CKW baut Batteriespeicher für 15'000 Haushalte

Überschüssiger Solar- und Windstrom kann künftig in Rathausen gespeichert werden. Die CKW investiert 2021 mehrere Millionen in ein schweizweit einzigartiges Speichersystem.

Robert Knobel
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Eine Speicherbatterie, wie sie dereinst in Rathausen stehen wird.

Eine Speicherbatterie, wie sie dereinst in Rathausen stehen wird.

Bild CKW

Zuerst die gute Nachricht: Die erneuerbaren Energien sind auch in der Region Luzern auf dem Vormarsch. So produziert die CKW mittlerweile etwa fünf Prozent des Stroms aus Sonnen- oder Windenergie. Dieser Anteil wird in den nächsten Jahren sicher noch steigen. Doch die erfreuliche Entwicklung hat eine Kehrseite: Weil die Stromproduktion zunehmend vom Wetter abhängt, wird sie unberechenbarer. So kommt es vor, dass an einem sonnigen Sommertag Hunderte von Solaranlagen Strom im Überfluss liefern – während es am nächsten Tag regnet und weniger Strom vorhanden ist.

Batterie leistet dreimal mehr als das Wasserkraftwerk

Für solche Fälle leisten Speicherbatterien gute Dienste: Sie speichern den überschüssigen Strom und speisen ihn wieder ins Netz, wenn er gebraucht wird. Bis jetzt stehen in der Schweiz erst wenige solche Anlagen. Doch die CKW macht nun einen Sprung nach vorn: In Rathausen sollen nächstes Jahr zwei 50 Tonnen schwere Speicherbatterien installiert werden. Sie haben zusammen eine Leistung von 6,25 MW – dreimal mehr, als das Wasserkraftwerk Rathausen produzieren kann. Mit dem gespeicherten Strom können 15'000 Haushalte während einer Stunde versorgt werden. Die rund drei Millionen Franken teure Investition ist erst der Anfang, wie CKW-Mediensprecher Marcel Schmid sagt:

«In Zukunft wird die Stromproduktion deutlich volatiler – vor allem, wenn dereinst der Atomstrom wegfällt, der heute Tag und Nacht zuverlässig Energie liefert.»

Deshalb werden Speicherbatterien zunehmend wichtig. Diesbezüglich seien die CKW sogar schweizweit ganz vorne dabei, sagt Schmid. «Wir konnten uns hier ein gewisses Know-how aufbauen, das wir auch anderen Energieversorgern zur Verfügung stellen.» So hat die CKW bereits 2019 zusammen mit dem Mutterkonzern Axpo für das Elektrizitätswerk Jona-Rapperswil AG einen Batteriespeicher realisiert. Dieser sorgt dort für eine höhere Netzstabilität. Für einen optimalen Betrieb sorgt zudem eine von der CKW entwickelte Software.

Der in Rathausen geplante Speicher hat eine dreimal höhere Kapazität als derjenige in Rapperswil. Er sei sogar ein schweizweites Novum, sagt Marcel Schmid – weil er nämlich gleich mehrere Probleme auf einmal löst: das Ausgleichen von Produktions- und Verbrauchsschwankungen, die Abfederung von Zeiten mit sehr hohem Stromverbrauch sowie den Ausgleich von Spannungsschwankungen im Hochspannungsnetz.

Das Winterproblem bleibt ungelöst

Die Batteriespeicher werden in Zukunft vor allem für kurzfristige Schwankungen von Stromproduktion und -verbrauch eine wichtige Rolle spielen. Ein anderes grosses Problem können sie aber vorerst nicht lösen: den Strommangel im Winter. Schon heute muss die Schweiz im Winter Strom importieren – in Zukunft wird diese Abhängigkeit vom Ausland noch stark ansteigen, vor allem wenn die Schweizer AKW einmal abgeschaltet sind. Denn im Winter liefert die Sonne kaum Strom – und die Windenergie, die im Winter reichlich vorhanden wäre, kommt in der Schweiz kaum vom Fleck. Auch Speicherbatterien sind heute noch nicht in der Lage, Strom über einen längeren Zeitraum (zum Beispiel vom Sommer zum Winter) zu speichern. Das Problem bleibt vorerst ungelöst, auch bei der CKW.