Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

CARS: Stadt ist tolerant, Polizei büsst

Weil sie in der Innenstadt keinen Platz finden, weichen viele Cars zum Verkehrshaus aus. Dort stehen sie teilweise auf Autoparkplätzen. Die Polizei will kein Auge zudrücken.
Beim Parkplatz Brüelmoos direkt neben dem Tennisclub Lido parkieren Cars auf Autoparkplätzen. (Bild: Boris Bügrisser / Neue LZ)

Beim Parkplatz Brüelmoos direkt neben dem Tennisclub Lido parkieren Cars auf Autoparkplätzen. (Bild: Boris Bügrisser / Neue LZ)

Christian Glaus

Nun sind sie wieder häufiger unterwegs in Luzern: die Reisegruppen, die per Car in die Stadt fahren. Noch ist die Zahl der Cars in einem überschaubaren Rahmen, doch im Sommer dürften die Tourismus- oder eben Car-Motoren wieder richtig brummen. Der Kampf um gute Parkplätze dürfte von neuem beginnen. Denn bekanntlich gibt es in der Stadt Luzern zu wenige Car-Parkplätze. Die Stadt arbeitet deshalb an einem Car-Parkierungskonzept, das Ende Jahr vorliegen soll.

Obwohl die Hochsaison noch nicht angelaufen ist, gibt es offenbar schon jetzt zu wenige Parkplätze für die Reisebusse. Deshalb weichen die Chauffeure bereits auf Autoparkplätze aus, wie Beobachtungen unserer Zeitung zeigen. Dies gilt insbesondere für den öffentlichen Parkplatz Brüelmoos direkt neben dem Tennisclub Lido. Die zwölf Carparkplätze, die es dort gibt, sind bis auf den letzten Platz besetzt. Deshalb halten die Reisebusse auch auf den Parkfeldern, die eigentlich Autos vorbehalten sind. «Diese Situation ist uns bekannt», sagt Roland Koch, Verkehrsexperte der Stadt Luzern. «Es gibt kurzfristig aber nichts, was wir dagegen tun können, ausser die Situation zu beobachten.»

Bis zu 100 Franken Busse

Gemäss Ordnungsbussengesetz werden Fahrzeuge gebüsst, welche auf Parkplätzen parkieren, die nicht für sie vorgesehen sind. Bis zu einer Dauer von 2 Stunden beträgt die Busse 40 Franken, zwischen 2 und 4 Stunden sind es 60 Franken, zwischen 4 und 10 Stunden 100 Franken. Bei über 10 Stunden erfolgt eine Anzeige.

Die rechtliche Situation ist somit klar, Cars dürfen nicht auf Autoparkplätzen parkieren. Dennoch ist die Stadt tolerant, wie Koch sagt: «Wir sind froh, wenn die Cars dort stehen und nicht irgendwo auf der Strasse, wo sie die Verkehrssicherheit gefährden.» Er begründet dies damit, dass der öffentliche Parkplatz Brüelmoos von Autos nicht stark frequentiert werde.

Doch die Stadt Luzern hat die Rechnung nicht mit der Polizei gemacht. Kurt Graf, Mediensprecher der Luzerner Polizei, sagt gegenüber unserer Zeitung: «Die Stadt kann die Situation schon tolerieren. Doch für die Kontrolle auf öffentlichen Parkplätzen ist die Polizei zuständig. Wir sind verpflichtet, eine Busse auszustellen, wenn dort Fahrzeuge falsch parkiert sind.» Ein Auge zudrücken und das Falschparkieren tolerieren könne die Polizei nicht. Laut Graf werden also auch beim Parkplatz Brüelmoos Kontrollen durchgeführt. Wie viele Cars wegen Falschparkierens gebüsst wurden, kann er aber nicht sagen. Dies gehe nicht aus der Statistik hervor, weil auch Fahrzeuge anderer Kategorien gleiche Übertretungen machen.

Zusätzliche Parkplätze beim Lido?

Laut Roland Koch lässt sich der Mangel an Carparkplätzen nicht auf die Schnelle beheben. Er verweist auf das eingangs erwähnte Konzept, das noch in Erarbeitung ist. «Ich wüsste nicht, wo wir kurzfristig Platz schaffen könnten.» Im Rahmen des Car-Parkierungskonzepts werde aber unter anderem geprüft, beim Parkplatz Brüelmoos zusätzliche Carparkplätze zu erstellen. «Dies würde dann zu Lasten der Autoparkplätze geschehen», sagt Koch.

80 000 Cars in Innenstadt

Wie viele Cars genau zu Spitzenzeiten jeweils in der Stadt Luzern unterwegs sind, ist nicht bekannt. Einen Anhaltspunkt liefern aber die Frequenzen, welche auf dem Schwanen- und dem Löwenplatz erhoben werden. «Die Zahl der Touristen-Cars auf diesen beiden Plätzen ist im letzten Jahr von rund 60 000 auf 80 000 gestiegen», sagt der städtische Verkehrsexperte Roland Koch. Für 2016 rechnet er jedoch mit einem Rückgang der Frequenzen. Insgesamt gibt es in der Stadt Luzern 71 Carparkplätze und 9 Anhalteplätze.

Fussgängerstreifen bleibt, wo er ist

Das Trottoir vor dem Hotel de la Paix wurde kürzlich um 2 Meter verbreitert. Nötig war dies vor allem wegen des im letzten Jahr eingeführten Car-Regimes. Seither können Touristen abends beim Schwanenplatz nur noch aussteigen. Zum Einsteigen müssen sie zum Löwenplatz laufen – womit am Löwenplatz deutlich mehr Fussgänger unterwegs sind. Ursprünglich plante die Stadt, den Fussgängerstreifen vor dem «De la Paix» um ein paar Meter zu verschieben. Das habe sich dank der Trottoirverbreiterung erübrigt, so Verkehrsexperte Roland Koch: «Die Situation ist nun wesentlich besser.» Zudem ist die Lösung deutlich günstiger als eine Verschiebung des Fussgängerstreifens.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.