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Chaoten fahren mit 13'000 Goldmünzen und einem Tresor an die Luzerner Fasnacht

Der traditionelle Baustellenrundgang des Lozärner Fasnachtskomitees eine Woche vor dem SchmuDo führte am Donnerstagabend in die Agglo, sogar in die ausserkantonale.

Roman Hodel
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Helen Rohrer von den Lozärner Chaote am letzten Feinschliff.

Helen Rohrer von den Lozärner Chaote am letzten Feinschliff.

Manuela Jans-Koch, Eschenbach, 13. Februar 2020

Wo liegt eigentlich dieses Entenhausen? Zumindest momentan in Eschenbach, haarscharf an der Grenze zu Waldibrücke. Denn dort, in einer Scheune, steht ein riesiger Tresor auf vier Rädern. Die Fassade grau verputzt, mit dem obligaten Dollarzeichen drauf. Vor dem Tresor surft Dagobert Duck, natürlich im Geld. Genau genommen sind es sage und schreibe 13'000 Goldmünzen, aus Kunststoff wohlverstanden. Jede einzelne davon ist angeklebt. Hut ab! Gab wohl ziemlich viel zu tun.

Manuela Jans-Koch, Eschenbach, 13..Februar 2020

Wir befinden uns im Bastellokal der Wagenbaugruppe Lozärner Chaote. Am Donnerstagabend war es; eine von sieben Stationen auf dem traditionellen Baustellenrundgang des Lozärner Fasnachtskomitees jeweils eine Woche vor dem SchmuDo. «Das ist wirklich Dagobert Duck dort oben und nicht etwa Donald Trump», erklärte Chaote-Präsident Dani Buchecker. Sein Verein zählt aktuell 13 Mitglieder...

(Bild: Manuela Jans-Koch, Eschenbach 13. Februar 2020)

 ...und feiert dieses Jahr den 25. Geburtstag. Anfänglich nahmen sie als «Wilde» an den Luzerner Umzügen teil, seit 2003 sind sie offiziell dabei. Die Chaote sind auf Comic-Sujets spezialisiert. 2019 etwa marschierten sie als Popeye durch die Strassen, dieses Jahr eben ist «Ducktales» angesagt. Buchecker:

«Wir haben es in den Anfängen mit Spinnen und so probiert, doch wir mussten feststellen, dass uns lustige, bunte Sujets mehr liegen als düstere Sachen.»

Eher düster geht es bei den Lozärner Mönche zu und her, einer weiteren Station auf dem Baustellenrundgang. Ihr Bastellokal liegt in der Nähe des Kantonsspitals Nidwalden in Stans. Auf ihrem Wagen haben sie mit viel Holz eine dunkle, kleine Brauerei aufgebaut. Aus Fässern steigt Rauch auf, ein Mönch mit einem grossen Grend rührt in einem Topf.

Roman Hodel, Stans 13. Februar 2020

Der Name ist Programm: Die Mönche gehen als Mönche an die Fasnacht. «Wir müssen sogar, alle fünf Jahre, so steht es in unseren Vereinsstatuten», sagt Philipp Knaller. Da sie heuer ihr 10-Jähriges feiern, ist es die dritte Fasnacht als Mönche. Aber das erste Mal, dass sie als bierbrauende Mönche unterwegs sind und überhaupt das erste Mal, dass sie offiziell am Wey-Umzug teilnehmen. «Darauf sind wir stolz», so Knaller.

Bislang fungierten sie, wie die Chaoten am Anfang auch, unter den «Wilden». Allerdings: Ein kleines Malheur ist dem LFK passiert, wie am Donnerstag zu hören war: Im offiziellen Umzugsprogramm steht bei den Lozärner Mönchen das falsche Sprüchli zum Sujet. Nämlich etwas von Samba, Sonne und Fasnacht im März. Was tatsächlich nicht so recht zum Bierbrauen passen will. «Tut uns leid», sagte Bruno Schmid vom LFK und überreichte Truffes plus etwas Flüssiges zum Runterspülen. «Uh, das war sicher Copy paste», frotzelte einer. Und weil wir «Verbarmen» haben mit dem LFK, liefern wir hier das richtige Sprüchli – es lautet ungefähr so: «Ein edler Gerstensaft gibt Schönheit und Kraft / Darum brauen die Mönche aus Luzern – ein Bier, das jeder hat gern.»

Nach dem Rundgang ist klar: Die Wagengruppen sind auf der Zielgeraden, der SchmuDo kann kommen. Oder um es mit dem Schlachtruf der Chaoten zu sagen:

«Fasnacht! Fasnacht! E rüüdig schöni Fasnacht!»
Her mit der Kohle! LFK-Präsident Roland Fischer (links) und Fritschivater Daniel Medici beäugen den Chaoten-Wagen.

Her mit der Kohle! LFK-Präsident Roland Fischer (links) und Fritschivater Daniel Medici beäugen den Chaoten-Wagen.

Manuela Jans-Koch, Eschenbach 13. Februar 2020
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