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CIRCUS KNIE: Fredy Knie junior: «Die Tiere werden auf Hochglanz poliert»

In den nächsten zweieinhalb Wochen gastiert der Circus Knie auf der Luzerner Allmend. Für die Premiere am Freitag wurde am Donnerstag in Windeseile das Zelt aufgebaut. Auch die Tiere erhalten beim Aufbau besondere Beachtung.
Gabriela Jordan
Kamele gehören zu den Tierattraktionen im Knie (oben links), genauso wie Fredy Knies Lieblinge, die Pferde (oben rechts). Unten: Knie-Mitarbeiter beim Aufbau der Manege. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 20. Juli 2017))

Kamele gehören zu den Tierattraktionen im Knie (oben links), genauso wie Fredy Knies Lieblinge, die Pferde (oben rechts). Unten: Knie-Mitarbeiter beim Aufbau der Manege. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 20. Juli 2017))

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

Das riesige weiss-rote Zirkuszelt ist von weitem ein Blickfang. Umgeben von zahlreichen Wohn- und Zirkuswagen prangt es seit Donnerstag mitten auf der Luzerner Allmend. Wie jeden Sommer hat der Schweizer National-Circus Knie dort für die nächsten paar Wochen seine Zelte aufgeschlagen. Heute Freitagabend findet die erste Vorstellung der neuen Show «Wooow!» statt (siehe Kasten). Noch gestern herrschte auf dem Gelände jedoch emsiges Treiben. Bei windigem Wetter machte sich das insgesamt 250-köpfige Zirkusteam für das Luzerner Publikum bereit, wobei das Scheinwerferlicht für einmal vor allem auf der Aufbaumannschaft lag. Die aus Polen und Marokko stammenden Männer waren bereits in der ganzen Nacht auf Donnerstag mit der Verschiebung des Zirkus von Windisch, dem vorherigen Spielort, beschäftigt.

Am Morgen ging es für die rund 100 Männer dann gleich weiter: Denn bis am Ende des Tages müssen das Hauptzelt mit Manege und Tribüne sowie die Tiergehege stehen, Strom- und Wasser­leitungen verlegt werden und für den letzten Schliff beispielsweise Dekorationslämpchen aufgehängt werden. In Windeseile nimmt die ganze Zeltstadt Form an, es wird geschleppt, verlegt, gehämmert und gehängt. Jeder Handgriff der routinierten Arbeiter scheint dabei zu sitzen, Worte werden kaum gewechselt. Kurz vor neun Uhr morgens wird es spannend, als die Zirkuskuppel in den Himmel hochgezogen wird. Alles klappt einwandfrei – kein Wunder, ist Luzern während dieser Tournee doch schon der 21. Spielort.

Weniger Aufwand wegen fehlender Elefanten

In kariertem Hemd und bequemen Schuhen erscheint kurz darauf Fredy Knie junior (71), der das Unternehmen seit 1992 zusammen mit Franco Knie senior (62) führt. Er führt durch das Gelände, gibt hie und da Anweisungen zur Errichtung der Gehege und spricht gleichzeitig über sein Lieblingsthema: die Tiere – im Besonderen aber über die Pferde. «Alle Tiere kamen am Mittwoch nach der letzten Vorstellung in Windisch spätabends hier an. Das Nötigste, wie etwa die Pferdeboxen, ist schon aufgestellt, jetzt wird rasch noch der Rest gemacht», sagt er.

Da sich der Circus Knie vor zwei Jahren bekanntlich von den Elefanten und damit von seiner Familientradition verabschiedet hat, ist der Aufwand für den Tiertransport nun etwas kleiner. Die «neuen Elefanten» sind dieses Jahr die 13 Ziegen, unter ihnen zwei seltene graue Bergziegen mit langen Fellzotteln. Vor allem bei Franco Knie junior (38) scheuen sie keine Berührungsängste und lassen sich von ihm sofort streicheln. Franco Knie junior führt mit ihnen die neue Nummer auf. Und was beinhaltet diese? «Etwas Lustiges», meint er lächelnd. Leicht zu vergessen sind die vielen Jahre mit den Elefanten trotzdem nicht: Auf die Frage, ob er deswegen dennoch ein wenig wehmütig sei, nickt Franco Knie junior bloss.

Nun also Ziegen. Doch das ist noch längst nicht alles: «Wir haben 6 Kamele, 4 Zebras, 6 Lamas, 24 Ponys und 36 Pferde», zählt Fredy Knie junior während der Führung im Eiltempo auf. «Am meisten Arbeit geben aber mit Abstand unsere Pferde, die allesamt Hengste sind. Denn ein Pferd braucht sehr viel Bewegung und muss beschäftigt werden.» Ihr Tagesablauf beim Circus Knie setzt sich demnach wie folgt zusammen: Fütterungszeit um 6 Uhr, danach kurze Weidezeit. Im Anschluss Training, bei dem eine neue Nummer eingeübt wird. Am Nachmittag wieder Weidezeit – und am Abend schliesslich Showtime. «So können sie sich austoben. Und bei uns dürfen die Tiere alles tun und sich zum Beispiel auch im Dreck wälzen – am Abend müssen sie dann aber wieder auf Hochglanz poliert sein», sagt Fredy Knie und lacht. Insgesamt sind beim Circus Knie 19 Tierpfleger beschäftigt, 15 davon sind für die Pferde zuständig.

Zöpfchen für eine wehende Pferdemähne

Als Fredy Knie junior den Rundgang zu den Pferdeställen fortsetzt, spricht er bereits sehr schnell – bis zur Premiere gibt es ja noch sehr viel zu tun. Zwei Dinge fallen dort dann vor allem auf: Erstens die Schilder mit den exotischen Namen bei jeder Box. Aramis, Amor, Hermès oder Icon werden die Hengste zum Beispiel genannt. «Ein stolzes Tier braucht einen schön klingenden Namen», meint Fredy Knie dazu. Ein echter Hingucker sind zweitens die geflochtenen Zöpfe bei allen Pferden. «Das macht ihr Haar schöner und länger», so der Zirkusdirektor.

Hinweis

Weitere Infos gibt es unter www.knie.ch. Diesen Sonntag findet im Zelt zudem der Zirkusgottesdienst um 10 Uhr statt.

Kamele gehören zu den Tierattraktionen im Knie (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 20. Juli 2017))

Kamele gehören zu den Tierattraktionen im Knie (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 20. Juli 2017))

Fredy Knie mit Pferd. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzerner Zeitung))

Fredy Knie mit Pferd. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzerner Zeitung))

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