Kommentar
Corona wird grosse Löcher in die öffentlichen Kassen reissen

Nicht nur grosse Teile der Wirtschaft leiden unter dem wochenlangen Lockdown. Auch die Haushalte der Gemeinden und Kantone werden an höheren Ausgaben und fehlenden Einnahmen zu beissen haben – möglicherweise jahrelang. Braucht es nun Steuererhöhungen?

Jérôme Martinu, Chefredaktor
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Jérôme Martinu, Chefredaktor

Jérôme Martinu, Chefredaktor

Bild LZ

Ob in Ebikon, Emmen, Sursee, Buchrain oder anderswo: Die Finanzchefs blicken in diesen Tagen bei der Präsentation ihrer Abschlüsse 2019 besorgt in die Zukunft. Nicht genug, dass weite Teile der Wirtschaft wegen der wochenlangen Lahmlegung massive, existenzbedrohliche Schwierigkeiten haben. Corona wird auch in den öffentlichen Kassen negativ durchschlagen. So richtig bewusst ist man sich dessen noch gar nicht. Die Stadtluzerner Finanzdirektorin warnt denn auch in den sozialen Medien: «Noch haben leider nicht alle den Ernst der Lage/Finanzplanung erkannt ...»

Es ist absehbar, dass insbesondere grössere und urbane Gemeinden mit grossen Coronalöchern im Haushalt rechnen müssen. Und zwar gleich doppelt, bei Ausgaben und Einnahmen. So wird wegen der Rezession die Zahl der Arbeitslosen grösser, die Sozialkosten der Kommunen dürften entsprechend steigen. Weiter werden die Steuereinnahmen sinken. Wohl etwas weniger bei den Privatpersonen, dafür umso erheblicher bei den Firmensteuern.

Wie schwerwiegend die Folgen für Gemeinde- und Kantonskassen sein werden, lässt sich noch nicht abschätzen. Jahrelange Negativeffekte wären aber keine Überraschung. Umso wichtiger ist folglich dies: Je schneller und uneingeschränkter die Wirtschaft wieder in Gang kommt, umso besser. Und: Politik und Behörden sind gut beraten, nicht den vermeintlich einfachsten Weg zu gehen. Die Steuerschrauben anzuziehen, wäre nämlich keine nachhaltige Lösung.