Corona-Massnahmen

Luzerner Gewerbler fordern die Regierung auf, den Bundesrat zu korrigieren

Am Freitag entscheidet der Bundesrat über strengere Coronaregeln. Für den Gewerbeverband sowie die Freisinnigen gehen die geplanten Massnahmen viel zu weit – die Luzerner Regierung soll beim Bundesrat für weniger Restriktionen weibeln.

Lukas Nussbaumer
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Jean-Christophe Bott / KEYSTONE

Restaurants sollen frühestens um 22 Uhr schliessen müssen – am 24. und 25. Dezember sowie an Silvester gar noch später. Ausserdem sollen sie weiterhin am Sonntag offen haben dürfen. Diese Forderungen hat die Luzerner Regierung beim Bundesrat einzubringen, wenn es nach dem KMU- und Gewerbeverband des Kantons Luzern (KGL) geht. In einer am Donnerstag verschickten Mitteilung fordert der Verband ausserdem die Beibehaltung von Sonntagsverkäufen. Und die Regierung soll sich unter anderem auch dafür einsetzen, dass der Bund seine «durch Indiskretionen geprägte Kommunikation umgehend» verbessere.

Der Bundesrat wird am Freitag kommunizieren, welche Massnahmen er verordnen will. Dazu gehören eine Sperrstunde um 19 Uhr für Gastrobetriebe und reduzierte Öffnungszeiten für Geschäfte. Die Kantone wurden am Dienstag konsultiert. Im Gegensatz zum Bundesrat erhält die Luzerner Regierung vom KGL Lob: Sie habe ihre Entscheide während der Krise «bisher meist besonnen und mit viel Pragmatismus getroffen».

Jungfreisinnige kritisieren den Bundesrat scharf

Auch für die Jungfreisinnigen des Kantons Luzern sind die vom Bundesrat vorgeschlagenen Massnahmen «nicht nachvollziehbar». Mit der Schliessung von Restaurants um 19 Uhr und einem Verbot von Sonntagsverkäufen ginge die Landesregierung «viel zu weit».

Der Bundesrat wolle die «Macht an sich reissen und den Föderalismus aushebeln». Die Luzerner Regierung soll die Massnahmen des Bundes deshalb ablehnen, verlangen die Jungfreisinnigen in ihrer am Donnerstag publizierten Mitteilung.