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Chinesischer Matrose gesucht: die SGV setzt auf Mandarin

Die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees buhlt um chinesische Touristen. Matrosen aus China sollen den Gästen bei der Verständigung helfen. Jetzt wird eine Stelle frei, und die SGV sucht chinesische Verstärkung.
Sandro Renggli
Jin Zhiwen arbeitet seit drei Jahren als Matrose für die SGV. Mitarbeiter mit chinesischer Herkunft sollen Touristen aus China mehr Komfort bieten. (Bild: Eveline Beerkicher, 14. April 2016)

Jin Zhiwen arbeitet seit drei Jahren als Matrose für die SGV. Mitarbeiter mit chinesischer Herkunft sollen Touristen aus China mehr Komfort bieten. (Bild: Eveline Beerkicher, 14. April 2016)

95 Cars mit 4000 chinesischen Reisenden machten am Montag in Luzern Halt – die grösste Reisegruppe, welche die Stadt je besucht hat. Für den Luzerner Tourismus ist das Gold wert. Auch die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) weiss um das Potenzial der chinesischen Touristen. Auch sie haben zum Umsatz von 80 Millionen Franken, den die SGV Gruppe im Jahr 2018 verzeichnet hat, beigetragen.

Seit 2016 verfolgt die Schifffahrtsgesellschaft ihre ganz eigene Taktik, um den Chinesen ihren Aufenthalt noch angenehmer zu machen: «Einige chinesische Reisende sprechen kein oder nur ein wenig Englisch. Die Verständigung ist daher schwierig», erklärt Werner Lüönd, Leiter Marketing & Sales Schifffahrt der SGV. «Um den Informationsaustausch zwischen dem Schiffspersonal und den chinesischen Gästen zu fördern, haben wir uns bereits vor vier Jahren entschieden, zwei chinesische Matrosen einzustellen.»

Freude an eigenen Landsleuten

Diese Mitarbeiter werden vorwiegend auf Schifffahrten mit einer grösseren Anzahl von chinesischen Gästen eingesetzt, wie beispielsweise auf der Rundfahrt mit der Panorama-Yacht Saphir im Luzerner Seebecken. Zudem arbeitet eine chinesische Verkäuferin an der Schiffsstation.

Nun geht einer der chinesischen Matrosen, und die SGV sucht einen Nachfolger – mit chinesischer Abstammung. Denn die Schifffahrtsgesellschaft hat gute Erfahrungen mit dem Konzept gemacht: «Die Reaktionen waren durchwegs positiv», resümiert Lüönd. «Einerseits von den chinesischen Gästen, welche überrascht waren, ‹Landsmänner› als Matrosen auf dem Vierwaldstättersee zu sehen. Und andererseits auch von Schweizer Gästen, welche sehr interessiert sind, wieso nun ein ‹Chinese› bei der SGV arbeitet. Sie sprechen die Matrosen aktiv darauf an.»

Mandarin alleine reicht nicht

Die Anforderungen im Stelleninserat zeigen aber, dass die chinesische Herkunft alleine noch lange nicht reicht. Die Kandidaten müssen unter anderem natürlich auch fliessend deutsch sprechen, fit sein und gute Schwimmkenntnisse haben. «Grundsätzlich müssen diese Kandidatinnen und Kandidaten die gleichen Bedingungen erfüllen, wie das übrige nautische Personal und in diesem Fall angehende Matrosinnen und Matrosen – mit dem Unterschied, dass sie die Sprache Mandarin beherrschen müssen», bestätigt Lüönd.

Übrigens: die chinesischen Matrosen haben die gleichen Aufstiegsmöglichkeiten wie die anderen Mannschaftsmitglieder. Es ist also möglich, dass dereinst Schiffe auf dem Vierwaldstättersee von einem chinesischen Kapitän befehligt werden.

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