Buttisholz

Von Bed and Breakfast bis Spezialitätenladen: Projekt «Gass 1911» will das Dorfzentrum beleben

Den Aufenthalt im Dorf attraktiver machen sowie die Wertschöpfung und die Arbeitsplätze in der Gemeinde erhalten: Das Projektteam von «Gass 1911» hat grosse Pläne in Buttisholz. Es rechnet mit Investitionen von rund 3,8 Millionen Franken.

Fabienne Mühlemann
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Buttisholz will einen attraktiveren Dorfkern – das ist in der Gemeinde schon lange ein Thema. Was es dafür braucht, haben Arbeitsgruppen im Auftrag der Gemeinde unter dem Motto «Buttisholz – das Dorf der Kreisläufe» versucht, herauszufinden. Dabei wurden 20 Nutzungsideen für das Dorfzentrum erarbeitet. Ideen oder vielmehr Angebote, die für ein lebendiges Dorf in Buttisholz derzeit fehlen. Jetzt hat ein Team die Initiative ergriffen: Es will rund zehn Ideen unter dem Projekttitel «Gass 1911» in die Tat umsetzen.

Die Ideen reichen von Schul- und Heilkräutergarten über Yoga und Altersturnen bis zu einem Co-Working-Space, einem Café, einem Spezialitätenladen und einem Seminarraum sowie weiteren ergänzenden Formaten. Das Bauernhaus «Gasshof» soll gar zu einem Bed and Breakfast werden. Für die Umsetzung will das Team die bestehenden Gebäude auf dem rund 10'000 Quadratmeter grossen Gass-Areal sanieren und umnutzen – darunter auch eine Scheune aus dem Jahr 1911, welche dem Projekt seinen Namen gab. Neubauten seien nicht vorgesehen.

Eine Luftaufnahme des Areals.

Eine Luftaufnahme des Areals.

Bild: PD

Quartett setzt auf Nachhaltigkeit

Hinter dem Projekt stecken Marina Fahrenbach, Agi Gehrig, Irene Arnold und René Ziswiler. Arnold und Ziswiler waren Mitglied der Arbeitsgruppe Zentrumsentwicklung. «Beim Bier, im Nachgang zu einer Besprechung der Arbeitsgruppe, ist die Idee dann entstanden. Wenn man so will, also eine Bieridee», erklärt die Gruppe. Später konnten die beiden Agi Gehrig für das Projekt begeistern, welche einen Biobauernhof betreibt. Die studierte Betriebswirtschafterin aus Grosswangen, Marina Fahrenbach, übernimmt die kaufmännische Leitung der einfachen Gesellschaft. Sie ist überzeugt: «Wir vier decken die wichtigsten Kompetenzen ab und haben die Formate, die wir uns vorstellen, schon einmal in der einen oder anderen Form realisiert.»

Ein Bild vom Sommer 2020: das Projektteam mit Irene Arnold, René Ziswiler, Marina Fahrenbach, Agi Gehrig (v.l.n.r.).

Ein Bild vom Sommer 2020: das Projektteam mit Irene Arnold, René Ziswiler, Marina Fahrenbach, Agi Gehrig (v.l.n.r.).

Bild: PD

Das Projektteam will mit «Gass 1911» alle Generationen ansprechen und ein vielfältiges Angebot schaffen, damit der Aufenthalt im Dorf attraktiver wird, die Familien weiterhin im Ort wohnen wollen und die Wertschöpfung und die Arbeitsplätze in der Gemeinde erhalten bleiben. «Buttisholz will das Dorf der Kreisläufe werden. Nachhaltigkeit ist daher die Richtschnur in diesem Projekt», sagt Marina Fahrenbach. «Wir wollen auf dem Areal einen Ort schaffen, an dem man sich gerne aufhält, sich über Altersgrenzen hinweg austauscht, Kultur geniesst, gesunde Produkte konsumiert und einkauft.»

Das Bauernhaus soll zu einem Bed and Breakfast werden.

Das Bauernhaus soll zu einem Bed and Breakfast werden.

Bild: PD
Blick aus der Scheune nach draussen.

Blick aus der Scheune nach draussen.

Bild: PD

Gemeinde stellt Areal für 30 Jahre zur Verfügung

Doch die Frage der Machbarkeit und Finanzierbarkeit steht auch bei diesem Projekt im Raum. «Wir rechnen mit Investitionen von rund 3,8 Millionen Franken. Für die Finanzierung sind wir auf Sponsoren und Stiftungen angewiesen», sagt Fahrenbach. Zurzeit würden erst mündliche Zusagen von Privatpersonen und Institutionen vorliegen. Die Mittelbeschaffung starte aber erst jetzt im neuen Jahr so richtig. Voraussetzung dafür war nämlich die im Dezember unterzeichnete Absichtserklärung mit der Gemeinde. Sollte es dem Team jedoch nicht gelingen, die Mittel zu beschaffen, werde das Projekt nicht realisiert. «Es ist nicht die Aufgabe der Gemeinde, ein solches Vorhaben zu finanzieren», hält die Grosswangerin fest.

Der Zeitplan ist straff. Bis Ende März soll der Baurechtsvertrag mit der Gemeinde ausgehandelt sein, welche das Areal für 30 Jahre im Baurecht zur Verfügung stellt. Anfang Juni entscheiden dann die Stimmbürger, ob sie dem Vertrag zustimmen. «Doch aufgrund der Unterstützung vom Gemeinderat und des grossen Interesses der Bevölkerung rechnen wir hier mit einem positiven Bescheid», so Fahrenbach optimistisch. Bereits im Herbst 2021 werde man mit der Umnutzung der rund 8000 Quadratmeter grossen Wiese beginnen. Und die Eröffnung ist dann für Mai 2023 geplant.

Hinweis: Weitere Infos unter www.gass1911.ch.

Im Video: Häufig gestellte Fragen zur Zentrumsentwicklung