Corona-Todesfälle
Übersterblichkeit in der Zentralschweiz hält an

In der Zentralschweiz sterben gemäss Lustat Statistik Luzern noch immer mehr Menschen als sonst. Ein Trend, der seit 13 Wochen anhält. Im Kanton Luzern ist seit Anfang Jahr jedoch keine Übersterblichkeit mehr zu beobachten.

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(sok) Im Kanton Luzern sind 2020 laut Lustat insgesamt 418 Personen in der Altersklasse unter 65 Jahren gestorben. Dabei lag in der Woche vom 28. Dezember 2020 bis am 3. Januar 2021 die Zahl der wöchentlichen Todesfälle leicht über der Obergrenze der zu erwarteten Todesfälle, während dem restlichen Jahr lagen die Todesfälle jedoch innerhalb der Bandbreite.

Etwas anders sieht die Statistik bei den Personen über 65 Jahren aus. Hier wurde sieben Wochen infolge – vom 16. November 2020 bis am 3. Januar 2021 – eine Übersterblichkeit verzeichnet. Insgesamt starben im Jahr 2020 2941 Personen über 65 Jahren. Seit der Woche vom 4. Januar liegen die Todesfälle von Personen in dieser Altersklasse wieder innerhalb der Bandbreite der zu erwartenden Todesfälle, so Lustat. Im Kanton Luzern ist somit keine Übersterblichkeit zu beobachten.

Hinweis zur Methodik

Die Todesfälle werden beim zuständigen Zivilstandsamt gemeldet und in einer zentralen Datenbank registriert, schreibt Lustat. Unter der Annahme eines konstanten Meldeflusses schätzt das BFS die Fallzahlen. Nach 40 Tagen sind 97,5 Prozent der Meldungen eingetroffen, so dass ab diesem Zeitpunkt die Zahl der eingetroffenen Meldungen ohne Hochrechnung gezeigt wird. Die normalerweise zu erwartende Zahl der Todesfälle wird aufgrund der Entwicklung der Fallzahlen jeder Altersklasse der vorangegangenen fünf Jahre berechnet. Die saisonale Verteilung der Todesfälle auf die 52 Wochen des Jahres berechnet sich aufgrund des Medianwerts jeder Kalenderwoche der vergangenen zehn Jahre. Zuletzt wird für jeden Erwartungswert eine Bandbreite berechnet, innerhalb welcher Schwankungen als zufällig gewertet werden müssen. Die Berechnung der erwarteten Zahl der Todesfälle entspreche damit nicht einfach einem Durchschnittswert, sondern berücksichtige die Veränderung der Bevölkerung von Jahr zu Jahr sowie zufällige Schwankungen, so Lustat.

Übersterblichkeit in der Zentralschweiz hält bei über 65-Jährigen an

Diese Aussage lässt sich aber nicht auf die gesamte Zentralschweiz übertragen. Hier liegt die Zahl der wöchentlichen Todesfälle bei Personen ab 65 Jahren seit der Woche vom 19. Oktober – also seit 13 Wochen – über der Bandbreite der zu erwartenden Todesfälle.

Und nachdem bei den Personen unter 65 Jahren in der Woche vom 28. Dezember 2020 bis am 3. Januar 2021 eine leichte Übersterblichkeit registriert wurde, liegt die Anzahl der Todesfälle in dieser Altersklasse seit dem 4. Januar wieder in der zu erwartenden Bandbreite.