Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BYPASS IN KRIENS: Lärmschutz kommt erst Jahre später

Neue Überbauungen entlang der Autobahn in Kriens sollen den Strassenlärm abhalten und weitere Massnahmen finanzieren. Doch die meisten Grundstückseigentümer haben noch keine entsprechenden Pläne.
Stefan Dähler

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Private sollen sich am Lärmschutz im Zusammenhang mit dem Bauprojekt Bypass beteiligen. Diesen Vorschlag hat das Bundesamt für Strassen (Astra) kürzlich publik gemacht. Neue Überbauungen entlang der Autobahn A2 in Kriens sollen den Strassenlärm abhalten. Durch die Möglichkeit, näher an der A2 zu bauen, gewinnen die Grundstücke an Wert. Die Gemeinde darf einen Teil des Mehrwerts abschöpfen, dadurch könnten weitere Lärmschutzmassnahmen wie Überdachungen realisiert werden (Artikel vom 2. März).

Der Haken daran: Für die Realisierung der Lärmschutzmassnahmen ist die Gemeinde von den Grundstückseigentümern abhängig. Konkrete Pläne bestehen für das Grundstück gegenüber dem Kulturhaus Südpol, wo die Garage Epper und die Gebrüder Amberg eine Überbauung planen. Das Ziel ist, diese gleichzeitig mit dem Bypass zwischen 2025 und 2035 zu realisieren. Noch schneller geht es auf dem Nidfeld-Areal, wo der Baustart 2019 vorgesehen ist (Artikel vom 12. März).

«Abriss macht keinen Sinn»

Andere Eigentümer dagegen hegen noch keine Neubaupläne. Das Grundstück neben der geplanten Epper-Überbauung gehört dem Immobilienfonds Immo Helvetic. «Für die Erarbeitung des Bebauungsplans kooperieren wir mit Epper», sagt Nunzio Lo Chiatto von der Fondsverwaltung. «Den Bebauungsplan kann man aber etappenweise auslösen, denn wir werden ein allfälliges Neubauprojekt erst viel später realisieren. Der Zeithorizont beträgt 20 bis 30 Jahre.» Auf dem Grundstück des Immo Helvetic steht bereits ein Firmengebäude, das erst vor rund zehn Jahren neu gebaut wurde. «Es macht betriebswirtschaftlich keinen Sinn, dieses schon wieder umzubauen oder abzureissen.» Auf einem weiteren Grundstück neben der Autobahn hat die Brunner Medien AG ihren Sitz. Laut Geschäftsführer Roland Dahinden sei ein Neubau derzeit nicht geplant. «Grundsätzlich sind wir daran interessiert, den Standort zu halten, er ist verkehrstechnisch sehr gut gelegen.» Auch der Kanton besitzt Land entlang der A2; für Aussagen zu allfälligen Bauprojekten sei es zu früh, heisst es auf Anfrage.

Ebenfalls ein wichtiger Eigentümer auf dem betroffenen Abschnitt ist die Garage Schwerzmann AG. «Die Grundstücke sind bereits durchgehend bebaut und dienen heute schon als sehr wirksamer Lärmschutz für die dahinter liegenden Gebäude», sagt Inhaber Patrick Schwerzmann. Die Möglichkeit, höher und näher an die Autobahn zu bauen, sei interessant. Selbst zu bauen, ist ihm aber zu teuer. «Es müsste sich ein Investor finden lassen, der gleich mehrere Grundstücke miteinander überbaut.» Möglich wäre, dass sich dann die Garage in einem Neubau einmietet. Entsprechende Pläne bestehen derzeit aber keine.

Die meisten Lärmschutzgebäude und Freiräume zur städtebaulichen sowie lärmtechnischen Aufwertung werden also erst Jahre nach der Inbetriebnahme des Bypasses realisiert. Das stösst dem Komitee «Bypass so nicht», dem alle Krienser Parteien angehören, sauer auf. Das Astra schiebe die Verantwortung für den Lärmschutz auf die Gemeinde ab, schreibt es in einer Mitteilung. Das Komitee fordert unter anderem weitere Verbesserungen der Lärmschutzmassnahmen, die Schaffung eines Fonds zur Realisierung der Massnahmen, an dem sich auch der Bund beteiligt und ein Konzept zur Minimierung der Emissionen während der Bypass-Bauarbeiten.

Die Forderungen würden in die städtebauliche Potenzialanalyse einfliessen, sagt Esther Widmer, Informationsbeauftragte beim Astra. Ziel der Analyse sei, auszuloten, «wo und in welcher Form städtebaulich aufwertende Massnahmen entlang der A2 möglich sind». Um konkret zu den Forderungen Stellung zu nehmen, sei es noch zu früh. Die Ergebnisse der Analyse sollten im Sommer vorliegen.

Dem Krienser Gemeindepräsidenten Cyrill Wiget (Grüne) ist bewusst, «dass wir uns bei der Aufwertung des Lebensraumes entlang der Autobahn nicht nur auf die Investoren und die Mehrwertabschöpfung verlassen können», wie er auf Anfrage sagt. «Aber die Idee ist ein Anfang, um die Blockade in der Bypass-Diskussion mit dem Bund zu lösen.»

Gespräche mit Investoren stehen an

Aus Sicht der Gemeinde kann es auch ein Vorteil sein, «die städtebauliche Integration der Autobahn» losgelöst vom Bypass zu betrachten. Die Gemeinde kann die Projekte nun vorantreiben. Wiget: «Es gab schon Kontakte mit Eigentümern, als Nächstes stehen Gespräche mit potenziellen Investoren an.» Dies im Rahmen der Erarbeitung eines Richtplans für das Gebiet, der die Basis für die Bebauungspläne bilden wird. Namen von Investoren gibt die Gemeinde noch keine bekannt. Bei der Realisierung der zusätzlichen Autobahn-Überdachungen werde das Astra wieder an Bord sein, meint Wiget.

Das Siegerprojekt für das Bypass-Portal in Kriens enthält ein sogenanntes Brückenhaus. (Bild: Visusalisierung: Gemeinde Kriens)

Das Siegerprojekt für das Bypass-Portal in Kriens enthält ein sogenanntes Brückenhaus. (Bild: Visusalisierung: Gemeinde Kriens)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.