Coop rettet Tropenhaus mit 10 Millionen

Desolate Geschäftszahlen und verärgerte Aktionäre: Ohne Coop wäre das Tropenhaus am Ende. Der Detailhandelsriese greift nun aber tief in die Tasche.

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Die Bilanz nach zwei Jahren ist mehr als durchwachsen: Blick aufs Tropenhaus Wolhusen. (Bild: Archiv Pius Amrein / Neue LZ)

Die Bilanz nach zwei Jahren ist mehr als durchwachsen: Blick aufs Tropenhaus Wolhusen. (Bild: Archiv Pius Amrein / Neue LZ)

Das Tropenhaus Wolhusen ist, keine zwei Jahre nach seiner Neueröffnung, in argen Geldnöten. Wie die Verantwortlichen an ihre Aktionäre schreiben, «droht schon in diesem Jahr die Überschuldung». Man sieht sich darum zu drastischen Sanierungsmassnahmen gezwungen. Leidtragende werden vor allem die rund 350 derzeitigen Aktionäre sein, deren Papiere um 98 Prozent abgewertet werden. Die Verärgerung bei den Aktionären ist gross – und so geht man beim Tropenhaus davon aus, dass die Nachfrage nach geplanten 5000 neuen Aktien gering sein wird.

Coop springt in die Bresche

Als wichtigster Partner ist der Detailhandelsriese bereit, auf die Rückzahlung von Darlehen in der Höhe von 10 Millionen Franken zu verzichten. Bedingungen sind daran laut Coop keine geknüpft. Ebenso wird der Konzern, der bereits heute mit 40 Prozent am Tropenhaus beteiligt ist, sämtliche neue Aktien übernehmen, die nicht von bisherigen oder neuen Investoren gezeichnet werden. «Wir gehen davon aus, dass dies unter dem Strich deutlich mehr als die Hälfte sein werden», sagt Philipp Wyss, Geschäftsleitungsmitglied von Coop Schweiz und seit Herbst 2011 Verwaltungsratspräsident der Tropenhaus Wolhusen AG. Coop dürfte also Mehrheitsaktionärin und damit Besitzerin des Tropenhauses werden – obwohl man dies eigentlich gar nie gewollt habe, wie Wyss sagt. «Wir würden es begrüssen, wenn die Mehrheit der Aktien weiterhin von möglichst vielen Aktionären gezeichnet würde. Aber ich kann nachvollziehen, wenn bisherige Aktionäre verunsichert oder entmutigt sind.»

Pascal Imbach

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