Corona
Auch Studierende der Uni Luzern brauchen ein Zertifikat – Dozierende jedoch nicht

Ab 20. September führt die Universität Luzern die Zertifikatspflicht ein. Sie geht einen anderen Weg als HSLU und PH Luzern.

Beatrice Vogel Jetzt kommentieren
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Wie an der Hochschule Luzern (HSLU) gilt nun auch an der Universität Luzern ab dem 20. September eine Covid-19-Zertifikatspflicht; und zwar für reguläre Lehrveranstaltungen auf Bachelor-, Master- und Doktoratstufe, teilt die Uni mit. Die wichtigsten Vorschriften sind gemäss Schutzkonzept folgende:

  • Zertifikatspflicht sowie dringende Maskentrageempfehlung für alle Teilnehmenden in den Unterrichtsräumen.
  • Maskentragepflicht für Dozierende ohne Zertifikat.
  • Maskentragepflicht für alle vor und nach der Veranstaltung, in der Pause und im öffentlich zugänglichen Teil des Uni/PH-Gebäudes.
  • Konsumationsverbot.

Bei Lehrveranstaltungen mit über 100 Teilnehmenden ist zusätzlich ein digitales Angebot geplant – eine generelle Onlineteilnahme ist nicht vorgesehen. Für Personen, die aus nachweislichen medizinischen Gründen nicht vor Ort teilnehmen können oder Risikopersonen in ihrem Umfeld haben, werden individuelle Lösungen gesucht.

Überprüfung mittels Stichproben

Die Zertifikate werden mittels Stichproben überprüft. Weil das Unigebäude öffentlich zugänglich ist und eine Rechtsgrundlage dafür fehle, wird keine zentrale Eingangskontrolle eingeführt, heisst es im Schutzkonzept. Verstösse werden sanktioniert – wie genau, wird laut Uni-Sprecher Lukas Portmann noch erarbeitet. Noch unklar ist, wie die HSLU die Zertifikate kontrollieren wird.

Anders als bei der HSLU sind Uni-Mitarbeitende von der Zertifikatspflicht ausgenommen. «Die rechtliche Situation lässt eine Zertifikatspflicht für die Mitarbeitenden der Universität nicht zu», begründet Lukas Portmann. Da trotzdem so viel Präsenzunterricht wie möglich angeboten werden soll, gilt für nichtzertifizierte Mitarbeitende die Maskenpflicht. In einem Schreiben an die Studierenden begründet die Universität die Massnahmen wie folgt: «Ohne Zertifikatspflicht dürfen in Lehrräumen nur noch zwei Drittel der Kapazität bei variabler Bestuhlung beziehungsweise jeder zweite Sitz bei fester Bestuhlung genutzt werden. Damit wäre nur ein sehr stark eingeschränkter Präsenzbetrieb möglich.»

Die Pädagogische Hochschule (PH) Luzern führt ebenfalls per 20. September die Zertifikatspflicht für die Teilnahme an Lehrveranstaltungen ein – auch für Dozierende, schreibt PH-Sprecher Marco von Ah. In allen öffentlich zugänglichen Bereichen gelte weiter Masken- und Abstandspflicht. Auch die PH Luzern empfiehlt generell das Tragen der Maske, «insbesondere in Veranstaltungen mit vielen Personen, in vollen Räumen und für ungeimpfte Personen», so von Ah. Zudem werden für alle Lehrveranstaltungen mittels QR-Code die Kontaktdaten erfasst, um im Bedarfsfall das Contact-Tracing zu ermöglichen. Von Ah: «Die Einhaltung der Zertifikatspflicht wird mit einem angemessenen Mix aus Stichproben, Einlasskontrollen und Eigenverantwortung gewährleistet.» Das Kontrollkonzept, worin auch Sanktionen festgehalten werden, sei in Erarbeitung. Nur wo sinnvoll und möglich, werden digitale Lehrangebote gemacht.

Impfquote der 20- bis 29-Jährigen ist tief

Schweizweit liegt die Impfquote der 20- bis 29-Jährigen bei 45,63 Prozent (Stand 12. September). Weitere 10,32 Prozent haben eine Dosis erhalten. Im Vergleich mit allen älteren Altersgruppen ist dies der tiefste Wert.

Interessant ist in dem Zusammenhang ein Schreiben, das die Covid-Taskforce des Bundes am Dienstag veröffentlicht hat. Zwar gibt die Taskforce darin keine Empfehlung ab, beurteilt die Einführung der Zertifikatspflicht an Hochschulen aber kritisch: Sie sei nur «rechtlich akzeptabel», sofern Studentinnen und Studenten, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden oder nicht am Unterricht teilnehmen können, mittels Fernunterricht weiterhin Zugang zur Bildung haben. Die Kontrolle des Zertifikats könnte durch Stichproben erfolgen, mittels Gratistests liessen sich Kostenhürden vermeiden. «Der Zugang zur Bildung für alle soll erhalten bleiben.»

An der Uni Luzern wurde beim Entscheid für die Zertifikatspflicht die Studierendenorganisation (SOL) einbezogen. Dabei habe sich der SOL-Vorstand dafür eingesetzt, «dass der Zugang zur Bildung und die Selbstbestimmung in Bezug auf die Impfung den Studierenden nicht verwehrt wird», schreibt Vorstandsmitglied Noel Baumann auf Anfrage. «Zudem unterband der SOL-Vorstand eine Offenlegung der Gesundheitsdaten der Studierenden, da er dies als problematisch einstufte.» Der Vorstand unterstütze das Vorhaben der Uni Luzern, zur Bewältigung der Pandemie die Impfkampagnen zu intensivieren.

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