BYPASS: Krienser machen in Luzern Dampf

Alle Krienser Parteien kämpfen gegen die geplante Autobahnumfahrung. Jetzt soll sich die Regierung für Verbesserungen des Projekts einsetzen.

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Der Krienser SVP-Kantonsrat Räto Camenisch (rechts) übergibt die Petition an Michèle Bucher, stv. Staatsschreiberin, vor dem Regierungsgebäude. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 30. Januar 2017))

Der Krienser SVP-Kantonsrat Räto Camenisch (rechts) übergibt die Petition an Michèle Bucher, stv. Staatsschreiberin, vor dem Regierungsgebäude. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 30. Januar 2017))

Das Komitee «Bypass – so nicht!», dem alle Krienser Parteien – CVP, JCVP, FDP, SVP, SP, Grüne und Grünliberale – angehören, hat am Montag beim Kanton eine Petition mit knapp 2800 Unterschriften eingereicht.

Die vom Bund geplante Autobahnumfahrung Bypass soll die Stadt Luzern vom Verkehr entlasten. Zum Projekt gehört ein Sechsspurausbau der Autobahn A 14 sowie ein neuer Autobahntunnel durch den Sonnenberg (wir berichteten). Kriens befürchtet durch das «Mammut-Projekt» nicht nur zusätzlichen Verkehr auf der Luzernerstrasse, sondern das Südportal des neuen Autobahntunnels wäre ebenso ein massiver Eingriff in die Wohn­quar­tiere im Bereich Eichhof-Kupferhammer. Mit der gestern eingereichten Petition werden konkret zwei Forderungen gestellt. So soll ein Verkehrskonzept für die Luzernerstrasse erarbeitet werden, das den durch den Bypass zu erwartenden Zusatzverkehr miteinbezieht. Diese Forderung richtet sich vor allem an den Kanton. Als zweite Forderung wird die Einhausung des Bypasses im Bereich des Südportals verlangt. So soll der Sonnenbergtunnel südlich um 200 Meter verlängert werden. Die Einhausung solle gleichzeitig mit dem Bau des Bypasses erfolgen. «Kriens darf nicht für das nächste Jahrhundert verunstaltet werden», reklamiert das überparteiliche Komitee in ihrem Schreiben. Der Kanton solle sich daher beim Bund für die Einhausung einsetzen.

Nachdem das Komitee sein Anliegen bereits zweimal dem Luzerner Regierungsrat erfolglos vorgetragen hatte, will es mit der Petition nun nachdoppeln. Bereits Anfang Dezember reisten Komiteemitglieder nach Bern, um mit ihrem Anliegen auch beim Bund Gehör zu verschaffen. Auch dem Bundesrat übergaben sie eine Petition mit 2800 Unterschriften (wir berichteten).

Nicht nur in Kriens regt sich Widerstand gegen den Bypass. Der Luzerner Stadtrat hat kürzlich erklärt, dass er die zum Bypass gehörende Zufahrtsstrasse Spange Nord in der heutigen Form nicht unterstütze. (sam)