Massnahmen
Luzerner Schulen: Klassenlager weiterhin verboten, Sporttage neu mit Maske möglich – diese Lockerungen gelten ab Montag

Was ist eigentlich mit Corona noch erlaubt oder wieder möglich an den Luzerner Schulen? Der Kanton schafft Klarheit und informiert über «moderate Lockerungen».

Stefanie Geske
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Kantonaler Schulsporttag in Willisau im Jahr 2019.

Kantonaler Schulsporttag in Willisau im Jahr 2019.

Bild: Pius Amrein (Willisau, 24. September 2019)

Klassenlager nein, Sporttage und Projektwochen ja: Nach dem neuesten Bundesratsentscheid zur Lockerung der Coronamassnahmen hat nun das Luzerner Bildungs- und Kulturdepartement «moderate Lockerungen» für die Schulen beschlossen. Unter bestimmten Voraussetzungen sind neu ab Montag, 26. April 2021, etwa Elternabende, Exkursionen, Sporttage, Schulreisen, und Projektwochen wieder möglich.

Klassenlager dürfen gemäss der neuen Bestimmungen noch immer nicht stattfinden – Sporttage in der Sekundarstufe I hingegen schon. Dazu erklärt Aldo Magno, Leiter der Luzerner Dienststelle Volksschulbildung, auf Anfrage:

«Die Lagereinschränkung ist darin begründet, dass die Lernenden und Lehrpersonen während fünf Tagen in Innenbereichen Essen und übernachten und sich nah sind.»

In den Lagern könne während dieser langen Zeitspanne keinerlei Schutz garantiert werden. Darum werden sie verboten. Ausserdem sei der Sporttag eine maximal eintägige Veranstaltung, was beim Lager nicht der Fall sei.

Die Sporttage dürfen zwar neu mit Maske stattfinden, jedoch nur in der Sekundarstufe I. In der Primarschule dürfen keine klassenübergreifenden Sporttage durchgeführt werden, weil lediglich in den 5./6. Primarklassen Maskentragpflicht gelte und auf dieser Stufe keine repetitiven Tests stattfinden würden. Die Schüler seien somit ungeschützt. Klassenweise Alternativprogramme seien aber möglich und erwünscht, heisst es auf Anfrage weiter.

«In der Summe erschien es uns vertretbar, einen Sporttag durchzuführen. Alles soll nicht verboten werden.»

Die Lockerungen in der Übersicht:

Exkursionen und Schulreisen

Exkursionen und Schulreisen ohne Übernachtungen sind klassenweise wieder möglich. Der öffentliche Verkehr darf dafür genutzt werden.

Sporttage

Weil in der Sekundarschule auch im Sportunterricht Masken getragen werden und demnächst regelmässig getestet wird, können Sporttage in der Sekundarschule durchgeführt werden – auch klassen- und stufenübergreifend. Kontaktsportarten bleiben jedoch verboten. Die Sporttage sollen auf dem Schulhausareal stattfinden. Dieses darf auch künftig nur klassenweise verlassen werden.

Freiwillige Schulangebote

Freiwillige Schulangebote im Bereich Sport, Schülerband, Theater etc. dürfen wieder durchgeführt werden – auch klassenübergreifend. Die Vorgaben des Rahmenschutzkonzeptes Volksschulen zum Maskentragen und Abstandhalten müssen jedoch eingehalten werden.

Projektwochen

Innerhalb des Schulhausareals sind Projektwochen wieder zulässig. Sie dürfen in der Sekundarschule stufenweise, in der Primarschule jedoch nur klassenweise durchgeführt werden.

Elternabende

Schulen, welche noch vor Schuljahresende Elterninformationsabende durchführen wollen, können dies unter Einhaltung folgender Vorgaben tun:

  • ausschliesslich klassenweise Durchführung mit maximal 50 Personen
  • genügend grosse Räume, damit die Abstände eingehalten werden können
  • Sitzpflicht
  • keine Konsumation von Speisen und Getränken
  • führen einer Liste mit den Kontaktdaten der Teilnehmenden

Abschlussfeiern

Derzeit ist noch nicht klar, in welcher Form Schulschlussfeiern möglich sein werden. Entsprechende Informationen stellt das Departement für später in Aussicht.


Die hier aufgelisteten Lockerungen ermöglichen gemäss Aldo Magno zumindest ausserhalb des regulären Stundenplans wieder etwas mehr Freiheit.

«Hoffen wir, dass dies der Anfang der lang ersehnten Entspannung ist und bald weitere Öffnungsschritte ins Auge gefasst werden können.»

Trotz der Lockerungen bleibe jedoch oberstes Ziel, den Präsenzunterricht weiterhin aufrechtzuerhalten. Damit der Präsenzunterricht gewährleistet bleibt, dürften Klassen auch künftig nicht unnötig gemischt werden. Es müssen zudem weiterhin Masken getragen und die Abstände eingehalten werden.

Alle anderen bisher gültigen Schutzmassnahmen bleiben bis auf weiteres bestehen. Wann und ob zusätzliche Lockerungen möglich sind, hänge von der Entwicklung der epidemiologischen Lage ab. «Wir passen dann an, wenn die Situation dies erforderlich macht», so Magno weiter.

Verbotene Schullager erhitzen die Gemüter

Anfang April haben SP, SVP, CVP, GLP eine Abkehr vom Schullagerverbot gefordert. Mitte April ist zudem die Petition «Klassenlager Durchführung» beim Bildungs- und Kulturdepartement Luzern übergeben worden. Über 2500 Unterschriften kamen für das Anliegen zusammen.

Punktuelle Lockerungen an der Uni Luzern

Die Universität Luzern nutzt den jüngsten Öffnungsschritt des Bundesrats für punktuelle Lockerungen der Coronamassnahmen. Die regulären Lehrveranstaltungen werden bis Ende des Frühjahrssemester grundsätzlich digital durchgeführt, Ausnahmen seien in einem eng begrenzten Rahmen möglich. Die Prüfungen finden ausschliesslich digital statt. 

Die Einschränkung, dass der Zutritt zum Uni/PH-Gebäude für Studierende und die Öffentlichkeit auf den Zugang zur Bibliothek und zum Studiladen begrenzt ist, entfällt. Allerdings bleiben gewisse Bereiche wie die Mensa und das Foyer geschlossen.