Corona

Anmeldung für Impfungen in Luzern ab sofort möglich – Kanton eröffnet zweites Impfzentrum in Willisau

Ab Dienstag soll in der Messe Luzern geimpft werden. Im Januar können noch 4500 Personen mit dem Moderna-Impfstoff gegen Covid-19 geschützt werden. Wie es danach weitergeht, ist stark von der Verfügbarkeit der Impfdosen abhängig.

Dominik Weingartner
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Darauf haben viele Luzernerinnen und Luzerner sehnsüchtig gewartet: Seit Donnerstag kann sich die Bevölkerung für eine Impfung gegen Covid-19 anmelden. Hier können sich Interessierte registrieren. Der Vorgang dauert wenige Minuten. Wer einen Eintrag im elektronischen Impfausweis will, muss allerdings die Nummer seiner Krankenkassen-Versichertenkarte zur Hand haben. Personen über 75 Jahre und Personen jeden Alters mit chronischen Krankheiten höchsten Risikos sollten kurz nach der Anmeldung einen Terminvorschlag für die Impfung erhalten. Eine Vorerkrankung muss mit einem Dokument belegt werden können. «Wir möchten verhindern, dass sich jemand ungerechtfertigt eine Impfung erschleicht», sagt David Dürr, Leiter der kantonalen Dienststelle Gesundheit und Sport.

Das Impfzentrum in der Messehalle auf der Luzerner Allmend.

Das Impfzentrum in der Messehalle auf der Luzerner Allmend.

Bild: Dominik Wunderli (23. Dezember 2020)

Am Dienstag sollen im kantonalen Impfzentrum auf der Messe in Luzern die ersten Personen geimpft werden. Für den Januar stehen laut Dürr 9000 Dosen des Moderna-Impfstoffs zur Verfügung. Da für eine Impfung pro Person zwei Dosen nötig sind, können sich diesen Monat also noch 4500 Luzernerinnen und Luzerner impfen lassen. Sind die Dosen aufgebraucht, ist für den Januar fertig, es werden auch keine neuen Impftermine mehr vergeben. «Sobald wieder Impfstoff verfügbar ist, werden die Leute kontaktiert. Man muss sich nicht aktiv melden, wenn man einmal registriert ist», so Dürr. Bisher seien im Kanton Luzern rund 6000 Personen geimpft worden.

Der Impfstoff von Biontech/Pfizer wird weiter in den Alters- und Pflegeheimen verwendet. Dürr erklärt diese Trennung so:

«Der Biontech-Impfstoff eignet sich weniger gut für die Impfzentren als Moderna. Zudem müssen wir sicherstellen, dass bei beiden Impfungen derselbe Impfstoff verwendet wird.»

Voraussichtlich per Anfang Februar nimmt der Kanton Luzern zudem in der Festhalle Willisau ein weiteres Impfzentrum in Betrieb. Dort kommen wie in Luzern der Zivilschutz und freiwillige Helfer zum Einsatz, laut Dürr vor allem Ärzte und Pflegende – also Personen mit medizinischem Hintergrund. «Bis heute melden sich Freiwillige, bisher waren es rund 400 Personen», sagt Dürr. Sollte der Freiwilligenpool ausgeschöpft sein, werde man einen neuen Aufruf starten. Im Vollbetrieb benötigt ein Impfzentrum rund 80 Personen.

Für das zusätzlich Impfzentrum seien verschiedene Standorte geprüft worden, sagt Dürr. Unter anderem auch die Stadthalle Sursee. Diese ist jedoch bis mindestens Mitte Jahr durch die Sessionen des Kantonsrats belegt. «In der Festhalle Willisau hat es Platz für 16 Impfbahnen», so Dürr. Dort können künftig – wie auch in Luzern – täglich bis zu 1000 Personen geimpft werden.

Arztpraxen könnten im März folgen

Doch die Geschwindigkeit, wie schnell die Luzerner Bevölkerung geimpft werden kann, ist in erster Linie davon abhängig, ob überhaupt genug zum Verimpfen vorhanden ist. «Die Verfügbarkeit des Impfstoffs ist klar der Taktgeber», sagt Dürr. Für den Februar gebe es Schätzungen, die allerdings «mit sehr viel Vorsicht zu geniessen sind», wie Dürr sagt.

«Aktuell gehen wir davon aus, dass wir Anfang und Ende Februar zwei Lieferungen mit je rund 15'000 Dosen Moderna erhalten werden, die dann im Februar und März verimpft werden können.»

Allerdings müsse man in diesem Punkt «von Tag zu Tag» schauen, so Dürr.

Zu einem späteren Zeitpunkt sollen auch Impfungen in Arztpraxen möglich sein. Dürr nennt als möglich Zeitpunkt den März. Aber auch hier ist alles von der Verfügbarkeit der Impfstoffe abhängig. Dürr: «Der Impfstoff von Biontech/Pfizer ist wegen der Kühlungsvorgaben unmöglich in Arztpraxen. Moderna kommt in Packungen von 100 Dosen und verfällt nach 30 Tagen.» Beides also keine optimalen Lösungen für den breiten Einsatz in den meisten Hausarztpraxen. Dürr bezeichnet den Impfstoff von Astrazeneca als ideal für Arztpraxen. «Dieser wäre sechs Monate haltbar.» Das Problem: Er ist in der Schweiz noch nicht zugelassen. Erst am Dienstag hat Astrazeneca die Zulassung seines Impfstoffs für die EU beantragt.

Impfzentrum in der Messe Luzern:

Der Impf- und der Wartebereich sind getrennt.
24 Bilder
Der Impfstoff wird von der Firma Galliker Transport AG angeliefert.
Eine Lampe schaltet auf Rot und Grün.
Zum Einsatz kommen ganz viele mobile Trennwände.
Blick in die Wartebereich des Haupt-Impfzentrums Allmend
Blick auf das Haupt-Impfzentrum Allmend
Eine Lampe leuchtet im Impfbereich.
Hier wird geimpft.
Hier wird der Impfstoff gelagert.
Blick in die Räume des Impfzentrums in Luzern.
Ein Mann zeigt den Impfstoff.
Der Impfstoff von Pfizer und Biontech
Ein Mann kontrolliert die Lieferung.
Hier werden die Daten erfasst.
Blick in die Wartebereich
Hier werden die Daten erfasst.
Blick in die Impfbereich.
Ein Mann vom Zivilschutz liefert den Impfstoff ins Impfzentrum.
Blick in die Wartebereich
Nach dem Impfen muss 15 Minuten gewartet werden.
Das Impfzentrum ist in Räume aufgeteilt.
Ein Mann zeigt den Impfstoff
Ein Mann zeigt den Impfstoff

Der Impf- und der Wartebereich sind getrennt.

Bild: Ennio Leanza / Keystone (Luzern, 23. Dezember 2020)