CASCADA: Einer der dienstältesten Hoteldirektoren feiert Jubiläum

Nur wenige hält es so lang an der Spitze desselben Hotels: Roland Barmet leitet seit 25 Jahren das «Cascada». Kein Wunder, kennt er jeden einzelnen Mitarbeiter mit Namen.

Roger Rüegger
Drucken
Teilen
Roland Barmet im Eingangsbereich des neu umgebauten Hotels Cascada (früher «Johanniter»). (Bild Pius Amrein)

Roland Barmet im Eingangsbereich des neu umgebauten Hotels Cascada (früher «Johanniter»). (Bild Pius Amrein)

Gestern gab es im Hotel Cascada am Bundesplatz gleich doppelt zu feiern: einerseits den Abschluss der Renovierung sämtlicher 66 Zimmer, andererseits das 25-Jahr-Jubiläum von Hoteldirektor Roland Barmet (54). Er gehört zu den dienstältesten Hoteldirektoren der Stadt. Einzig Thomas Egli, der seit 25 Jahren und einem Monat Direktor im Seehotel Hermitage ist und Peter Büsser (seit 27 Jahren im Hotel Des Balances) sind länger im Amt.

Deutsch-Pflicht für Mitarbeiter

Ein Rundgang durchs Hotel Cascada mit Direktor Barmet gewährt einen tiefen Einblick hinter die Kulissen und zeigt jene Mitarbeiter, die der Gast gewöhnlich nicht oder nur kurz zu Gesicht bekommt: Zimmermädchen, Küchencrew, Waschequipe. Bemerkenswert ist, dass der Chef sämtliche Mitarbeiter, denen er begegnet, mit einem Händedruck begrüsst und dabei alle beim Namen nennt. «Für mich ist es selbstverständlich, jedem einzelnen meiner Mitarbeiter persönlich guten Tag zu sagen und auch mal nachzufragen, wie es ihm geht», erklärt Barmet. Wichtig sei, dass sich die Angestellten kollegial und respektvoll begegnen und einen achtsamen Umgang miteinander pflegen. So weisen zum Beispiel Schilder die Mitarbeiter an, dass alle überall deutsch zu sprechen haben, damit jeder Kollege jederzeit versteht, worum sich Gespräche drehen. «Hier arbeiten 60 Leute aus verschiedenen Nationen, die verschiedene Sprachen sprechen. Es soll sich niemand ausgeschlossen fühlen», erklärt Barmet.

Bevor Roland Barmet Direktor wurde, arbeitete er bereits zwei Jahre im Hotel Cascada, das damals noch Hotel Johanniter hiess. Wobei Barmet nicht nur als Direktor, sondern bei den diversen Umbauten auch als Bauherr agiert. «Ich bin zugleich Chef, Hausmeister und Mechaniker in einer Person. Wenn nachts irgendwo eine Störung auftritt, bin ich meistens in der Lage, diese kurzfristig zu beheben, bis anderntags ein Handwerker gerufen werden kann», sagt er. Auch bei der jüngsten Renovation hat Barmet mitgeholfen. Die 66 klimatisierten Zimmer liess er speziell ausgefallen einrichten. Jeder Raum trägt den Namen eines Schweizer Wasserfalls – Cascada eben – und ist entsprechend gestaltet. «In der Pionierzeit des Schweizer Tourismus wurde mit Wasserfällen geworben. Wir nehmen diese Tradition neu auf», erklärt er.

Volltreffer mit Tapas

Das Hotel wurde in den letzten Jahren laufend umgebaut. Die Besitzerin, die Krankenkasse Concordia, hat Barmet stets freie Hand gelassen. Dabei stellte sich 1994 zum Beispiel die Frage, ob das Hotel weiterhin mit dem personalintensiven Restaurationsbetrieb «Bolero» weiterbetrieben werden sollte. Barmet fand: ja – und überzeugte den Verwaltungsrat davon. Zu Recht, wie sich herausstellte. Das tägliche Tapas-Buffet etwa ist bekannt und beliebt. Dieses war übrigens nicht Barmets eigene Idee, sondern wurde von einer Mitarbeiterin in Ausbildung angeregt. Barmet: «Jeder Angestellte ist angehalten, pro Jahr einen Optimierungsvorschlag zu bringen. Die Mitarbeiterin schlug vor, das abendliche Salatbuffet durch ein Tapasbuffet zu ersetzen. Die Idee schlug ein.»

Wein vom Rebberg der Ehefrau

Barmet hat sein halbes Leben im Cascada verbracht. «Ich gehe jeden Tag gerne zur Arbeit. Mein Job ist sehr abwechslungsreich», sagt der Mann, der in Aarau und Erlinsbach aufgewachsen ist und nach einem Welschlandjahr eine Kochlehre absolvierte. In der Küche des Restaurants steht er schon seit vielen Jahren nicht mehr. Ganz entfernt von der Kochplatte hat er sich aber nicht. Durch seine spanische Ehefrau hat Barmet eine Affinität zur spanischen Küche entwickelt. Seine Frau ist Mitbesitzerin eines Rebberges in Spanien. Selbstverständlich werden im «Cascada» die «Esencial»-Weine aus diesem Rebberg ausgeschenkt. Ausserdem bietet Barmet im Hotel regelmässig Paella-Kochkurse an und lässt es sich nicht nehmen, ab und zu beim Partyservice als Küchenchef zu agieren. Zu Hause aber koche er nur an den Wochenenden, betont er.

Erfahrung im Service und an der ­Réception sammelte Barmet in Laax, Lugano und in mehreren Luzerner Hotels: Gütsch, De la Paix, Schiller oder Tivoli sind nur einige. Da drängt sich zum Schluss die Frage auf, ob das «Cas­cada» die letzte Station Barmets als Hoteldirektor ist. Dazu meint er: «Ich habe Vorstellungen, wie, wann und wo ich die Zeit nach dem ‹Cascada› verbringe. Aber darüber reden wir noch nicht.»

Ihn erwartet hohe Fasnachtsehre

Was aber unbedingt erwähnt werden muss, ist sein Engagement an der Luzerner Fasnacht. Im nächsten Jahr bekleidet er das Amt als Präsident des Lozärner Fasnachtskomitees (LFK). Das ist zwar nicht neu, weil der jeweilige Präsident im Normalfall bereits seit acht Jahren weiss, wann er das Amt antreten wird. Er als Ur-Luzerner freut sich dennoch «rüüdig» auf das Amt. «Das ist die Belohnung für die vielen Jahre vorher, als ich beim LFK bügeln musste.»

Roger Rüegger