CLIENTIS TRIBA PARTNER BANK: Veruntreuung: Schaden von 17,6 Millionen

Die Veruntreuung, die Ende Dezember des vergangenen Jahres aufgeflogen ist, hat nun weitere personelle Konsequenzen. Der Verlust soll durch eine Kapitalerhöhung kompensiert werden.

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Der Sitz der Clientis Triba Partner Bank in Triengen. (Bild Remo Nägeli/Neue LZ)

Der Sitz der Clientis Triba Partner Bank in Triengen. (Bild Remo Nägeli/Neue LZ)

Der Jahresgewinn von 3,02 Mio. Franken liegt praktisch auf dem Vorjahresniveau (3,05 Mio. Franken). Der Verwaltungsrat schlägt der ordentlichen Generalversammlung vom 16. Mai 2009 eine unveränderte Dividendenausschüttung von 17% respektive 34 Franken pro Aktie vor, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

15 Mio. aus Risiko-Reserve
Aufgrund des Veruntreuungsfalls musste die Erfolgsrechnung via «ausserordentlicher Aufwand» mit 17,6 Mio. Franken belastet werden. Zu diesem Zweck wurden 15 Mio. Franken aus der Position «Reserven für allgemeine Bankrisiken» entnommen, was gemäss den Rechnungslegungsvorschriften für Banken und Effektenhändler in der Erfolgsrechnung als «ausserordentlicher Ertrag» zu buchen sei, wie es weiter heisst. Die Clientis Triba Partner Bank ist grundsätzlich gegen derartige Ereignisse versichert. Zurzeit könnten noch keine Aussagen bezüglich der Schadenregelung gemacht werden.

Kapitalerhöhung geplant
Damit die Eigenmittel wieder auf den Stand vor dem Veruntreuungsfall gebracht werden können, hat der Verwaltungsrat entschieden, der ordentlichen Generalversammlung vom 16. Mai 2009 eine Kapitalerhöhung von 2 Mio. Franken zu beantragen. In diesem Zusammenhang hat sich die grösste Clientis Bank – die Clientis Sparkasse Zürcher Oberland – verpflichtet, die gesamte Kapitalerhöhung von 2 Mio. Franken entsprechend 10'000 Namenaktien im Nennwert von 200 Franken zum festen Ausgabepreis von 1500 Franken zu übernehmen. Genehmigt die Generalversammlung die beantragte Kapitalerhöhung, fliessen der Bank neue Eigenmittel im Umfang von 15 Mio. Franken zu.

Arbeitsverhältnis aufgelöst
Am 23. Dezember 2008 hatte die Bank über den Veruntreuungsfall informiert. Ein Mitarbeiter hatte seine Kompetenzen überschritten und nicht autorisierte Devisengeschäfte getätigt. Er wurde im Dezember 2008 entlassen. Die Bank wird entsprechend Strafanzeige erstatten. Gestützt auf die Erkenntnisse aus dem Veruntreuungsfall im Devisenhandelsgeschäft ist der Verwaltungsrat zudem mit dem für das Finanzgeschäft verantwortlichen Geschäftsleitungsmitglied übereingekommen, das Arbeitsverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen aufzulösen. Dies schmerze besonders, handelt es sich doch um einen langjährigen Kollegen und verdienten Mitarbeiter der Bank, wie es weiter heisst.

scd