Caritas-Markt in Sursee feiert 10-Jahr-Jubiläum

Seit 10 Jahren gibt es den Caritas-Markt Sursee. Das Angebot konnte seither stark vergrössert werden.

Roseline Troxler
Drucken
Teilen
Edith Felber (60) leitet den Caritas-Markt in Sursee. (Bild: Jakob Ineichen, 13. November 2019)

Edith Felber (60) leitet den Caritas-Markt in Sursee. (Bild: Jakob Ineichen, 13. November 2019)

Begonnen hat er als kleiner Tante-Emma-Laden im Städtli Sursee. «Es kam in der Anfangszeit vor, dass Regale nicht immer so gut gefüllt waren, wie wir es uns wünschten», erinnert sich Edith Felber (60) aus Sursee, die den Caritas-Markt Sursee leitet. Sie ist beinahe seit Beginn vor einem Jahrzehnt mit dabei. Zunächst war sie als Freiwillige im Einsatz, seit neun Jahren hat sie die Führung inne. Einkaufen kann im Caritas-Markt, wer eine Kulturlegi oder eine Caritas-Markt-Karte besitzt. Voraussetzung dafür ist, dass die Personen nachweislich am oder unter dem Existenzminimum leben, also beispielsweise Sozialhilfe, Ergänzungsleistungen oder ein Stipendium beziehen. Edith Felber erzählt:

«Armutsbetroffene können bei uns Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs deutlich günstiger kaufen. Sie können so das eingesparte Geld für anderes einsetzen.»

Nach drei Jahren im Städtli zog der Caritas-Markt an die Münchrütistrasse. Der Umzug sei eine grosse Erleichterung gewesen, so Felber. Denn fortan musste die Ware nicht mehr über eine Treppe ins Lager transportiert werden. Am neuen Standort hat sich das Sortiment laufend vergrössert. Nebst Lebensmitteln werden Pflegeprodukte oder Reinigungsartikel angeboten. Nicht nur das Sortiment wurde breiter, sondern auch die Auswahl bei einzelnen Produkten. «Früher gab es eine oder zwei Reissorten, heute sind es sieben bis acht», erklärt Felber.

Ware aus Überbeständen und Produktsponsoring

Die Ware im Caritas-Markt Sursee stammt zum Teil aus Überbeständen und Liquidationen von Grossverteilern, aber auch aus Produktsponsoring. Die Ware erhält das Geschäft von der Genossenschaft Caritas Markt in Sempach Station, welche die Akquise für alle 21 Caritas-Märkte in der Schweiz übernimmt. Zudem bezieht der Markt in Sursee Brot eines regionalen Bäckers vom Vortag. Edith Felber unterstreicht aber: «Wir unterliegen der Lebensmittelkontrolle. Abgelaufene Ware verkaufen wir nicht.» Möglich sei aber, dass die Produkte Etiketten- oder Verpackungsfehler aufweisen oder nur noch kurze Zeit haltbar sind. «Die Kunden kaufen günstig ein. Dafür brauchen sie Flexibilität.» Sie können nicht davon ausgehen, dass die gewünschte Ware immer verfügbar sei. «Für neue Kunden speziell ist jeweils, dass wir einige Mengenbeschränkungen kennen. So können etwa maximal sechs Liter Milch pro Tag und Haushalt gekauft werden.»

Der Caritas-Markt hat monatlich rund 1100 Kunden aus Sursee, den umliegenden Dörfern und nahen Berner und Aargauer Gemeinden. Felber stellt fest, dass viele Neukunden am Anfang Mühe hätten, den Laden aufzusuchen. «Vor allem ältere Menschen haben oft eine Schwellenangst, weil sie sich für ihre Armut schämen. Sie wollen nicht auffallen und getrauen sich deshalb nicht ins Geschäft.» Felber hofft deshalb, dass durch das Jubiläum mehr Leute auf das Angebot aufmerksam werden.

«Oft hilft es, wenn Personen aus dem Umfeld Armutsbetroffene auf das Angebot hinweisen.»
Edith Felber räumt die Regale ein. (Bild: Jakob Ineichen, 13. November 2019)

Edith Felber räumt die Regale ein. (Bild: Jakob Ineichen, 13. November 2019)

Finanzielle Unterstützung durch die Kirchgemeinden

Der Caritas-Markt Sursee erhielt für die ersten fünf Jahre eine Anschubfinanzierung durch die katholische und die reformierte Kirchgemeinde von Sursee. «Wir werden weiterhin von diesen sowie von der Stadt Sursee und weiteren politischen Gemeinden der Region unterstützt.» Nicht wegzudenken seien zudem die Freiwilligen. «26 Personen arbeiten jeweils an mehreren Halbtagen unentgeltlich mit. Ihnen gebührt ein grosses Lob für das Engagement in den letzten Jahren», sagt Felber.

Angesprochen auf ihre Wünsche für die Zukunft, nennt die Markt-Leiterin einen praktischen und einen leider illusorischen. Edith Felber sucht einerseits zwei bis drei Freiwillige, die sich als Brotkuriere betätigen. Andererseits wäre sie froh, wenn der Caritas-Markt obsolet würde. «Ich wünschte mir, dass das Geld besser verteilt wäre und alle genug für den Alltag hätten.» Da dies ein frommer Wunsch bleiben dürfte, hofft sie, dass noch mehr Armutsbetroffene vom Angebot des Caritas-Marktes profitieren können.

Hinweis: Am Freitag feiert der Caritas-Markt in Sursee sein 10-Jahr-Jubiläum. Um 17 Uhr findet an der Münchrütistrasse 14 in Sursee ein Apéro statt.