahrer sind die Folgen happig. Er nimmt eine gröbere Gefährdung in Kauf. Das bedeutet nebst einer hohen Busse auch einen Führerausweisentzug», weiss der Sicherheitspolizist.

Navis zeigen falschen Weg

Viele solcher Falschfahrer sind Auswärtige oder Touristen, die sich an ein Navigationsgerät halten. Diese zeigen weiterhin die falsche Route an. Fakt ist offensichtlich aber auch: Viele Autofahrer wollen nicht oder haben sich noch nicht daran gewöhnt, dass sie von der Pilatusstrasse herkommend nicht mehr zum Bahnhof abbiegen dürfen. Dies jedenfalls verdeutlicht die Aussage von Stadtrat Adrian Borgula in unserer gestrigen Ausgabe, dass stündlich noch immer bis zu 40 Autofahrer falsch abbiegen würden. Heinz Steiner relativiert diese Zahl zwar: «Unsere Erfahrung zeigt, dass es maximal noch 30 Fahrzeuge sind innert zweier Stunden.»

Dennoch erscheint auch diese Zahl hoch. Bei der ersten Kontrolle nach der Umstellung letzten Oktober hatte die Polizei innert 100 Minuten 26 Bussen verteilt. Die Polizei führt noch immer Kontrollen durch beim Bahnhof, gemäss Steiner ungefähr alle zwei Wochen. Wie auch an anderen neuralgischen Stellen.

Alle Massnahmen ausgeschöpft

In den Augen von Roland Koch, Verkehrsexperte beim städtischen Tiefbauamt, hat sich die verlängerte Busspur insgesamt gelohnt. Er relativiert die Gefahr durch die Falschabbieger beim Bahnhof: «Diese nehmen ja in der Regel bewusst eine Übertretung in Kauf und sind entsprechend aufmerksam.»

Tatsache sei, dass man alle Massnahmen ausgeschöpft habe. So sind die Signalisation ab der Autobahnausfahrt Kasernenplatz und in der Pilatusstrasse sowie Bodenmarkierungen angepasst worden. «Wir haben das mit der Polizei mehrfach diskutiert. Wenn es noch weitere Möglichkeiten gäbe, hätten wir diese umgesetzt.» Eine Absperrung zwischen den Fahrspuren ist nicht möglich, da diese sonst die Zufahrt zum Bahnhof von der Seebrücke her versperren würde.

Heinz Steiners Meinung nach braucht es schlicht noch mehr Zeit, bis sich die Autofahrer daran gewöhnt hätten, «schliesslich konnte man die letzten 50 Jahre dort abbiegen».

Unbefriedigend ist auch die Situation am Bundesplatz. Seit dem neuen Regime müssen Autofahrer auf dem Weg zum Bahnhof einen Umweg via Moosstrasse, Bundesplatz und Zentralstrasse nehmen. Weil sich dadurch neue Probleme am Bundesplatz ergeben haben, will die Stadt diesen erneut umgestalten (Ausgabe von gestern). Dies, nachdem der Verkehrsknoten letzten Sommer bereits für insgesamt 550 000 Franken erneuert und umgestaltet wurde. Die neuen Massnahmen werden gemäss Koch rund 100 000 Franken kosten.

30 000 fahren über den Bundesplatz

Auf Anfrage nennt Koch auch die genauen Zahlen der Verkehrszählung seit der Umstellung: Auf der Moosstrasse fahren in der Spitzenstunde zwischen 17 und 18 Uhr insgesamt 411 Fahrzeuge in Richtung Bundesplatz. Das sind 19 Autos oder 4,5 Prozent mehr als vorher. Auf die insgesamt rund 30 000 Fahrzeuge, die den Bundesplatz täglich passieren, habe das kaum Einfluss, so Koch. Auf der Zentralstrasse in Richtung Bahnhof waren es mit 617 Fahrzeugen 35 Autos mehr, was einer Zunahme von 5,5 Prozent entspricht. Die neuen Massnahmen seien aber nicht dazu da, um diese Zahlen zu vermindern. Es gehe darum, den Verkehrsfluss beim Bundesplatz zu verbessern. So sollen die Rückstaus auf der Zentral- und Bundesstrasse entschärft werden. Für die Bundesstrasse sowie den Bundesplatz hat die Stadt keine neuen Zahlen erhoben.

Guy Studer

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