Corona
Die Lozärner Määs ist abgesagt – die Kontrollanforderungen sind zu gross

Die traditionelle Luzerner Herbstmesse (Määs) findet dieses Jahr nicht statt. Ein ungetrübtes Määs-Erlebnis sei auf Basis der geltenden Corona-Schutzmassnahmen nicht möglich, teilte die Stadt mit.

Hugo Bischof
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Kein Riesenrad, keine Stände: Die Määs 2021 findet nicht statt.

Kein Riesenrad, keine Stände: Die Määs 2021 findet nicht statt.

Bild: Jakob Ineichen (Luzern, 5. Oktober 2018)

Die diesjährige Luzerner Herbstmesse (Lozärner Määs) findet nicht statt. Dies teilte die Stadt Luzern am Montagnachmittag mit. Der Entscheid sei zusammen mit der Interessengemeinschaft Luzerner Herbstmesse und Märkte (IG LHMM) getroffen worden, schreibt Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen der Stadt Luzern, in einer Medienmitteilung.

Die diesjährige Määs hätte vom 2. bis 17. Oktober stattfinden sollen. Sie zieht jeweils insgesamt um die 350’000 Besucherinnen und Besucher an. Über 100 Marktstände der Warenmesse, der grosse Lunapark und ein vielfältiges Unterhaltungs- und Verpflegungsangebot stehen am Inseli sowie auf dem Europaplatz und Bahnhofplatz zur Verfügung. Mit Tagesfrequenzen von rund 20'000 Personen stelle die Lozärner Määs eine grosse logistische Herausforderung für die Stadt Luzern als Veranstalterin und alle Involvierten dar.

«Auf Basis der aktuellen Vorgaben des Bundes betreffend Coronavirus sind Jahrmarktveranstaltungen zwar vorbehältlich entsprechend überzeugender Schutzkonzepte grundsätzlich möglich», hält Mario Lütolf fest. Dies habe die Stadt Luzern veranlasst, verschiedene Szenarien und Alternativen sorgfältig zu prüfen, mit den involvierten Institutionen zu besprechen und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit derartigen Schutzkonzepten zu sammeln.

Die Durchführung der Lozärner Määs 2021 im erwünschten, traditionellen Stil mit Warenmesse, Lunapark und Verpflegungsstätten und der Kilbi unter der Egg am ersten Määs-Wochenende könne unter den gegebenen beengten räumlichen Bedingungen, den Kontroll- und Sicherheitsanforderungen zur Pandemie-Bewältigung und dem zu erwartenden Grossandrang leider nicht in Betracht gezogen werden, betont Lütolf.

«Die für eine Durchführung notwendigen Absperrszenarien, Zugangskontrollen und Sicherheitsanforderungen stehen dem ungetrübten Einkaufs-, Erlebnis- und Spassfaktor definitiv im Weg», so Lütolf.

«Die Absage tut weh, ist aber ein Vernunftentscheid.»

Rico De Bona, Präsident der Interessengemeinschaft Luzerner Herbstmesse und Märkte (IG LHMM), sagt:

«Wir sind uns alle einig, dass es nur eine Määs im traditionellen Konzept geben kann. Der schwierige Verzicht ist deshalb folgerichtig.»

Nicht nur die Kontrolle der Zertifikatspflicht wäre auf dem grossen Areal schwierig, sagt de Bona. Auch weitere Schutzmassnahmen wie etwa möglichst wenig Bargeldkontakt wären kaum umzusetzen: «Wie kaufe ich dann meine Zuckerwatte, wenn ich nur einen Fünfliber im Sack habe?» Und mit einer Abstandspflicht von 1,5 Meter wäre ein geordnetes Anstehen bei den Chilbi-Bahnen kaum möglich. Die Lozärner Määs war schon 2020 wegen Corona abgesagt worden.

Die Absage sei ein weiterer Schlag für die Betreiberinnen und Betreiber der Marktstände und der Schaustellerbetriebe, die sich mit einer Vielzahl von Absagen an Markt- und Chilbi-Veranstaltungen konfrontiert sehen, heisst es in der Mitteilung weiter. Die Stadt habe den Händlerinnen und Händlern sowie den Schaustellerbetrieben der nun abgesagten Ausgabe der Määs 2021 den Zuschlag für die Präsenz im nächsten Jahr in Aussicht gestellt. Die Lozärner Määs 2022 findet, falls dann wieder möglich, nächstes Jahr vom 1. Oktober bis 16. Oktober statt.

Peter Howald, Präsident des Schweizerischen Schaustellerverbands, sagt auf Anfrage: «Für die Schausteller und Marktfahrer ist die Absage der Lozärner Määs eine Katastrophe.» Er macht dabei aber weniger den Määs-Organisatoren einen Vorwurf, sondern dem Bundesamt für Gesundheit: «Es hat für unsere Anliegen kein Gehör.» Die Situation bei einer Warenmesse mit Lunapark sei vergleichbar mit der Situation am Quai, wo an einem schönen Sonntag Tausende Leute aneinander vorbeiflanieren, «und doch gelten hier in Sachen Corona-Massnahmen andere Regeln».