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CARPARKPLÄTZE: Gemeinden wehren sich gegen Car-Parkplätze

Der Ausbau im Brüelmoos ist gescheitert. Nun stellen sich auch die Gemeinden Kriens und Horw quer. Hand bieten wollen hingegen die VBL, obwohl sie ursprünglich der Stadt eine Absage erteilt hatten.
Stefan Dähler
Schon heute parkieren im Brüelmoos viele Cars. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 18. Mai 2016).)

Schon heute parkieren im Brüelmoos viele Cars. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 18. Mai 2016).)

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Die Cars werden für den Luzerner Verkehrsdirektor Adrian Borgula (Grüne) zur Knacknuss. Am Donnerstag hat der Grosse Stadtrat den Ausbau der Parkplätze im Brüelmoos abgelehnt und damit eine wichtige Massnahme des neuen Carparkierungskonzepts versenkt (wir berichteten).

Dieses Konzept sieht auch die Schaffung neuer Carparkplätze ausserhalb der Stadt vor – etwa an mehreren Standorten in Kriens, in den Gebieten Seetalplatz und Gersag in Emmen sowie beim Bahnhof Horw. Und auch hier dürfte die Stadt auf Granit beissen. «Aus raumplanerischer Sicht erachten wir einen Carparkplatz unmittelbar beim Bahnhof Horw weder als wünschenswert noch als sinnvoll», sagt der Horwer Bauvorsteher Thomas Zemp (CVP). «Zudem lassen die Platzverhältnisse dort kaum eine solche Nutzung zu.»

Parkhaus Musegg würde Krienser milder stimmen

Noch heftiger fällt die Reaktion in Kriens aus. Die vorgeschlagenen Standorte seien «planerisch oder politisch sinnlos», schreibt der Gemeinderat in der Antwort auf eine Interpellation von Erwin Schwarz (FDP). Im Widehof etwa werde ein neues Asylzentrum gebaut, beim Bahnhof Mattenhof würden Carparkplätze dem Gestaltungsplan widersprechen. Auf Anfrage sagt Bauvorsteher Matthias Senn (FDP): «Aus Krienser Sicht haben wir wenig Verständnis dafür, dass das Stadtparlament Carparkplätze auf Stadt­boden ablehnt und nun welche in anderen Gemeinden entstehen sollen, zumal die Stadt auch von den Steuereinnahmen durch den Tourismus profitiert.» Bei der Realisierung des Parkhauses Musegg hätte die Gemeinde Kriens immerhin die Gewissheit, dass provisorische Parkplätze in absehbarer Zeit wieder aufgehoben werden könnten, so Senn.

Der Emmer Baudirektor Josef Schmidli (CVP) konnte auf Anfrage noch keine Stellung zum Thema nehmen. Gespräche zwischen der Stadt und den Gemeinden haben noch keine stattgefunden.

Stadtrat Adrian Borgula hat «ein gewisses Verständnis» für die Reaktionen. «Wir sind noch nicht dazu gekommen, bei allen Standorten genügend Vorabklärungen zu machen.» Die insgesamt rund 40 Standortvorschläge stammen aus einer externen Studie. «Wir versuchen stets, Betroffene früh mit einzubeziehen. In diesem Fall alle Standorte abzuklären, bevor das Parlament erstmals Stellung zum Konzept nehmen konnte, hätte den Rahmen aber gesprengt.» Borgula will nun mit den betroffenen Gemeinden Kontakt aufnehmen.

Busdepot tagsüber öffnen

Allerdings zeigen die Reaktionen der Gemeinden sowie die gescheiterte Erweiterung Brüelmoos, dass die Schaffung neuer Carparkplätze schwierig wird. «Das war uns bereits im Vorfeld bewusst», sagt Borgula. «Es gibt keine einfachen Lösungen. Wir müssen nun schauen, wo man noch etwas herausholen kann.» Eine Option sei etwa, erneut bei den VBL anzuklopfen. Die Verkehrsbetriebe hatten den Vorschlag, das Busdepot tagsüber für Cars zu öffnen, ursprünglich abgelehnt. «Ich bin aber zuversichtlich, dass hier noch etwas möglich ist», sagt Borgula.

VBL-Sprecher Christian Bert­schi bestätigt, dass man in Kontakt mit der Stadt stehe. Man habe ursprünglich wegen betrieblicher und sicherheitstechnischer Bedenken abgelehnt. Da aber auch andere Transportunternehmen fremde Cars betreuen, hätten sich die VBL unabhängig von der politischen Entwicklung überlegt, das Depot teilweise zur Verfügung zu stellen. «Aus diesem Grund sind wir proaktiv auf die Stadt zugegangen und haben ihr signalisiert, dass wir eine Carparkierung nochmals prüfen.»

Bertschi betont jedoch, dass dafür noch einige Abklärungen nötig sind. Frühestens 2018 könnten Cars das VBL-Depot im Weinbergli oder das provisorische Aussendepot in Rothenburg nutzen. «Das Depot ist ein geschlossenes Gelände. Externe, die reinwollen, müssen sich anmelden. Die Frage ist, wie die Cars selbstständig hin- und wieder wegfahren können, ohne den Betrieb zu beeinträchtigen.» Ebenfalls ungeklärt ist, wo sich die Carchauffeure während ihrer Pausen aufhalten sollen.

Platz für maximal acht Cars

In Frage komme eine Nutzung des Depots durch Cars nur tagsüber – wenn die meisten Busse unterwegs sind. «Mehr als acht Plätze können im VBL-Depot nicht zur Verfügung gestellt werden.» Bertschi betont, dass die Stadt als Eigentümerin der VBL keinen Druck ausgeübt habe, die Nutzung des Depots nochmals zu prüfen. «Es ist ja auch in unserem Interesse, wenn die Cars auf der Suche nach Parkplätzen nicht die Innenstadt verstopfen.»

Trotz dieses Lichtblicks hat das Carparkierungskonzept bisher einen schweren Stand. Kommt hinzu, dass künftig allenfalls noch mehr Parkplätze nötig sind – falls das Inseli carfrei wird. Steigen so die Chancen für das Parkhaus Musegg wieder? «Die Ausgangslage hat sich diesbezüglich nicht verändert», sagt Adrian Borgula. Bekannterweise hat der Grosse Stadtrat die Weiterbearbeitung des Projekts gestoppt. Eine Volksinitiative verlangt jedoch, dass die Planung für das Parkhaus wieder aufgenommen wird (Ausgabe vom 18. März).

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