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«Casa d'Italia» in Luzern wird definitiv versteigert

Der italienische Staat will das ehemalige italienische Konsulatsgebäude in Luzern verkaufen - für 3,39 Millionen Franken. Ob das Gebäude als Zentrum zur Förderung der italienischen Kultur erhalten werden kann, ist ungewiss.
Hugo Bischof
Die «Casa d'Italia» an der Obergrundstrasse 92 in Luzern. (Bild: Pius Amrein, 12. April 2017)

Die «Casa d'Italia» an der Obergrundstrasse 92 in Luzern. (Bild: Pius Amrein, 12. April 2017)

Das frühere italienische Konsulat an der Obergrundstrasse 92 in Luzern wird vom italienischen Staat am 5. Oktober versteigert. Das ist einem Inserat in unserer Zeitung zu entnehmen. Offerten können ab sofort eingereicht werden. Das Mindestangebot beträgt 3,39 Millionen Franken, heisst es in den Unterlagen, die auf der Website des italienischen Generalkonsulats in Zürich einsehbar sind.

Im Gebäude an der Obergrundstrasse 92 war bis vor zwei Jahren auch die Colonia Italiana einquartiert, ein Versammlungsort für Italiener der ersten und zweiten Generation. Zudem befanden sich hier die Bibliothek und der Kulturverein Dante Alighieri, Teile der Università popolare Unitre Luzern sowie die Kindertagesstätte Asilo Italiano.

Als Erbe der italienischen Immigration erhalten

Dass der italienische Staat die «Casa d’Italia» verkaufen will, ist seit längerer Zeit bekannt. Er hatte Ende 2016 allen bisherigen Nutzern gekündigt, weil er für das Gebäude offenbar keinen Verwendungszweck mehr sieht. Im Jahr 2017 formierte sich daraufhin in der Italienergemeinschaft eine Genossenschaft. Sie setzte sich zum Ziel, das Haus zu kaufen und als Erbe der italienischen Immigranten zu bewahren – «unter Ausschluss jeder spekulativen Absicht», so die Statuten.

Die 3,39 Millionen Franken, die der italienische Staat für die Liegenschaft verlangt, liegen aber weit über den Preisvorstellungen der Genossenschaft «Casa d’Italia Lucerna». Diese wollte die Liegenschaft für 2 Millionen Franken kaufen. 1,5 Millionen Franken sollten über Bankkredite, 500'000 Franken via Verkauf von Genossenschafts-Anteilscheinen à 1000 Franken hereinkommen. Das reicht für den jetzt festgelegten Mindestpreis bei weitem nicht.

Stadt Luzern will keine Garantie leisten

Die Genossenschaft habe alles unternommen, um den italienischen Staat zu einem Einlenken zu bewegen, sagt Vorstandsmitglied Ippazio Calabrese: «Ich war in Rom und habe mit mehreren Abgeordneten Gespräche geführt – leider ohne Erfolg.» Auch beim Kanton Luzern sei man abgeblitzt. Man hoffe noch immer auf eine finanzielle Garantie der Stadt Luzern, damit die Banken ihre Kredite erhöhen, sagt Calabrese. Auch diese Hoffnung hat sich nun zerschlagen. «Die Stadt wird keine Garantie leisten, da ein allgemeines öffentliches Interesse der Stadt am Gebäude fehlt», sagt Urs Purtschert, Stabschef der Stadtluzerner Bildungsdirektion, auf Anfrage. Das habe man der Genossenschaft schon im März mitgeteilt.

Immerhin hat die Stadt die Genossenschaft mit Kontakten zu möglichen Geldgebern unterstützt. Man habe inzwischen in Eigenregie von zwei Privatpersonen Zusagen für Darlehen in sechsstelliger Höhe mit einer Laufzeit von 15 Jahren erhalten, so Calabrese.

Kaufofferten für die «Casa d’Italia» können bis zum 3. Oktober beim italienischen Generalkonsulat in Zürich eingereicht werden. Dort findet am 5. Oktober um 10 Uhr auch die Versteigerung statt. Ob es andere Interessenten für die Liegenschaft als die Genossenschaft «Casa d’Italia Lucerna» gibt, wollte das italienische Konsulat in Zürich auf Anfrage nicht bekannt geben. Die Genossenschaft hat ein Vorkaufsrecht, falls sie die 3,39 Millionen Franken zusammenbringt (Korrektur siehe Hinweis am Schluss sowie Folgeartikel).

Ein Zentrum auch für andere Kulturen

Das Gebäude an der Obergrundstrasse 92 in Luzern wurde 1906 erbaut. Der italienische Staat erwarb es in den 1930er Jahren. Das Gebäude hat drei Stockwerke. Dazu kommen ein Dachgeschoss und der Keller. Im Bauinventar der Stadt ist es als schützenswert eingestuft. Die Genossenschaft «Casa d’Italia Lucerna» möchte in der «Casa d’Italia» wieder die italienische Kultur fördern. Das Gebäude soll aber auch Immigranten aus anderen Kulturen sowie Schweizern offenstehen.

Richtigstellung

Im Gegensatz zur Darstellung in diesem Artikel verfügt die Genossenschaft« Casa d’Italia» über kein Vorverkaufsrecht für die Liegenschaft an der Obergrundstrasse 2 in Luzern. Das italienische Konsulat in Zürich legt Wert auf die Feststellung, dass an der Versteigerung am 5. Oktober in Zürich diejenige natürliche beziehungsweise juristische Person den Zuschlag erhält, die das höchste Gebot einreicht. Der angebotene Preis muss höher sein als der Ausgangspreis von 3,39 Millionen Franken oder diesem entsprechen. Wir bitten Sie, die falsche Darstellung in diesem Artikel zu entschuldigen.

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