Corona
Todesfälle in Giswiler Altersheim: Kanton Luzern stellt bisher keine Verstösse gegen Maskenpflicht fest

Im Giswiler Altersheim Dr Heimä starben innert drei Wochen neun Menschen an Corona. Der Vorwurf steht im Raum, dass im Heim bewusst auf das Tragen von Masken verzichtet wurde. Dem Kanton Luzern sind derlei Verstösse nicht bekannt.

Alexander von Däniken
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Wegen der Corona-Todesfälle derzeit im Fokus: das Altersheim Dr Heimä in Giswil.

Wegen der Corona-Todesfälle derzeit im Fokus: das Altersheim Dr Heimä in Giswil.

Eveline Beerkircher (26. Oktober 2021)

Die Vorwürfe an die Leitung des Giswiler Altersheims Dr Heimä sind happig: Die Angestellten sollen keine Schutzmasken getragen haben. Und das, obwohl es die Covid-Verordnung klar vorsieht. Neun Menschen sind innert drei Wochen mit Corona gestorben. «Wir stehen in regelmässigem Austausch mit den Leitungen der Alterszentren und dem Verband der Obwaldner Altersheime Curaviva», sagte die Obwaldner Gesundheitsdirektorin Maya Büchi (FDP) auf die Frage, wie streng der Kanton die Heime kontrolliert. «Aber bis anhin hatten wir keine Hinweise, dass Auflagen nicht eingehalten werden.»

Wie kontrolliert der Kanton Luzern, ob sich die Alters- und Pflegeheime an Massnahmen wie die Maskentragpflicht halten? Die Alters- und Pflegeheime werden von der Dienststelle Soziales und Gesellschaft, die für die Bewilligung und Aufsicht zuständig ist, seit Beginn der Pandemie «regelmässig über die breit abgestützten Massnahmen informiert», wie Gesundheits- und Sozialdirektor Guido Graf (Mitte) auf Anfrage sagt. Die Alters- und Pflegeheime hätten der Aufsichtsbehörde auch schriftlich bestätigt, dass die rechtlichen Bestimmungen und die Empfehlungen im betrieblichen Schutzkonzept umgesetzt sind. Graf: «Die Dienststelle Soziales und Gesellschaft würde intervenieren, falls dies nicht der Fall wäre. Wir nehmen den Schutz der Bewohnenden in den Alters- und Pflegeheimen sehr ernst.»

Kontrollen aufgrund von Stichproben oder eines Verdachts

Die Schutzmassnahmen werden laut dem Luzerner Regierungsrat in enger Zusammenarbeit mit dem Verband Curaviva Luzern überprüft und bei Bedarf angepasst. «So gilt weiterhin eine Maskenpflicht für das Pflege- und Betreuungspersonal.» Die Dienststelle Soziales und Gesellschaft habe auch Kontrollen durchgeführt – aufgrund von Stichproben oder eines Verdachts. Es seien keine Verstösse gegen die Maskentragpflicht oder sonstige Massnahmen festgestellt worden. Über die Kontrollen werde keine Statistik geführt. Sie würden auch nach den Todesfällen in Gisiwil nicht angepasst.

Sorgen bereiten Guido Graf die zunehmenden Impfdurchbrüche bei älteren Menschen. Alle impfwilligen Bewohnenden der Alters- und Pflegeheime seien im Kanton Luzern bereits ab Dezember 2020 prioritär gegen Covid-19 geimpft worden. Studien würden jetzt aber einen Rückgang der Wirkung der Impfung belegen. «So treten erwartungsgemäss leider auch in den Luzerner Heimen vereinzelt Impfdurchbrüche auf.» Darum würden jetzt die Vorbereitungen für die Auffrischungsimpfungen ab Mitte November 2021 auf Hochtouren laufen.

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