Corona
«Erster Schritt Richtung Normalbetrieb»: Kanton Luzern hebt Maskenpflicht an Primarschulen auf

Der Kanton Luzern hebt die Maskenpflicht auf der Primarschulstufe ab der 5. Klasse nach Pfingsten auf – nicht nur im Klassenzimmer.

Christian Glaus
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Der Kanton Luzern vollzieht eine weitere Lockerung der Schutzmassnahmen an den Schulen. Nach Pfingsten wird die Maskenpflicht ab der fünften Klasse aufgehoben. Diese gilt seit den Sportferien und hätte schon früher aufgehoben werden sollen. Ende Februar kündigte das Bildungs- und Kulturdepartement an, die Maskenpflicht ab der 5. Primarklasse solle – bei günstigem pandemischem Verlauf – per Mitte März fallen. Die Schutzmassnahme wurde dann aufgrund der pandemischen Lage verlängert.

Dass sie nun aufgehoben werden soll, begründet das Departement in einer Mitteilung vom Freitag mit den sinkenden Fallzahlen und den angekündigten generellen Lockerungen der Massnahmen durch den Bundesrat. «Da in der Regel in der Primarstufe die Klassen nicht gemischt werden, erscheint die Lockerung vertretbar», heisst es. Das Bildungs- und Kulturdepartement behält sich aber vor, die Maskenpflicht wieder einzuführen, falls die Zahl der Primarklassen in Quarantäne «in den nächsten Wochen wider Erwarten steigt».

Im Schulbus gilt weiterhin Maskenpflicht

Wie dem aktualisierten Rahmenschutzkonzept zu entnehmen ist, müssen die Primarschüler auch in den Tagesstrukturen keine Maske mehr tragen, wobei Durchmischungen möglichst zu vermeiden sind. Die generelle Maskentragpflicht gilt dort für das Personal und für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe. Im Schulbus hingegen gilt die Maskentragpflicht weiterhin für alle (Ausnahme Kindergarten), wenn auch Sekundarschüler mitfahren.

Nach wie vor bestehen bleibt die Maskenpflicht ab der Sekundarstufe 1 – anders als im Kanton Zug, wo der Regierungsrat empfiehlt, auf Masken im Unterricht zu verzichten. Die Aufhebung sei in Luzern auf der Sekundarstufe 1 «derzeit noch kein Thema», erklärt Aldo Magno, Leiter der Dienststelle Volksschulbildung auf Nachfrage. «Ansteckungen finden auch in diesem Alter statt, und zudem sind die Impfungen in der Bevölkerung nicht so weit fortgeschritten, dass wir den Schutz der Lernenden und der Lehrpersonen lockern können.» Zudem biete das serielle Testen keinen Schutz vor der Quarantäne, die Maske hingegen schon. Magno fügt an, auch der Kanton Luzern strebe an, in den Normalbetrieb wechseln zu können. «Aber diese Pandemie lehrt uns, Schritt für Schritt Lockerungen einzuleiten.» Die Lockerung der Maskenpflicht auf der Primarstufe sei «ein erster Schritt in Richtung Normalbetrieb».

Die Zuger Regierung begründet die Aufhebung der generellen Maskenpflicht auf der Sekundarstufe 1 unter anderem mit den Reihentests, die einen guten Schutz ermöglichen würden. In Luzern wurden diese am 3. Mai ab der Sekundarstufe 1 eingeführt. Die Reihentests seien gut angelaufen, so Magno. «Positiv ist, dass gut 75 Prozent der Lernenden mitmachen.» Anfangs gab es «die eine oder andere kleine logistische Panne». So mussten Schüler und Eltern teils lange auf die Testresultate warten. Gemäss Magno betraf dies Einzeltests nach einem positiven Pool (Gruppentest), weil die Formulare teilweise nicht korrekt ausgefüllt worden seien. Die Probleme seien inzwischen behoben worden.

Positive Fälle werden nicht gezählt

Wie viele positive Fälle dank der Reihentests entdeckt wurden, kann Aldo Magno nicht sagen. «Wir verzichten bewusst auf das Abzählen der positiven Fälle.» Die seriellen Testungen seien «ein Mittel zur Minimierung von Ansteckungen und nicht Zweck». Deshalb werde nur die Zahl der Isolationen und Quarantänen an den Schulen erhoben. Und diese bewegt sich in eine erfreuliche Richtung – insbesondere an den Volksschulen.

Magno beurteilt die Fallzahlen seit den Frühlingsferien als relativ stabil. Zwei bis sechs Klassen pro Woche befanden sich in Quarantäne. Deutlich weniger als 1 Prozent der Lehrpersonen und Lernenden ist in Isolation. Magno: «Ich vermute, dass diese Zahlen Abbild der derzeit allgemein rückläufigen Entwicklung sind. Das ist erfreulich.»