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«Chefsache»: Heikle Balance

Chefredaktor Jérôme Martinu äussert sich zu den aktuellen Verkehrszahlen in Luzern.
Jérôme Martinu

Jérôme Martinu

«Der Autoverkehr ist rückläufig.» Die neusten Zahlen der Verkehrsstatistik in der grössten Zentralschweizer Kommune stützen diese Schlagzeile. Im Zentrum der Stadt Luzern, beim Nadelöhr Seebrücke, nimmt die Zahl der Fahrten seit mehreren Jahren leicht ab. Von 56000 auf 52500 Autos seit 2013, während der ÖV stabil bei rund 36000 Querungen bleibt. Ist das die Trendwende? Der grosse Blick zeigt ein anderes Bild: Die Zahl der Fahrzeuge im Kanton Luzern steigt kontinuierlich. 261386 Personenwagen waren 2018 immatrikuliert. 178789 waren es zehn Jahre zuvor.

Um 3 Prozent ist der motorisierte Individualverkehr (MIV) im Innenstadtkordon seit 2013 zurückgegangen. Das ist auch ein Erfolg der stadträtlichen, von der linksmittigen Parlamentsmehrheit gestützten Verkehrspolitik. Die Lenkung hat Vorteile. So ist eine Verlagerung, auch hier sind es 3 Prozent, hin zum ÖV sinnvoll und nachhaltig. Allerdings ist diese Lenkung – andere sagen: Verdrängungspolitik – auch recht egoistisch. Den Preis dafür zahlen nämlich die Agglomerationsgemeinden. Denn dort nimmt der MIV zu, um 7 Prozent seit 2013.

Stadt und Agglo sind stark voneinander abhängig. Als Wohn-, Wirtschafts-, Mobilitätsraum. Das symbiotische Verhältnis droht verkehrspolitisch indes künftig aus der Balance zu geraten, wenn die einen auf Kosten der anderen Verlagerungsziele durchsetzen wollen. Die Akteure tun also gut daran, die Mobilität so zu planen, dass der Horizont über die eigene Stadt- und Gemeindegrenze hinausreicht.

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