Kommentar
Car-Ärger vorprogrammiert

Konkrete Massnahmen soll es geben bei den Themen Car und Tourismus. Das ist einfacher gesagt als getan, denn die Ausgangslage ist verworren.

Robert Knobel
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Der Luzerner Stadtrat hat sich wieder einmal zum Thema Cars und Tourismus geäussert. Nach 19 Studien und Gutachten sowie politischen Vorstössen und Endlos-Debatten über neue Parkhäuser soll nun wiederum eine Auslegeordnung gemacht werden. Diese soll bis 2021 in konkreten Massnahmen münden. Das ist einfacher gesagt als getan. Wie vertrackt und voller Widersprüche die Situation im grössten touristischen Hotspot der Zentralschweiz ist, zeigt der stadträtliche Bericht und Antrag «Tourismus und Carregime» gleich selber: Man will die lukrativen Cartouristen unbedingt, nicht aber die Cars. Stattdessen sollen diese künftig in die Agglomeration ausgelagert werden. Konkret: In Kriens nahe der Autobahn parkieren – jedenfalls solange, bis eine bessere und definitive Lösung gefunden ist. Doch neue Parkhäuser in der Innenstadt will man nicht, und eine Metro schon gar nicht.

Dass nun Touristencars in der Agglomeration parkieren sollen, weit weg von Stadtluzerner Sehenswürdigkeiten, ist objektiv betrachtet ein Unsinn. Umso mehr, weil die Touristen weiterhin ins Stadtzentrum chauffiert werden und der Carverkehr wegen der längeren Wege noch zunimmt. Aber es ist wohl der letzte Strohhalm, der dem Stadtrat noch bleibt, um die Ansprüche von Volk und Parlament zu befriedigen, welche die Zahl der Carparkplätze in der Innenstadt deutlich reduzieren wollen. Allerdings riskiert man dabei, die Nachbargemeinden nachhaltig zu verärgern. Dies umso mehr, weil sich unschwer voraussagen lässt, dass auch nach Abschluss des «Analyse- und Strategieprozesses» 2021 keine definitive Lösung für die Carparkierung vorliegen wird.