Circus Royal schuldet der Gemeinde Emmen knapp 4000 Franken

Jahrelang war der Circus Royal in Emmen mit dem Weihnachtszirkus zu Gast. Nun steht er vor dem Aus. Die Gemeinde Emmen kann sich die ausstehenden Billettsteuern ans Bein streichen.

Beatrice Vogel
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Da war die Welt noch fast in Ordnung: Aufführung des Circus Royal beim Mooshüsli in Emmen. Diese Vorstellung war allerdings relativ schlecht besucht.

Da war die Welt noch fast in Ordnung: Aufführung des Circus Royal beim Mooshüsli in Emmen. Diese Vorstellung war allerdings relativ schlecht besucht.

Bild: Roger Grütter, Emmen, 4. Dezember 2016

Ausstehende Löhne, ausgebeutete Arbeitskräfte, illegale Angestellte, mangelhafte Tierhaltung, Misswirtschaft: Die Liste der Vorwürfe gegen den Circus Royal ist lang. Kürzlich wurde bekannt: Der Schweizer Zirkus steht offenbar vor dem Aus, der Direktor hat sich aus dem Staub gemacht.

Auch die Besucher blieben dem Zirkus heuer meist fern. Das ist allerdings nichts Neues. Schon 2015 berichtete unsere Zeitung über die Weihnachtsshow des Circus Royal in Emmen: An der Premiere am Samstagabend seien nur rund 150 Zuschauer anwesend gewesen. Platz hätte es für ein Vielfaches gehabt.

20 Jahre lang jeweils zu Weihnachten in Emmen

Mit dem Weihnachtszirkus war der Circus Royal über die vergangenen 20 Jahre jeweils im Dezember und Januar auf dem Parkplatz beim Mooshüsli in Emmen zu Gast – zuletzt 2018. Allerdings soll Zirkusdirektor Oliver Skreinig bis heute Schulden bei der Gemeinde Emmen haben, wie ein Branchenkenner gegenüber unserer Zeitung sagte.

«Der offene Rechnungsbetrag beläuft sich auf rund 3900 Franken», bestätigt Philipp Bucher, Kommunikationsbeauftragter der Gemeinde Emmen, auf Anfrage. Die ausstehende Zahlung betreffe das Weihnachtsgastspiel 2018/2019. Dem Circus Royal wurden laut Bucher jeweils Platzmiete, Ticketsteuer und Wasserbezug in Rechnung gestellt. Davon sei für die letzte Durchführung ein Teil im Voraus bezahlt worden.

Ausgaben der Gemeinde sind gedeckt

«Der offene Rechnungsbetrag von rund 3900 Franken entspricht ungefähr der Hälfte des Gesamtbetrags», so Bucher weiter. Er betont jedoch, dass die Kosten für die Gemeinde Emmen mit dem beglichenen Rechnungsbetrag gedeckt sind und nicht vom Steuerzahler getragen werden müssen. «Ein zusätzlicher Mehrwert für die Gemeinde Emmen konnte indes nicht generiert werden.» Die Gemeinde hege aufgrund der aktuellen Situation auch keine Hoffnung, dass die ausstehenden Zahlungen noch geleistet werden.

Im Sommer 2018 hat die frühere Betreiberfirma des Circus Royal Konkurs gemacht, kurz davor war vom Direktor eine neue Firma, die Circus Royal GmbH, gegründet worden. Der Konkurs sei der Gemeinde Emmen bekannt gewesen, sagt Philipp Bucher. Bis November 2018 seien auch alle Rechnungen bezahlt worden. Allerdings:

«Die Zahlungsmoral seitens Circus Royal ist über die vergangenen Jahre stetig zurückgegangen.»

Deshalb sei der Platz zuletzt nur noch bei Vorauszahlung zur Verfügung gestellt worden.

Dass es dem Zirkus schon länger nicht besonders gut ging, zeigt ein weiteres Indiz: «Die rückläufige Ticketsteuer-Abgabe lässt darauf schliessen, dass die Besucherzahlen ebenfalls stetig zurückgegangen sind», so Bucher. Von allfälligen Missständen wie schlechter Tierhaltung oder dem unseriösen Umgang mit Angestellten bei Circus Royal hatte die Gemeinde Emmen gemäss Philipp Bucher keine Kenntnis.