CKW darf in Emmen weiter Strom produzieren - und investiert deshalb Millionen in den Hochwasserschutz

Der Luzerner Regierungsrat hat der CKW vorzeitig die Konzession für das Wasserkraftwerk Emmenweid verlängert. Nun will das Energieunternehmen seine Anlage modernisieren - und auch Geld für den Hochwasserschutz locker machen.

Raphael Zemp
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So präsentiert sich das Kraftwerk Emmenweid derzeit. Ein Neubau soll den Hochwasserschutz deutlich verbessern. (Bild: PD)

So präsentiert sich das Kraftwerk Emmenweid derzeit. Ein Neubau soll den Hochwasserschutz deutlich verbessern. (Bild: PD)

Die CKW will das Flusskraftwerk Emmenweid sanieren – und dabei auch den gestiegenen Anforderungen an den Hochwasserschutz Rechnung tragen. Geplant sind insbesondere Erneuerungsarbeiten am Wehr im Gebiet Littauerboden. Sie sollen die Abflussmengen deutlich erhöhen - und somit für einen höheren Hochwasserschutz sorgen. 

Gleichzeitig würde sich nach den Eingriffen auch weniger Geröll und Schwemmholz im Wehr ansammeln. Das drittgrösste Wasserkraftwerk im Kanton müsste folglich weniger oft gereinigt und dazu abgeschaltet werden, erklärt Adrian Derungs, Mediensprecher der CKW.

 Effizientere und gesteigerte Stromproduktion

Mit dem Umbau erhofft sich das Energieunternehmen eine höhere Effizienz und einen Anstieg der produzierten Strommenge. Sie soll von heute jährlich rund 4,8 Gigawattstunden auf deren 5,4 steigen. Das entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von rund 1200 Haushalten.

Ebenfalls soll sich durch die baulichen Eingriffe die Restwassermenge drastisch erhöhen, was sich primär auf die Ökologie positiv auswirkt.  Führt die kleine Emme heute nach der Wasserentnahme zur Stromproduktion bloss 50 Liter pro Sekunde, sollen es künftig mindestens 1000 Liter sein. Davon profitieren auch Fische, für die zudem eine eigene Fischtreppe gebaut werden soll, um «eine naturnahe Fischwanderung» zu ermöglichen.

Sanierung kostet 15 Millionen Franken

Die Investitionen für die Kraftwerkssanierung belaufen sich auf rund 15 Millionen Franken, wovon laut CKW sechs Millionen in die Massnahmen für den Hochwasserschutz fliessen würden.

Voraussetzung für die Realisierung dieses Sanierungsprojekts ist ein Entscheid des Luzerner Regierungsrats. Dieser hat am vergangenen Dienstag die Nutzungskonzession vorzeitig verlängert (die aktuelle läuft 2023 aus) – und dabei zwei Einsprachen von Umweltverbänden abgewiesen. Umweltverbände waren für eine Stellungnahme am Freitag nicht erreichbar.

Das Nutzungsrecht gilt für 60 Jahre. Der Entscheid des Regierungsrats ist allerdings noch nicht rechtskräftig. «Es gilt eine Beschwerdefrist von 30 Tagen», sagt Andrea Liniger, Mitarbeiterin Rechtsdienst Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement. Sobald der Entscheid rechtsgültig ist, will CKW mit der Detailplanung beginnen. Der genaue Termin für den Baustart ist noch nicht bekannt.