«CARGO»: Luzerner bringt Science-Fiction-Film ins Kino

Klaustrophobisch und düster: So präsentiert sich «Cargo» des Luzerner Produzenten Marcel Wolfisberg. Dass der Film Hollywoodqualitäten hat, stellt der Trailer eindrücklich unter Beweis.

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Unheimliche Entdeckungstour: Still aus «Cargo». (Bild pd)

Unheimliche Entdeckungstour: Still aus «Cargo». (Bild pd)

«Kassandra», ein heruntergekommender Frachter irgendwo im All. Die junge Ärztin Laura ist als einzige wach an Bord. Der Rest der Besatzung: tiefgefroren im Kälteschlaf. Erst in vier Monaten wird Laura ihre lange Schicht überstanden haben. Während ihrer täglichen Kontrollgänge durch das gespenstisch leere Schiff hat Laura immer mehr das Gefühl, nicht alleine an Bord zu sein. Was verbergen die geheimnisvollen Frachtcontainer und wer oder was ist noch an Bord?

Auf den Schultern eines Riesen
Bei der Visionierung des nun veröffentlichten Trailers werden unweigerlich Erinnerungen an «Alien», den preisgekrönten Science-Fiction-Klassiker von Ridley Scott aus dem Jahr 1979 wach, zu dem HR Giger das Design lieferte: Nicht nur ist auch hier die Hauptrolle mit einer starken Frau besetzt (Anna Katharina Schwabroh), auch hinsichtlich der versteckten Bedrohung (ausserirdischen Ursprungs?), der klaustrophobischen Grundstimmung und der düsteren Farbgebung zeigen sich Parallelen – was ja auch gar nicht unbedingt schlecht sein muss. Und möglicherweise nimmt die Story ja auch eine ganz andere Wendung. Formal jedenfalls scheint «Cargo – Da draussen bist du allein» top zu sein, ob dem auch inhaltlich so ist, wird sich erst noch zeigen müssen.

Der Trailer:

5 Millionen Franken, 7 Jahre
Den Science-Fiction-Film – ein Novum in der Schweizer Filmgeschichte – hat der Luzerner Marcel Wolfisberg, 32, zusammen mit weiteren Autoren aus der Schweiz, Deutschland und den USA realisiert. Fünf Millionen Franken hat Wolfisberg, der die Grundidee zum Kassenschlager «Achtung, fertig, Charlie!» lieferte, in das Projekt investiert, für dessen Realisierung er sieben Jahre benötigte. Am 24. September kommt der Streifen in die Schweizer Kinos. Neben Claude-Oliver Rudolph, James-Bond-Bösewicht in «The World Is Not Enough», spielt auch Martin Rapold, der im Jahr 2000 an der Berlinale mit dem European-Film-Promotion-Preis als Schweizer Shootingstar ausgezeichnet wurde, im Film mit. Regie führte der Winterthurer Ivan Engler. Unter anderem hat neben Yello die Luzernerin Heidi Happy mit «You Better Hide» einen Song zum Soundtrack beigesteuert.

80 Tonnen Material für Kulissen
Für die Dreharbeiten wurde in Winterthur extra eine 3000 Quadratmeter grosse Halle gemietet. Insgesamt 80 Tonnen Material wurde zu riesigen Kulissen verarbeitet. Unter anderem mussten die kompletten Innenräume eines alten, düsteren Raumschiffs gebaut werden. Bereits während der Dreharbeiten stellte Wolfisberg eine eigene Spezialeffekt-Firma auf die Beine, in welcher 30 Spezialisten über ein Jahr lang die digitalen Elemente und Effekte für den Film herstellten.

Beim Verleiher des Films, Ascot Elite aus Zürich, zeigt man sich zuversichtlich: «Dieser Streifen hat Hollywood-Qualität und wird Schweizer Filmgeschichte schreiben», sagt Verkaufsleiter Roman Güttinger. Zwar wisse man im Voraus nie genau, ob ein Film gut oder schlecht laufen werde. «Für alle Fans von Science-Fiction-Filmen wird ?Cargo? aber sicher eine Riesenüberraschung sein.»

Dave Schläpfer/Andreas Bättig

Marcel Wolfisberg mit «Cargo»-Requisiten in den Räumlichkeiten der Spielfilproduktionsfirma Atlantis Pictures in Ebikon. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)