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Charly Freitag tritt als Luzerner Kantonsrat ab – und wird SPV-Direktor

Er ist FDP-Kantonsrat und Gemeindepräsident von Beromünster – doch bald zieht sich Charly Freitag aus der Politik zurück. Der Grund ist seine Wahl am Samstag zum Direktor der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung (SPV).
Interview: Lena Berger
Charly Freitag im Gespräch mit Christian Betl, dem Präsident der Paraplegiker-Vereinigung (Bild: PD)

Charly Freitag im Gespräch mit Christian Betl, dem Präsident der Paraplegiker-Vereinigung (Bild: PD)

Seit 2009 ist der 40-jährige Charly Freitag Gemeindepräsident von Beromünster, seit 2011 Kantonsrat. Nun endet diese Ära. Der FDP-Politiker ist am Samstag an der ausserordentlichen Delegiertenversammlung der SPV zum neuen Direktor gewählt worden. Der Wirtschaftsinformatiker und Jurist wird im Mai 2019 wird er die 100-Prozent-Stelle antreten.

Charly Freitag, der Termin für dieses Interview hat sich um fast eine Stunde verzögert. Hatten die Delegierten so grossen Gesprächsbedarf?

Es gab tatsächlich einige, die mir nach der Vorstellungsrunde noch etwas auf den Zahn fühlen wollten – auch was meine politische Haltung angeht, beispielsweise die IV-Revision betreffend. Es war aber ein sehr herzlicher Empfang, der mir geboten wurde.

Welche Themen brennen den Delegierten unter den Nägeln?

In einem ersten Schritt ging es vor allem darum, uns kennen zu lernen. Aber ich habe schon gespürt, dass es innerhalb des Verbands unterschiedliche Bedürfnisse gibt, die wir unter einen Hut bringen wollen.

Das hohe Salär des bisherigen Stelleninhabers gab Anlass zur Kritik. Wie viel werden Sie künftig verdienen?

Mein Vorgänger verdiente 2016 410 000 Franken was schrittweise auf 296 000 gesenkt wurde. Mein Lohn wird sich auf 201 500 Franken brutto belaufen. Das scheint mit in Anbetracht der Anforderungen wie auch meiner Erfahrung und zweier Hochschulabschlüsse angemessen zu sein. Es ist mir wichtig, dass wir in diesem Punkt transparent sind.

Gegen Ihren Vorgänger wurden auch Vorwürfe wegen Machtkonzentration und Vetternwirtschaft laut. Wie wollen Sie neues Vertrauen schaffen?

Ich kann mich zur Vergangenheit nicht äussern, weil ich nicht dabei war. Meine künftige Aufgabe ist in den Statuten klar umschrieben: Der Zentralvorstand und die Delegierten legen die Strategie des Verbands fest – ich habe dabei nur eine beratende Funktion. Meine eigentliche Aufgabe wird es sein, die Vorgaben des Zentralvorstandes und die Ideen der Delegierten operativ umzusetzen.

Ihr Vorgänger war auch im Zentralvorstand. Wird dieser Sitz wieder durch Sie besetzt?

Ich gehe davon aus, dass ich wie auch mein Vorgänger nicht Mitglied des Zentralvorstandes bin, sondern in beratender Funktion an deren Sitzungen teilnehme. Aktuell ist eine Arbeitsgruppe eingesetzt, welche die Statuten überarbeitet. Wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, wird sich zeigen, ob sich meine Funktion im Vorstand künftig ändert.

Die politischen Mandate machen derzeit bei Ihnen ein 65-Prozent-Pensum aus. Welche Ämter werden Sie für die SPV niederlegen?

Ich werde als Kantonsrat auf Ende Jahr zurücktreten. Das Amt als Gemeindepräsident werde ich auf den 1. April abgeben. Und auch von der Funktion als Präsident des regionalen Entwicklungsträgers werde ich demissionieren. Es ist mir wichtig, dass ich diese Funktionen gut übergeben kann, sie haben mir schliesslich am Herzen gelegen. Wie es mit meinen ehrenamtlichen Tätigkeiten bei Benevol und im Messerat von Swiss Handicap weitergeht, werde ich noch mit dem Zentralvorstand besprechen.

Sie sind zehn Jahre lang ein Vollblut-Politiker gewesen. Werden Sie diese Arbeit vermissen?

Ich bin in die Politik gegangen, weil ich mich für Menschen einsetzen wollte. Als Gemeindepräsident war ich nah an den Menschen und ihren Anliegen. Für sie habe ich versucht, etwas zu bewegen. Bei meiner neuen Tätigkeit geht es um das Gleiche – wenn auch um eine andere Gruppe von Menschen. Die letzten zehn Jahre waren eine intensive Zeit. Ich freue mich aber sehr auf das, was kommt – vor allem darauf, mich 100 Prozent einer Sache widmen zu können.

Welche Erwartungen haben die Delegierten an Sie?

Die SPV ist ein Dachverband für 27 Clubs mit zum Teil unterschiedlichen Bedürfnissen. Manche Stimmen fordern mehr politisches Engagement, andere wollen den sportlichen Bereich ausbauen. Wie gesagt, es ist am Zentralvorstand und an den Delegierten, über die Strategie zu entscheiden. Meine Aufgabe sehe ich darin, was die SPV mit den bestehenden Ressourcen leisten kann. Auch in diesem Punkt ähnelt mein neuer Job dem alten als Gemeindepräsident.

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