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CAR-REGIME: «Situation hat sich verbessert»

Bald endet die Testphase mit Aussteigen am Schwanenplatz und Einsteigen am Löwenplatz. Die Bilanz ist positiv, für die VBL bleiben einige Stellen aber heikel.
Stefan Dähler
Am Löwenplatz sorgen Lotsen seit einem guten Jahr für einen geregelten Verkehr. (Bild Corinne Glanzmann)

Am Löwenplatz sorgen Lotsen seit einem guten Jahr für einen geregelten Verkehr. (Bild Corinne Glanzmann)

Stefan Dähler

Gruppen von asiatischen Touristen spazieren scharenweise vom Schwanen- zum Löwenplatz – seit Mai 2015 gehört dies zum Luzerner Stadtbild. Grund ist das Car-Regime, das die Arbeitsgruppe Cartourismus erarbeitet hat. Dieser gehören Vertreter der Stadt, Luzern Tourismus sowie dem lokalen Gewerbe an (wir berichteten).

Zur Erinnerung: In der Sommersaison dürfen Cartouristen am Schwanenplatz von 17 bis 20 Uhr nur noch aussteigen. Einsteigen müssen sie am Löwenplatz. Um den Verkehr zu regeln, wurden Lotsen eingestellt. Diese kosten rund eine halbe Million Franken pro Jahr.

Entlastung für Schwanenplatz

Bei diesem Regime handelt es sich um einen Pilotversuch. Dieser endet im Oktober. Wie es danach weitergeht, ist laut der Stadt Luzern noch offen. Die Bilanz sei aber positiv. «Der Schwanenplatz konnte entlastet werden, die Akzeptanz bei Geschäften, Touristen und Reiseleitern ist da», sagt Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen. Zur Entlastung habe aber auch beigetragen, dass die Zahl der Reisenden aus Asien und somit die Zahl der Cars zurückgegangen ist (siehe Tabelle).

Quelle: Stadt Luzern

Quelle: Stadt Luzern

Das System war jedoch nicht von Beginn weg perfekt. So wurde etwa das Trottoir beim Fussgängerstreifen beim Löwenplatz vor dem Hotel de la Paix diesen Frühling verbreitert (Ausgabe vom 4. Mai). Zuvor war die Stelle zu eng, die Fussgänger wurden durch Wartende vor der Ampel blockiert. Zwar komme es weiterhin vor, dass Besucher noch bei Rot über die Strasse eilen. «Die Gruppen werden aber auch durch die Reiseleiter auf Verhaltensregeln aufmerksam gemacht», so Lütolf. «Weiter haben wir letzten Herbst Sitzgelegenheiten beim Löwen-Parkplatz installiert und den Reinigungsrhythmus beim WC erhöht», sagt Lütolf.

Auch die Quartiervereine Altstadt und Hochwacht ziehen eine positive Bilanz.«Eine Rückkehr zum alten Zustand kommt für mich nicht in Frage», sagt Pierre Rügländer, Präsident des Quartiervereins Altstadt. Vereinzelt habe er Rückmeldungen von Leuten erhalten, die sich von den asiatischen Reisegruppen gestört fühlen, die zu Fuss zum Löwenplatz gehen. «Ich persönlich empfinde das aber als Bereicherung.»

Laut Marc Germann, Präsident des Quartiervereins Hochwacht, habe der Carverkehr auf dem Löwenplatz zwar «massiv» zugenommen. Man könne aber mit dem Regime leben. «Dank den Lotsen läuft der Verkehr geordneter ab.»

Gewerbe grösstenteils zufrieden

Laut Robert Casagrande, Mitinhaber des gleichnamigen Geschäfts am Grendel, hätten die Touristen aufgrund des Car-Regimes ihr Einkaufsverhalten geändert. «Die Verkäufe gehen früher zurück. Derzeit ist ab 18.30 Uhr praktisch nichts mehr los. Zuvor kamen bis 19.30 oder 20 Uhr viele Leute in die Läden.» Die alte Regelung war Casagrande zwar lieber. «Ein gutes Verhältnis zur Bevölkerung ist uns jedoch wichtig. Darum sind wir bereit, den Kompromiss einzugehen.»

Aus der Sicht von Bucherer sei das Regime breit abgestützt. «Es wird auch von den Touristen, den Reiseleitern und den Carchauffeuren akzeptiert. Wir haben entsprechende Rückmeldungen erhalten», sagt Jörg Baumann, Leiter Marketing bei Bucherer. Er lobt auch, dass in der Arbeitsgruppe Cartourismus «verschiedene Interessengruppen vertreten sind. Es ist keine einseitige Lösung.» Gübelin und die City-Vereinigung ziehen ebenfalls ein positives Fazit.

Auch für die VBL hat sich «die Situa-tion am Schwanenplatz verbessert», sagt deren Mediensprecher Christian Bertschi. «Das liegt einerseits daran, dass dort nicht mehr gebaut wird und die Cars besser zufahren können. Andererseits leisten die Verkehrslotsen gute Arbeit. Sie achten darauf, dass der Verkehrsfluss aufrecht erhalten wird.»

Weniger Platz für Velos und Busse

Dennoch bleibe der Schwanenplatz eine schwierige Haltestelle für die Buschauffeure. «Es gibt viele Fussgänger, die über die Strasse gehen, zudem liegt der Halt in einer Kurve und ist dadurch schwieriger anzufahren», so Bertschi. Die Haltestelle zu begradigen oder zu verschieben, ist kaum möglich. «Gerade wird die Strasse erst wieder Richtung Luzernerhof und auf der Seebrücke können wir nicht halten.»

Nicht ganz glücklich sind die VBL über die Verbreiterung des Trottoirs vor dem Löwencenter. Dadurch wurde die Strasse verengt. Velos und Busse könnten sich so beim Wegfahren in die Quere kommen. «Die Situation hat sich zwar etwas eingespielt.» Dass es zu besonders heiklen Situationen gekommen ist, sei den VBL nicht bekannt. «Dennoch bleibt dies eine kritische Stelle», sagt Christian Bertschi. «Unsere Fahrer werden instruiert, dort defensiv zu fahren.»

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