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BUTTISHOLZ: Unklarheit nach Aus für Salzwasser-Fischfarm

In der Arbeitszone Moos wird definitiv keine Zuchthalle für Salzwasserfische gebaut. Was mit den 23'000 Quadratmetern Bauland geschieht, bleibt auf absehbare Zeit unklar – zum Unmut der Gemeinde.
Raphael Zemp
Das gibt es in Buttisholz mit Sicherheit nicht: eine Fischzucht, wie hier jene der Korporation Luzern. (Symbolbild: Pius Amrein (Luzern, 29. April 2017))

Das gibt es in Buttisholz mit Sicherheit nicht: eine Fischzucht, wie hier jene der Korporation Luzern. (Symbolbild: Pius Amrein (Luzern, 29. April 2017))

Raphael Zemp

raphael.zemp@luzernerzeitung.ch

Die erste Salzwasser-Fischfarm der Schweiz ist definitiv gescheitert: Nachdem bereits im März 2015 die Baubewilligung ausgelaufen war, hat nun unlängst die Firma Ocean Swiss Insolvenz anmelden müssen. Ihren Gläubigern schuldet sie über eine Million Franken. Darunter ist auch ein Luzerner Bauunternehmen, das Anfang 2013 Vorarbeiten für die Zufahrt zum Areal leistete und dafür nicht bezahlt wurde – und in der Folge das Konkursverfahren einleitete. Wie geht es nun weiter?

Franz Ziswiler, Präsident der Korporation Buttisholz, macht keinen Hehl daraus: «Wir möchten den Baurechtsvertrag gerne auflösen.» Ganz so einfach dürfte das allerdings nicht werden. Denn der Vertrag wird durch die Insolvenz von Ocean Swiss nicht automatisch nichtig. Zudem hat mindestens ein Gläubiger bereits Interesse am Baurecht angemeldet. Wie lange sich die Verhandlungen hinziehen werden, kann Ziswiler deshalb nicht einschätzen. Klar hingegen ist, dass sie nicht vor dem 3. Januar beginnen. Bis dann können Gläubiger noch ihre Ansprüche anmelden.

Parzelle kann nicht bebaut werden

Auch für die Gemeinde ist das eine undankbare Situation. «Zwar gehören die Pläne für eine Fischfarm nun definitiv der Vergangenheit an», meint Franz Zemp, Gemeindepräsident von Buttisholz, «trotzdem können die knapp 23'000 Quadratmeter Bauland mitten im Gewerbegebiet nicht anderweitig genutzt werden, solange der bestehende Baurechtsvertrag nicht aufgelöst ist.» Schon einige Interessenten hätten bei der Gemeinde nach verfügbarem Bauland nachgefragt, weiss Zemp. «So verzögert sich halt alles.»

Deshalb ist Zemp überzeugt, dass die Parzelle dereinst doch noch überbaut wird. Auch weil die umliegenden Gemeinden Ruswil, Grosswangen und auch Ettiswil kaum noch über nennenswerte Gewerbelandreserven verfügen. Trotzdem be­dauert Zemp, dass dieses «europaweit einzigartige Projekt» nicht zu Stande gekommen ist. «Uns war aber von Anfang an bewusst, dass bei solchen Pionierprojekten ein Grundrisiko bleibt.» Ob anstelle der geplanten Fischfarm dereinst mehrere kleine Projekte realisiert werden sollen oder ein neues Grossprojekt, ist für Zemp von sekundärer Bedeutung. «Hauptsache, man kann bei uns in der Gemeinde auch künftig nicht nur wohnen, sondern auch arbeiten.»

Experten warnten früh vor wirtschaftlichem Risiko

Die Ocean Swiss plante in Buttisholz eine Zuchthalle, so gross wie zwei Fussballfelder. 1000 Tonnen Fisch und Krustentiere wollte der Geschäftsführer Dirk van Vliet pro Jahr produzieren. Investitionsvolumen: über 20 Millionen. Die Anlage hätte dereinst 35 Angestellte beschäftigen sollen. Bereits 2012, als das Projekt publik und die Baubewilligung erteilt wurde, warnten Experten vor dem wirtschaftlichen Risiko. Mit einem ähnlichen Projekt ist van Vliet 2009 bereits in Mollis GL gescheitert. Damals lehnte die Gemeindeversammlung ­einen Kredit für die Erschliessung des Standorts ab.

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