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Carparking unter dem «Schweizerhof»: Linke sind interessiert

Stadt Luzern In Sachen Verkehr geht im Moment einiges in Luzern. Am Samstag machte unsere Zeitung die Pläne von privaten Initianten publik, ein neues Parkhaus unter dem Schweizerhofquai zu bauen. Das unterirdische Parking soll in erster Linie Platz für Reisecars bieten. Damit könnte der alte Wunsch eines car-freien Schwanenplatzes endlich Realität werden. Ob es im geplanten Parking auch Autoparkplätze geben wird, ist hingegen noch offen. Und damit unterscheidet sich das Projekt in einem wesent­lichen Punkt vom umstrittenen Parkhaus Musegg. Dieses dient zwar ebenfalls der Carparkierung, bietet daneben aber noch Platz für 600 Autos. Das ist viel zu viel, finden die linken Parteien. Sie haben deshalb im Stadtparlament durchgesetzt, dass sich die Stadt aus den Planungen für das Parkhaus Musegg zurückzieht (wir berichteten).

Ein Parking nur für Cars – das ist hingegen auch für die Linken eine interessante Option. «Es scheint mir per se vernünftiger als das Parkhaus Musegg», sagtSP-Fraktionschef Nico van der Heiden. Wie die SP letztlich zum Projekt stehen wird, hängt vor allem davon ab, ob und wie viele Autoparkplätze vorgesehen sind. An ein paar Dutzend Parkplätzen für Personenwagen würde sich die SP wohl nicht stören – erst recht nicht, wenn diese oberirdisch kompensiert würden. Ein Parkhaus der Grössenordnung Musegg komme aus linker Sicht aber nicht in Frage, sagt Nico van der Heiden. «Was uns dort vor allem gestört hat, war, dass die Musegg-Initianten nicht bereit waren, über die Parkplatzzahl zu diskutieren. Beim Projekt Schweizerhofquai scheinen mir die Initianten hingegen recht offen.»

Auch die Grünliberalen sind «offen für eine Diskussion», wie Fraktionschef Jules Gut sagt. Er habe es zudem sehr geschätzt, dass die Initianten bereits in diesem frühen Stadium aktiv auf die Parteien zugegangen sind. Die Stadtluzerner Parteien haben nämlich für diese Woche eine Einladung für ein Treffen erhalten, bei dem sie über erste Details zum Schweizerhofquai-Projekt informiert werden. Vorsichtig offen zeigen sich auch die Grünen. Für Grossstadtrat Christian Hochstrasser gilt es zuerst aber noch, drei Hauptfragen zu klären: Welches Ziel verfolgt man mit dem Parkhaus genau? Welche Rolle spielt die öffentliche Hand? Was wären die Auswirkungen auf den Verkehr in der Stadt?

CVP-Grossstadtrat Roger Sonder­egger hat bisher an vorderster Front fürs Parkhaus Musegg gekämpft. Dem neuen Projekt am Schweizerhofquai steht er ebenfalls offen gegenüber. «Wir sollten dieses Projekt genauer prüfen.» Auch er sieht eine grosse Chance, wenn es den Initianten gelingt, sämtliche politischen Lager einzubinden. «Vielleicht wird das Projekt ja zum Rettungsanker für die Linken», meint Sonderegger in Anspielung darauf, dass die Linken zwar das Parkhaus Musegg ablehnen, aber keine Alternativlösung dazu haben.

Für FDP-Präsident Fabian Reinhard ist das Parkhaus Musegg zum jetzigen Zeitpunkt nach wie vor der «beste Lösungsansatz», dessen Machbarkeit zudem nachgewiesen sei. Das Schweizerhofquai-Projekt sei bisher eine Idee, die man aber gerne genauer prüfe. «Wichtig ist, dass die beiden Projekte nicht gegeneinander ausgespielt werden», so Reinhard. SVP-Fraktionschef Marcel Lingg findet es positiv, dass neben den Projekten Metro und Musegg noch eine dritte Idee diskutiert wird. «Irgendwann muss man sich aber auf eines dieser drei Projekte festlegen», sagt Lingg. (rk)

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