Corona

Luzerner Skigebiete müssen weiter auf Entscheid des Regierungsrates warten

Das Treffen der Skigebiete mit dem Regierungsrat hat noch keinen Entscheid gebracht, ob und wann die Lifte im Kanton Luzern öffnen dürfen. Die Regierung wartet auf neue Massnahmen des Bundesrats. Dieser wird voraussichtlich am Mittwoch kommunizieren.

Dominik Weingartner
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In Sörenberg gibt es weiterhin kein Skibetrieb.

In Sörenberg gibt es weiterhin kein Skibetrieb.

Bild: Boris Bürgisser (Sörenberg, 12. August 2020)

Die Skigebiete im Kanton Luzern müssen weiter auf einen Entscheid des Regierungsrats warten, ob sie ihre Lifte am 8. Januar in Betrieb nehmen können oder nicht. Am Montag fand ein Treffen zwischen Vertretern der Skigebiete sowie dem Luzerner Gesundheitsdepartement und dem kantonalen Führungsstab statt. Die Resultate dieses Treffens würden am Dienstag an der Regierungsratssitzung besprochen, teilte das Gesundheitsdepartement im Anschluss mit. Danach fände auch ein Austausch mit den Spitälern statt.

Die epidemiologische Lage im Kanton Luzern ist für den Entscheid sehr relevant. Die Regierung berief sich zuletzt auf die schlechte Lage in Luzern im Vergleich mit den anderen Zentralschweizern Kantonen, die ihre Skigebiete mittlerweile allesamt geöffnet haben. Am Montag veröffentlichte der Kanton Luzern die ersten Coronazahlen im Jahr 2021. Demnach sind 3. Januar 146 neue Fälle hinzugekommen, drei Personen sind an der Atemwegserkrankung verstorben. 126 Personen sind hospitalisiert, 21 werden beatmet. Die Auslastung der Intensivpflegebetten beträgt 88 Prozent. Der R-Wert liegt mit 0,89 unter der kritischen Grenze von 1. Dennoch hat der Kanton Luzern am Sonntag wieder die Alarmstufe rot ausgerufen, nachdem er sich zuvor seit dem 21. Dezember in der Phase Orange befunden hatte.

«Unser Problem ist die Ungleichbehandlung»

Es ist möglich, dass der Bundesrat dem Luzerner Regierungsrat den Entscheid zu den Skigebieten abnimmt. Denn das Gesundheitsdepartement teilt weiter mit: «Der Regierungsrat wird aktiv kommunizieren, sobald das weitere Vorgehen bezüglich einer allfälligen Öffnung der Skigebiete im Kanton Luzern definiert ist und nachdem der Bundesrat über allfällig weitergehende Massnahmen entschieden hat, über die voraussichtlich diesen Mittwoch informiert wird.» Anders ausgedrückt: Vor dem Bundesrat und damit vor Mittwoch ist in dieser Sache kein Entscheid aus Luzern zu erwarten.

Bei den Luzerner Skigebieten ist der Unmut gross. In erster Linie nicht wegen der Schliessung an sich, sondern weil in der übrigen Zentralschweiz Ski gefahren werden kann. «Ich respektiere den gesundheitlichen Aspekt. Unser Problem ist die Ungleichbehandlung. Im Gesundheitswesen ist man in der Zentralschweiz solidarisch, bei den Skigebieten aber nicht», sagt Martin Knüsel, Verwaltungsratspräsident der Sportbahnen Marbachegg. «In dieser Situation müsste Luzern aufmachen, damit wir gleich lange Spiesse wie die anderen Zentralschweizer Skigebiete haben», so Knüsel. Mit der einseitigen Schliessung «schadet sich Luzern nachhaltig als Wintersportdestination», sagt er weiter. Dies umso mehr, als man im Entlebuch «schon lange nicht mehr so sichere Schneeverhältnisse» gehabt habe wie diesen Winter, so Knüsel.

Schliesst der Bundesrat alle Skigebiete?

Der Verwaltungsratspräsident der Sportbahnen Marbachegg rechnet bereits jetzt mit einem Verlust von mehreren hunderttausend Franken. Seine Befürchtung ist, dass der Bundesrat bald eine gesamtschweizerische Schliessung der Skigebiete beschliessen könnte. «Dann hätten wir im Gegensatz zu den anderen Gebieten nicht mal die Einnahmen über die Festtage.» Die rund 70 Angestellten der Sportbahnen Marbachegg ­– davon viele mit Teilzeitpensen – befinden sich laut Knüsel in Kurzarbeit. Wie es wirtschaftlich weitergeht, sollten die Bahnen nicht bald öffnen können, könne noch nicht beziffert werden. «Wir werden die Beantragung von Hilfsgeldern aus dem Härtefallfonds und weitere Möglichkeiten prüfen. Wir müssen aber zuerst das Ausmass der wirtschaftlichen Auswirkungen abschätzen können», so Knüsel.